Entwicklungszusammenarbeit : Der Westen muss in Afrika für seine Werte eintreten
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Wachstumsmärkte liegen in Afrika

Was ist die Lehre aus alldem? Die neuen Akteure in Afrika, die sogenannten emerging donors, müssen noch stärker in den Blick genommen werden. Erste Versuche, Indien, China und Brasilien im Rahmen der OECD zu gemeinsamen Verpflichtungen in der Entwicklungszusammenarbeit zu bewegen, gestalten sich aber schwierig. In das Regelwerk der Industrieländer wollen sie sich nicht zwängen lassen.

Erst der Wertebezug macht die Entwicklungspolitik aber glaubwürdig. Deshalb sollte der Westen die neuen Geber bei ihrem wirtschaftlichen Engagement in Afrika dort unterstützen, wo es der lokalen Bevölkerung nützt. Er sollte es dort ergänzen, wo das Engagement Brasiliens, Chinas und Indiens Lücken zeigt, also im Bereich Demokratie, Menschenrechte und Stärkung der Zivilgesellschaft. Und der Westen sollte die Politik der neuen Player deutlich kritisieren, wenn sie den Menschen schadet. Dies gilt vor allem bei der Missachtung von Standards und bei Partnerschaften mit autokratischen Regierungen, die glauben, dem eigenen Volk keine Rechenschaft schuldig zu sein.

Afrika muss klare Spielregeln vorgeben

Die Wachstumsmärkte liegen in Afrika. Damit die Bevölkerungen von dieser Entwicklung profitieren, müssen sie von ihren Regierungen verlangen, dass sie den neuen Geldgebern klare Spielregeln vorgeben. Statt die Rohstoffe nur zu exportieren, braucht Afrika vor allem lokale Weiterverarbeitung und Wertschöpfung. Hier sollte auch Deutschland helfen, mit dem Transfer von Know-how und Technologie.

Auch der Westen hat bei seiner Afrikapolitik nicht immer das Wohl der Menschen im Auge gehabt. Doch genau daraus sollten die afrikanischen Staaten lernen und gegenüber Brasilien, China und Indien klar und selbstbewusst ihre Interessen artikulieren. Südafrikas Präsident Jacob Zuma sagte beim China-Afrika Gipfel im Juli vergangenen Jahres, man dürfe die Fehler aus der Kolonialzeit nicht wiederholen. Ungleiche Handelsbeziehungen zu China seien nicht tragfähig.

Deshalb ist es im strategischen Interesse des Westens, Afrikas Staaten zu gleichwertigen Partnern in den Wirtschaftsbeziehungen zu allen Gebern zu machen.  

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Kommentare

41 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

Zu 1: Afrikas Entwicklung bleibt fraglich! 1/2

Afrika war im kalten Krieg aufgeteilt zwischen Ost und West. Die Geldgeber unterstützten JEDE Regierung, die dem Lager treu blieb. Während die Gegenseite eine Opposition unterstützte oder aufbaute, was zu den Stellvertreterkriegen in Afrika führte. Das könnte sich jetzt leider in einer multipolaren Konstellation Westen gegen BRICS wiederholen.

In den 60ern und 70ern gab es schon die Diskussion um ein Moratorium der Entwicklungshilfe, weil viele Projekte nur erfolgreich waren, solange sie von Entwicklungshelfern geleitet wurden. Nach den Übergaben führte die Korruption und Armut zur Zerstörung der Projekte. Dieser Gedanke ist also uralt!

Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks gab es eine Zeit der Hoffnung für Afrika. Es gab eine herangewachsene, gebildete Elite in Afrika, die auch in der BRD/DDR ausgebildet wurden. Andererseits ist der durchschnittliche Korruptionsindex 2009 bei 2,9 (Europa: 5,8; EU: 6,3). Deshalb forderte man gute Regierungsführung neben Demokratie und Menschenrechten.

Ein erfolgreiches Beispiel ist der Aufbau eines Rechnungshofes in Mosambik. Wie beschrieben verbessert das den Nutzen der Entwicklungshilfe sehr deutlich.
http://www.zeit.de/politi...

Das droht von China unterlaufen zu werden, weil sie auch mit schlechten Regierungen zusammenarbeiten. Wenn die Chinesen abziehen, wird die Infrastruktur infolge Korruption verfallen. China agiert heute wie Europa früher.

Zu 1: Afrikas Entwicklung bleibt fraglich! 2/2

Viele Kommentatoren unterscheiden leider nicht zwischen staatlichem Handeln der westlichen Regierungen und dem Handeln der multinationalen Konzerne. Konzerne betreiben Gewinnmaximierung mit nationalen Regeln. Dafür sind die afrikanischen Regierungen zuständig. Aber Antiimps machen die europäischen Regierungen verantwortlich. Dabei übersehen sie, dass wie im Fall der Abschaffung des Sklavenhandels die europäischen Staaten auch ihr nationales bzw. internationales Recht fortentwickeln.

Wenn Shell in den NL für Taten in Nigeria verurteilt wird, dann können analog chin. Firmen in China verurteilt werden. Wann wird das wohl geschehen?
http://derstandard.at/135...

Entwicklungshilfe können NGOs auch in schwachen Staaten leisten und den Menschen Vorteile bringen. So entwickeln Malier dürreresistente Getreidesorten mit franz. Hilfe. Madegassen erhöhen die Reisproduktion bei geringerem Wasserbedarf und weniger Treibhausgasentwicklung. Das ist Technologieweitergabe! Aber bei Ressourcenausbeutung verlieren sie.

Das Problem dieser Staaten bleibt aber die Korruption und möglicherweise diktatorische Regierungen, die sich nicht um die Entwicklung des Landes kümmern wie in Nigeria. Das Ziel der westlichen Entwicklungspolitik muss also gute Regierungsführung bleiben.

Erst mit gute Regierungsführung, Demokratie und Menschenrechten wird sich Afrika entwickeln können, weil sie die besten Angebote für sich als Staaten nutzen können.

Das Märchen der Westlichen Entwiklungshilfe

Die sogenannten Werte Die unsere Politiker ständig als Ideologischen Steigbügelhalter missbrauchen um neue Abhängigkeiten zu schaffen, erscheint schon ein wenig unglaubwürdig, so lang Kinder in Afrika Diamanten schürfen um sich vom Lohn nicht mal ein T-shirt, (was von "Hilfsorganisationen" mit Ihren Altkleidercontainern in Tonnen zu Dumping preisen nach Selektion der zumutbaren Wahre auf den Afrikanischen Markt geworfen wird, um die Regionale traditionelle Textil zu Zerstören) leisten zu können.

Kampfeinsätze gegen Fischer in Somalia im Rahmen der sogenannten "Piratebekämpfung" nachdem deren Fischbestände durch Westliche Fischtrawler leer gefischt wurden und das Land als Freiluft Gorleben missbraucht wurde, lassen mich auch keine Nachhaltigkeit erkennen, außer für Reedereien.

Westliche Diffamierungs Politik 3.0, immer schön mit dem Finger auf die BRICS Staaten zeigen und sich selbst auf führen wie der Teufel in Prada.

"confessions of an economic hitman" interessante Lektüre zu dem Thema

http://de.wikipedia.org/w...