Euro-KriseRating-Agentur senkt Zyperns Kreditwürdigkeit

Die Verhandlungen für ein Hilfsprogramm für Zypern verlaufen zu schleppend, meint die Rating-Agentur Standard & Poor's. Deshalb sei das Land nun weniger kreditwürdig. von afp, dpa und reuters

Die Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Zyperns um zwei Stufen gesenkt. Die Bonitätsnote sei von B auf CCC+ reduziert worden, teilte S&P mit. Zuletzt hatte die Agentur die Kreditwürdigkeit Zyperns Mitte Oktober gleich um drei Stufen gesenkt. Schon damals war eine mögliche weitere Herabstufung angekündigt worden.

Die sehr schlechte Bewertung dürfte die Finanzierung des Landes über die Märkte noch mehr erschweren. Zypern ist aufgrund seines starken Engagements bei griechischen Banken in die Krise geraten und steckt in einer Rezession.

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Im Juni hatte das Land 17,5 Milliarden Euro aus dem Euro-Rettungsschirm ESM beantragt. Auch der Internationale Währungsfonds IWF soll beteiligt werden. Allerdings verlaufen die Verhandlungen dazu schleppend. Das nahm nun Standard & Poor's zum Anlass für die Abwertung.

Die Regierung in Nikosia reagierte gelassen auf den Schritt der Rating-Agentur. Die Senkung der Kreditwürdigkeit habe "keine substanzielle Bedeutung", weil Zypern seit zwei Jahren keine Kredite mehr am Kapitalmarkt besorge, sagte Zyperns Finanzminister Vassos Shiarly dem staatlichen Sender RIK.

Juncker lehnt Schuldenschnitt ab

Die Süddeutsche Zeitung hatte am Donnerstag berichtet, dass der IWF einen Schuldenschnitt für Zypern fordere. Die EU aber lehnt das ab. "Wir haben abgemacht und das auch in die halbe Welt hinausposaunt, dass wir nur ausnahmsweise im Falle Griechenlands einen Schuldenschnitt machen werden, der den Privatsektor beträfe", sagte der Chef der Euro-Gruppe Jean-Claude Juncker .

Zyperns Präsident Dimitris Christofias lehnte einen Schuldenschnitt ebenfalls ab. "Zypern wird dem nicht zustimmen", sagte er dem Sender RIK.

Etwas weniger strikt formulierte die Europäische Zentralbank EZB ihr Nein zum Schuldenschnitt: Die Frage stelle sich derzeit nicht, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen der ARD . Der Finanzbedarf des Landes sei noch unklar. Zugleich kündigte er ein umfangreiches Reformprogramm für das Land an, ähnlich dessen für Griechenland. Asmussen forderte Zypern auf, auch mit anderen Ländern Gespräche über Finanzhilfen zu führen. In der Vergangenheit hatte Russland dem Mittelmeerstaat Kredite gegeben .

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Leserkommentare
  1. schwadronieren unsere Politiker. Dabei übersehen sie anscheinend den Zug, der in der EU auf uns zu rast. Wenn es dann Rumms macht, kommt die Phrase: „Das konnte man nicht vor-aussehen".

    • NoG
    • 21. Dezember 2012 12:38 Uhr

    dann braeuchte man sich nicht sinnlos mit scheindiskussionen wie "schuldenschnitt: ja/ nein?" beschaeftigen.

    aber dann kommt wieder die domino-theorie: faellt zypern, faellt der euro, faellt europa...

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    • scoty
    • 21. Dezember 2012 14:06 Uhr

    zumindestens wird das offiziell so angekündigt

    " fällt Zypern, fällt der Euro, und das führt zum Fall Europa`s "

    inoffiziell wird es heißen

    " wir dürfen Zypern nicht den Russen überlassen "

    Die Oligarchen sind nur der Vorhut und wenn Zypern aus der EU rausfliegen sollte wird Zypern Syrien`s Platz übernehmen.

    • KHans
    • 21. Dezember 2012 13:09 Uhr

    Manuel Baraoso und das Europäische Parlament befürworten Eurobonds. Der Staat als Spielmasse von Zockern, das ist lebensbedrohliches Gift.
    Ich stimme Eurobonds zu. Und wir brauchen eine staatliche Europäische Ratingagentur, die nicht Privatinteressen verfolgt.

    Wir haben ein hypertrophes und karzinomes Wirtschaftssystem. Es mangelt an staatlichem Handeln. Der Staat vertritt Bürger - und muß deren Wohlstand dienen. Und das am besten in einem europäischen Staatenbund.
    Wer nicht kapiert hat, daß "Märkte" gar nichts regeln und Geld nicht "arbeitet", kapiert gar nichts.

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    • kado1
    • 21. Dezember 2012 18:21 Uhr

    Es war die Droge des billigen Geldes, ca. 10 Jahre gleich niedrige Zinsen, die zu gewaltigen Verschwendungen führte, Immobilienblase,... sogar an der viel gefährlicheren Bankenkrise ist der Euro mit den niedrigen Zinsen Schuld. Damit Bankster weiter hohe Gewinne machen konnten, vergaben sie Kredite mit hohem Ausfallrisiko, inzwischen haben allein die Banken der GIIPS 9,2 Bill. Schulden. Mit niedrigen Zinsen unterbleiben Reformen, nur ganz kurz geht es gut, dann haben sich die Probleme potenziert, uns kosten Eurobonds mindestens 47 Mrd Zinsen / Jahr mehr.
    Man feierte Party auf Pump, vertraute das D den Euro stabil hält.
    Bald platzt noch die 800 Mrd Target-2 Schuldscheinblase, dann kommen vorerst 190 Mrd ESM für uns hinzu. Rechnen Sie mir einmal vor, wie das reichen soll, E,I,UK, F werden ihre Mrd nicht einzahlen können, wer dann, der dumme D?
    Das Fehlkonstrukt brachte genau das Gegenteil und ein weiteres Hauptproblem verschärft sich, die völlig unterschiedlichen Stücklohnkosten, immer mehr Pleiteländer kommen immer schneller hinzu,können nicht abwerten trotz Transfer-Mrd.
    Wir schneiden uns mit dem gewaltigen Exportüberschuss ins eigene Fleisch, verschärfen die Krise enorm.
    Mit sehr vielen Schuldenschnitten wir das sehr schmerzhaft der kleine d. Steuerzahler bezahlen, was uns Grössenwahnsinnige beschert haben. EU-UdSSR-Träumern sei gesagt, das wären um Potenzen noch mehr Transfer-Mrd, ist unbezahlbar bei über 2 Bill. eigenen Schulden, schaut es an, woran es in D alles mangelt.

  2. doch ihre Inkasso-Unternehmen zu den zypriotischen Banken und Bankern schicken. Vielleicht ein erster Schritt zu einer wirkungsvollen Regulierung der Finanzindustrie.

    • scoty
    • 21. Dezember 2012 14:06 Uhr

    zumindestens wird das offiziell so angekündigt

    " fällt Zypern, fällt der Euro, und das führt zum Fall Europa`s "

    inoffiziell wird es heißen

    " wir dürfen Zypern nicht den Russen überlassen "

    Die Oligarchen sind nur der Vorhut und wenn Zypern aus der EU rausfliegen sollte wird Zypern Syrien`s Platz übernehmen.

    Antwort auf "no bailout"
  3. Nur Zypern selbst kann eine Krerditwürdigkeit verspielen.

    Eine Ratingagentur kann jedoch nur das Rating von Zyperns Kreditwürdigkeit verändern, nicht aber die Kreditwürdigkeit selbst.

    • kado1
    • 21. Dezember 2012 18:21 Uhr

    Es war die Droge des billigen Geldes, ca. 10 Jahre gleich niedrige Zinsen, die zu gewaltigen Verschwendungen führte, Immobilienblase,... sogar an der viel gefährlicheren Bankenkrise ist der Euro mit den niedrigen Zinsen Schuld. Damit Bankster weiter hohe Gewinne machen konnten, vergaben sie Kredite mit hohem Ausfallrisiko, inzwischen haben allein die Banken der GIIPS 9,2 Bill. Schulden. Mit niedrigen Zinsen unterbleiben Reformen, nur ganz kurz geht es gut, dann haben sich die Probleme potenziert, uns kosten Eurobonds mindestens 47 Mrd Zinsen / Jahr mehr.
    Man feierte Party auf Pump, vertraute das D den Euro stabil hält.
    Bald platzt noch die 800 Mrd Target-2 Schuldscheinblase, dann kommen vorerst 190 Mrd ESM für uns hinzu. Rechnen Sie mir einmal vor, wie das reichen soll, E,I,UK, F werden ihre Mrd nicht einzahlen können, wer dann, der dumme D?
    Das Fehlkonstrukt brachte genau das Gegenteil und ein weiteres Hauptproblem verschärft sich, die völlig unterschiedlichen Stücklohnkosten, immer mehr Pleiteländer kommen immer schneller hinzu,können nicht abwerten trotz Transfer-Mrd.
    Wir schneiden uns mit dem gewaltigen Exportüberschuss ins eigene Fleisch, verschärfen die Krise enorm.
    Mit sehr vielen Schuldenschnitten wir das sehr schmerzhaft der kleine d. Steuerzahler bezahlen, was uns Grössenwahnsinnige beschert haben. EU-UdSSR-Träumern sei gesagt, das wären um Potenzen noch mehr Transfer-Mrd, ist unbezahlbar bei über 2 Bill. eigenen Schulden, schaut es an, woran es in D alles mangelt.

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