KlimawandelDas Ende der Pasta
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In North Dakota streiten Weizenbauern und Ölproduzenten

Ein Ort, an dem der Wandel spürbar wird, ist North Dakota. Hier ist einer der wichtigsten Anbauorte für die Nudelindustrie. Der Bundesstaat grenzt im Norden an Kanada, ein menschenleerer Bundesstaat, die Kornkammer Amerikas. Es wird vor allem Hartweizen angebaut, einer der besten der Welt, glaubt man den Vertretern des Bundesstaats: hoher Proteingehalt, golden schimmernd.

Der Weizen mag Regen und – in begrenztem Maß – kühle Temperaturen. Beides hat North Dakota. Noch.

Das Epizentrum des Weizenanbaus

Schon als Doug Opland ein Kind war, wurde in North Dakota im großen Stil Weizen angebaut. Inzwischen sitzt der Farmer im Vorstand der Vereinigung der Weizenbauer. Es ist Ende Oktober, als Opland seinen Pickup auf ein Feld fährt, 1,2 Quadratkilometer ist es groß. Die Reifen hinterlassen Spuren im ersten feinen Schnee von North Dakota in diesem Jahr. Opland, 51 Jahre alt, ein kräftiger Mann, sagt: "Das hier ist das neue Zentrum des Hartweizenanbaus." Bisher war das anders. Da wurde der Weizen weiter im Osten des Bundesstaates angebaut, nur ist es dort inzwischen zu nass geworden. Deshalb haben viele Farmer ihren Standort verlegt.

Die Verschiebung der Anbaugebiete betrifft auch die Nudelproduzenten. Einer der größte Hersteller der USA, Dakota Growers Pasta, eröffnete etwa im Jahr 1993 eine Weizenmühle und Nudelproduktion in Carrington, einer Stadt im Nordosten des Bundesstaats. Zu jener Zeit war das eine ökonomisch sinnvolle Entscheidung. Jetzt aber, da die Weizenanbaugebiete in Richtung Westen gezogen sind, bleibt eine Mühle zurück, die schlecht ausgelastet ist und zu weit entfernt von den Getreidebauern liegt. "Der Standort ist sicherlich inzwischen im Nachteil", sagt Firmenchef Ed Irion.

Preisdruck an den Weizenmärkten

Auch die Landwirte stehen unter extremem Druck. Der Anbau von Hartweizen ist extrem kompliziert, die Pflanze mag es feucht, aber bitte nicht zu feucht. Wegen der speziellen Anforderungen konnten die Anbauer in North Dakota bislang Premiumpreise verlangen. Doch immer seltener sind Getreideverarbeiter bereit, sie zu zahlen. Lieber treiben sie ihre eigenen Gewinne in die Höhe. Weizenbauer Opland weiß noch nicht, ob er im kommenden Jahr das Risiko eingehen soll, Hartweizen anzubauen. Wie hoch muss der Weizenpreis steigen, damit Getreidebauer wie Opland bereit sind, in Zeiten des Klimawandels solche sensiblen Pflanzen anzubauen?

Es gibt einige, die auf solche Fragen einfache Antworten haben. Im vergangenen Juli schlug etwa ExxonMobil-Chef Rex Tillerson vor, die Landwirte sollten sich einfach andere Anbaugebiete suchen . Klimawandel sei schließlich ein "Ingenieursproblem", für das es auch "Lösungen von Ingenieuren" gebe, sagte Tillerson. Eine davon sei eben, das Getreide einfach woanders anzubauen.

Das ist in der Praxis allerdings nicht so einfach. Erst recht nicht in Entwicklungsländern. Dort leben die Menschen von dem, was sie vor Ort anbauen. "Solche Menschen können doch nicht mal schnell ihren Hof verlegen und mit Sack und Pack umziehen", sagt IFPRI-Fachmann Nelson. Das gilt auch für wohlhabendere Regionen wie Noth Dakota – einmal davon abgesehen, dass natürlich auch die Qualität der Böden eine wichtige Rolle spielt.

Leserkommentare
  1. Als Alternative zum Weizen eignet sich Hafer. Die Ansprüche an den Boden sind gering, der Hafer ist sehr robust gegen Schädlinge, und außerdem viel gesünder als Weizen.

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    • va
    • 18. Dezember 2012 22:15 Uhr

    dem Ertrag? Das ist doch die große Frage!

    Hafer beinhaltet sehr wenig Gluten. Dieses auch "Klebereiweiß" genannte Protein ist nötig, wenn man die hiesigen Brotsorten backen will, weil es als Strukturbildner dient und die Teige, die man hierzulande so schön "gehen" lässt, stabilisiert. Wer also Hafer statt Weizen will, muss auch Fladenbrot mögen.

  2. Der Weizen ist mir doch völlig egal.
    Was würde mit Hopfen und Malz passieren?

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    • Dijeh
    • 18. Dezember 2012 16:31 Uhr

    und mein Hefeweizen kann ich vergessen?

    • Eruman
    • 18. Dezember 2012 23:43 Uhr

    *räusper*
    Malz ist gekeimtes Getreide. Meist Weizen ...

  3. deutsches Exportprodukt. Darum egal.

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    • topu78
    • 18. Dezember 2012 19:18 Uhr

    Atuos können wir allerdings nicht essen. Von daher sollten wir evtl. doch darüber nachdenken, wie wir immer mehr Leute auf dem Planeten bei zurückgehenden Bodenqualitäten und steigenden Wetterextremen ernähren können.

    • Peugeot
    • 18. Dezember 2012 20:07 Uhr

    ...scheinen Sie nur nicht zu wissen.

    Diesjahr scheint Deutschland bei Weizen erstmals wieder Netto- Importeur zu sein.

    • Gibbon
    • 18. Dezember 2012 16:19 Uhr

    Ich glaube bei den derzeitigen Entwicklungen, brauchen wir uns über Weizenpreise keine Sorgen zu machen. Der Klimawandel hat ganz andere Möglichkeiten uns umzubringen. Aber hey, wenigstens hatten wir noch unseren Urlaub in Mallorca. Dafür nehmen wir doch das Aussterben der Menschheit gerne in Kauf :-(

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    "Aber hey, wenigstens hatten wir noch unseren Urlaub in Mallorca. Dafür nehmen wir doch das Aussterben der Menschheit gerne in Kauf."

    Ich habe Neuigkeiten für Sie. Die menschliche Spezies wird sowieso irgendwann aussterben. Keine Spezies wird für immer dominant sein auf diesem Planeten. Das zeigt auch die Geschichte. Sie denken, der Mensch kann beeinflussen wann er (als Spezies) von der Bildfläche verschwindet. Ich bin da anderer Meinung. Deshalb muss ich Ihrem Post umbedingt beipflichten. Man sollte sich die Welt anschauen bevor es zu spät ist. Mallorca muss man vielleicht nicht häufiger als 1x besuchen.

  4. 5. .....

    Zitat aus einer Dissertation über "Wirkung erhöhter atmosphärischer CO2 - Konzentrationen und weiterer Wachstumsfaktoren auf das Wachstum von Sommerweizen unter besonderer Berücksichtigung des Kohlenhydratmetabolismus"

    Eine ausführliche Literaturübersicht von CURE UND ACOCK (1986) ergab für Weizen bei einer CO2 – Verdopplung eine durchschnittliche Erhöhung der Biomasse um +31 % (23 Ein- zeluntersuchungen) und eine Ertragssteigerung um +35 % (17 Untersuchungen). Die positive Wirkung erhöhter CO2 – Konzentrationen auf den Ertrag (15 – 55 % Steigerung bei CO2 – Verdopplung) nach einer jüngeren Literaturübersicht von WHEELER et al. (1996b) beruht im wesentlichen auf das gesteigerte Überleben von Nebentrieben in den drei Wochen vor der Anthese und ist sortenabhängig (RAWSON, 1992). Das FACE Experiment in Maricopa ergab für 550 ppm CO2 eine maximale Biomassesteigerung von Sommerweizen um +20 % (ent- wicklungsabhängig) und eine Ertragssteigerung um + 8 % in Beziehung zu 370 ppm CO2 (KIMBALL et al., 1995).

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    • RGFG
    • 18. Dezember 2012 16:26 Uhr

    Jetzt muss man dem Weizen ja bloß noch sagen, dass er sich nicht so anstellen soll. Ist doch genug CO2 da, was soll dann das Gejammere von wegen "zu trocken und zu warm"...

    Diese wunderbare Erkenntnis klingt auf den ersten Blick naturwissenschaftlich überzeugend. Aber zu einer vollständigen Analyse muss man eben auch die anderen Faktoren einberechnen. CO2 schön und gut, schonmal von H2O gehört?
    Invitro ein Muskelpaket, auf dem Feld ein Schwächling...

    • Slin88
    • 18. Dezember 2012 18:29 Uhr

    Auch wenn es mehr CO2 gibt in der Atmosphäre, legen die Pflanzen nicht automatisch beim Wachstum zu. Es gibt einen Versuch bei Fichten, die sind unter erhöhten CO2 Einfluss erst schneller gewachsen sind, aber schon nach einiger Zeit hörte das ganze auf. Warum? Das Minimumgesetz ist der Grund dafür, wenn nur irgend ein anderer Stoff fehlt (Nährstoffe, Wasser...) bringt auch der erhöhte CO2 Gehalt nichts.

    Da sich auf Grund des Klimawandels die Wasserverteilung auch ändert, wird Wasser ein entscheidender Faktor sein. Aber Nährstoffe genauso, gab ja nun schon Themen hier in der Zeit zur Bodenerosion. Nährstoffe werden also auch weniger. Wie reagiert der Mensch darauf? Zu viel Düngung. Was wiederum auch die Natur gefährdet.

    Aktuellere Forschung indiziert ganz andere Effekte, z. B. Lobell et al. 2012 (Nature Climate Change) -> http://climatecrocks.com/2012/01/31/studies-climate-change-will-threaten...

    Die Dissertation, aus der Sie zitieren, ist zehn Jahre alt!

    wiedergegebenen Studien sind im Übrigen im Wesentlichen noch deutlich älter und bilden die prognostizierten Temperatursteigerungen insb. in der Spitze nicht ab. Daher sind sie für eine fachgerechte Expertise in Bezug auf Ertragsentwicklungen ungeeignet.

    Hier noch ein interessanter Befund -> http://www.sciencemag.org/content/328/5980/899/suppl/DC2 Das Paper gibt's hier -> http://www.sciencemag.org/content/328/5980/899.full?ijkey=F39k67XVc8VU2&...

    Also: Immer schön state of the art, pardon: science bleiben!

    • RGFG
    • 18. Dezember 2012 16:26 Uhr
    6. Super!

    Jetzt muss man dem Weizen ja bloß noch sagen, dass er sich nicht so anstellen soll. Ist doch genug CO2 da, was soll dann das Gejammere von wegen "zu trocken und zu warm"...

    Antwort auf "....."
  5. ...wenn man sonst keine Probleme hat, dann denkt man sich welche. Viel gravierender ist übrigens das weltweite Bienensterben, nur mal so nebenbei bemerkt. Dagegen ist das Problem "Weizen" vergleichsweise niedlich. Zur Not machen wir die Nudeln halt aus Kartoffeln..., künstlich einzeln von Hand befruchtet natürlich, weil Bienen gibts dann ja keine mehr. @Patric_Bateman: Malz gedeiht prächtig bei Brauereien in großen kupfernen Kesseln. In denen ists schön warm und feucht...

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    Was wird von der Kartoffelpflanze nochmal gegessen?

    Und was davon wandert das nächste Jahr in die Erde? Der Samen oder eine von diesen komischen Knollen? Zum Sortenzüchten werden sie eh von Hand bestäubt.

    Aber ansonsten pflichte ich Ihnen bei. Das Bienensterben ist weitaus aktueller...

    • Kath_E
    • 18. Dezember 2012 17:36 Uhr

    Sicherlich ist das Bienensterben ein größeres Problem als ein Einbruch beim Weizenanbau. Aber das ist kein Grund, nicht auch über andere Veränderungen zu schreiben, die auf uns zukommen. Dass Pasta teurer wird, ist nicht lebensbedrohlich, aber der Aufhänger kann helfen, ein Bewusstsein (zumindest bei Pastaliebhabern) zu schaffen - Bewusstsein, das für einen Verhaltenswandel notwendig ist.
    Offenbar ist bei Weitem noch nicht überall angekommen, dass es einen Klimawandel gibt, der das Leben auf der Erde verändert. Und den man nicht mit Geld und Öl beseitigen kann.

  6. "Aber hey, wenigstens hatten wir noch unseren Urlaub in Mallorca. Dafür nehmen wir doch das Aussterben der Menschheit gerne in Kauf."

    Ich habe Neuigkeiten für Sie. Die menschliche Spezies wird sowieso irgendwann aussterben. Keine Spezies wird für immer dominant sein auf diesem Planeten. Das zeigt auch die Geschichte. Sie denken, der Mensch kann beeinflussen wann er (als Spezies) von der Bildfläche verschwindet. Ich bin da anderer Meinung. Deshalb muss ich Ihrem Post umbedingt beipflichten. Man sollte sich die Welt anschauen bevor es zu spät ist. Mallorca muss man vielleicht nicht häufiger als 1x besuchen.

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