Erneuerbare EnergienChina könnte bei Altmaiers Energiewende-Klub mitmachen

Der Umweltminister bemüht sich offenbar darum, China in seinen Energiewende-Klub aufzunehmen. Ein überraschendes Bündnis, denn China ist größter Klimasünder weltweit.

Arbeiter in einer Fabrik in China

Arbeiter in einer Fabrik in China  |  © Reuters

Bei dem von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) geplanten Klub der Energiewendestaaten könnte auch der derzeit größte Klimasünder China mitmachen. "Wir haben eine exzellente bilaterale Zusammenarbeit mit China und die werden wir in Zukunft auch weiter ausbauen", sagte Altmaier nach einem ersten Gespräch mit Gesandten aus sieben Staaten über die Grundlagen eines solchen Bündnisses in Abu Dhabi.

An dem Treffen nahmen neben dem Vizechef von Chinas Energiebehörde, Liu Qi, auch Vertreter aus Großbritannien, Frankreich, Südafrika, Tonga, Marokko und Dänemark teil. Allerdings wurde Stillschweigen und Vertraulichkeit über die konkreten Verabredungen vereinbart. In den nächsten Wochen sollen die konkreten Teilnahmebedingungen bestimmt werden.

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Altmaier sagte lediglich: "Es gab ein vertrauliches Abendessen mit Ländern aus allen wesentlichen Regionen der Welt, die beim Ausbau erneuerbarer Energien vorangehen." Er wies die Befürchtung zurück, dass das Ganze nur eine Plauderrunde werde. Der Klub würde parallel zur internationalen Agentur für erneuerbare Energien (Irena) arbeiten, zu deren Vollversammlung Vertreter von 136 Staaten in die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate kamen. Daher gelte es, mögliche Interessenkonflikte mit Irena-Mitgliedern zu vermeiden.

China investiert in Wind und Kohle

"Es geht auch darum, dass wir hier neue Märkte erschließen und unsere Industrien in diesem Bereich unterstützen", sagte Altmaier. Sein Ziel sei, dass sich besonders wichtige Länder mit dem Klub diesem Thema besonders stark verschreiben.

Zuvor hatte China mit Deutschland bereits eine Absichtserklärung zu einer stärkeren Kooperation beim Ausbau erneuerbarer Energien unterzeichnet und so Bereitschaft für mehr Zusammenarbeit gezeigt. Das Land installierte 2011 Windparks mit 18.000 Megawatt Leistung – rund die Hälfte der damals weltweit neu hinzugekommenen Windenergieleistung. Zugleich werden in China aber auch 70 Prozent aller neuen Kohlekraftwerke gebaut, was derzeit zu starkem Smog führt.

Der Grünen-Energiepolitiker Hans-Josef Fell sagte am Rande der Konferenz, es sei eine wichtige Botschaft, dass sich China stärker engagieren wolle. "Der Energiesektor ist der Hauptemittent von Kohlendioxid." Erneuerbare Energien seien daher der entscheidende Ansatz im Kampf gegen den Klimawandel. "Sie sind heute schon oft günstiger als Kohle und Atom bei Neuinvestitionen", sagte Fell, der in Deutschland das Erneuerbare-Energien-Gesetz unter Rot-Grün mit erarbeitet hatte. "Wenn man sieht, dass die Klimaschutzverhandlungen nicht vorankommen, dann kann es eine gute Aktion sein." Es sei wichtig, die Abhängigkeit von Kohle und Öl zu beenden, sagte Fell.

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Leserkommentare
  1. Die andere ist die, dass es ihr Wachstum nicht gefährden würde. Siehe hierzu Kanadas Abschied vom Kyoto-Protokoll. Sobald es finanziell lohnt auszusteigen und im Umkehrschluss finanziell schadet mit dabei zu bleiben, werden Staaten sich wieder verabschieden oder gar nicht erst bei solchen Beschlüssen mitmachen.

    Auf zu neuen Ölsanden heisst es da jetzt. Und wenn die Privilegien Russlands (vorzeitige Erreichung der Ziele aufgrund geografischer Veränderungen) erstmal ausgelaufen sind und 'härtere' Schritte nötig werden, wird auch dieses Land Adieu sagen.

  2. Das reimt zwar, stimmt aber nicht.

    OK, wahrscheinlich wieder original von der dpa übernommen.

    Nochmal ganz langsam zum Mitschreiben:
    Als "Klimasünder" dürfen die Staaten bezeichnet werden, bei denen die Bürger PRO KOPF überdurchschnittlich viel Energie verbrauchen.

    Und da liegt China - noch - weit weg von der Spitze.

    Aber auch nur, weil sehr viele Chinesen aus ökonomischen Gründen sehr wenig Energie verbrauchen.

    Ich habe keine große Lust, erst noch lange zu googeln, aber ziemlich weit vorne dürften nach wie die USA liegen.

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    Als "Klimasünder" dürfen die Staaten bezeichnet werden, bei denen die Bürger PRO KOPF überdurchschnittlich viel Energie verbrauchen.

    Und da liegt China - noch - weit weg von der Spitze.

    Das ist leider nicht ganz korrek.

    Ein Zitat von Spiegel:

    "Chinas Pro-Kopf-Ausstoß auf dem Niveau der EU

    China ist für etwa 24 Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich und damit der größte Luftverschmutzer der Welt.

    Zwar liegt Chinas Pro-Kopf-Ausstoß - der gern als Maß des individuellen Wohlstands herangezogen wird - weiterhin deutlich unter dem der USA.

    Allerdings steigt er rapide, hat inzwischen das Niveau in der EU erreicht und dürfte es demnächst übersteigen."

    http://www.spiegel.de/wis...

  3. Was sie sagen gilt um so mehr, wenn man sich bewußt macht, dass Nachhaltigkeit im Eigentlichen Sinne des Wortes , weltweit längst nicht mehr umsetzbar ist..

    Jetzt schon liegen wir oberhalb der langfristigen (nachhaltigen) tragfähigkeit des Planeten, dessen Footprint wir vor über zwanzig Jahren hinter uns ließen..

    der Begriff dafür seit vierzig Jahren bekannt ist "Overshoot". Danach kann ein Weg zur Nachhaltigkeit nur noch durch eine Rückführung und Schrumpfung zu den Langfristig vertretbaren Grenzen der Ökosphäre erreicht werden..

    Doch Leider ... Overshoot bedeutet auch eine Erosion des verfügbaren ökologichen kapitalstocks. wie man an der reduktion der weltweiten Ess-fischbestände auf nur noch 25 % deutlich ablesen kann.

    Der Smog in Peking übrigens ist nicht nur Chinas Smog, sondern die Abluft der in den Konsumgesellschaften nicht mehr produzierten Waren und Güter, deren Produktion wir freudig externalisiert haben...

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "nachhaltig."
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    "... Nachhaltigkeit im Eigentlichen Sinne des Wortes , weltweit längst nicht mehr umsetzbar ... "

    Das ist auch genau meine Meinung. Zudem stellt sich die Frage, wieso sollte man den Verbrauch von Ressourcen, egal welchen (Wasser, Öl, Gas, Fleisch, Weizen, etc.) kontingentieren oder wie in diesem Fall rationieren? Das widerspricht doch jeglicher Marktlogik. Das Gut und die jew. Menge bekommt nun mal der, der am meisten bereit ist dafür zu bezahlen. Natürlich darf es nicht ausufern, sodass ganze Landstriche verhungern wegen unserem hohen Fleischkonsums. Aber solange wir immer noch so viel Essen einfach ungesehen wegwerfen, sehe ich noch deutliches Optimierungspotential in der Verwendung der Nahrungsmittel und nicht primär in der Produktion.

    Was nebenbei bemerkt von den Verfechtern der Theorie, dass jedem Menschen auf der Welt das gleiche Mass an Ressourcen zustehen sollte, ignoriert wird ist die Tatsache, dass sie damit der Umwelt sicher keinen Gefallen tun. Es würde nämlich zu einer abgewandelten Form eines Carbon Leakage kommen, da nun mehr Energie dort verbraucht wird (3. Welt), wo sie umweltzerstörend und ineffizient produziert wird und weniger dort, wo dies deutlich umweltschonender und effizienter passiert.

  4. Als "Klimasünder" dürfen die Staaten bezeichnet werden, bei denen die Bürger PRO KOPF überdurchschnittlich viel Energie verbrauchen.

    Und da liegt China - noch - weit weg von der Spitze.

    Das ist leider nicht ganz korrek.

    Ein Zitat von Spiegel:

    "Chinas Pro-Kopf-Ausstoß auf dem Niveau der EU

    China ist für etwa 24 Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich und damit der größte Luftverschmutzer der Welt.

    Zwar liegt Chinas Pro-Kopf-Ausstoß - der gern als Maß des individuellen Wohlstands herangezogen wird - weiterhin deutlich unter dem der USA.

    Allerdings steigt er rapide, hat inzwischen das Niveau in der EU erreicht und dürfte es demnächst übersteigen."

    http://www.spiegel.de/wis...

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    Norbert.

    China ist nicht der "größte Klimasünder weltweit"

    Noch nicht....

    Die wirklichen Klimasünder sind, mal wieder, bei Wikipedia gelistet.(http://de.wikipedia.org/w...)

    Dort übrigens mit halbwegs nachprüfbaren Zahlen.

    Man braucht dann nicht mehr auf das vollmundige Geschwafel eines Journalisten verlinken, der im ersten Satz Peking als eine der dreckigsten Städte der Welt bezeichnet.

  5. Die meinen, dass weiteres Wachstum allen Menschen Wohlstand bringen wird. Die glauben, Wachstum und dazu exponentielles könne noch ein paar Jahrzehnte anhalten. Die meinen, wir hätten noch massenhaft Rohstoffe und Energierohstoffe um dieses Wachstum überhaupt zu befeuern. Die glauben, der menschliche Geist, nicht die Begrenztheit dieses Planeten oder der Naturgesetze, sei der einzige beschränkende Faktor. Die hoffen, lienare mechanistische Ressourcenmanagement-methoden die auf die Maximierung einzelner Ökosystemkomponenten, im Dienst einer einzigen Spezies dienen, könnten immer und dauerhaft die Dynamik komplexer sich selbst organisierender Systeme Ignoriern,die jedoch bei Monokulturen und Überbeanspruchung (in der wirklichen Welt) zu regelmäßigen Kollapsen führen.

    Antwort auf "Absolut lächerlich"
  6. diese Erkenntnis vorrausgesetzt, wird China wesentlich effektiver schneller und Radikaler die Erneuerbaren umsetzen können als Langsame und auf Kompromisse angewiesene Demokratien.

    Bei allen Vorteilen der Demokratien und langsamer Entscheidungsfindungen haben wir hier ein Problem mit der dringlichkeit der notwendigen Veränderungen.

    Antwort auf "Schmarrn"
  7. "... Nachhaltigkeit im Eigentlichen Sinne des Wortes , weltweit längst nicht mehr umsetzbar ... "

    Das ist auch genau meine Meinung. Zudem stellt sich die Frage, wieso sollte man den Verbrauch von Ressourcen, egal welchen (Wasser, Öl, Gas, Fleisch, Weizen, etc.) kontingentieren oder wie in diesem Fall rationieren? Das widerspricht doch jeglicher Marktlogik. Das Gut und die jew. Menge bekommt nun mal der, der am meisten bereit ist dafür zu bezahlen. Natürlich darf es nicht ausufern, sodass ganze Landstriche verhungern wegen unserem hohen Fleischkonsums. Aber solange wir immer noch so viel Essen einfach ungesehen wegwerfen, sehe ich noch deutliches Optimierungspotential in der Verwendung der Nahrungsmittel und nicht primär in der Produktion.

    Was nebenbei bemerkt von den Verfechtern der Theorie, dass jedem Menschen auf der Welt das gleiche Mass an Ressourcen zustehen sollte, ignoriert wird ist die Tatsache, dass sie damit der Umwelt sicher keinen Gefallen tun. Es würde nämlich zu einer abgewandelten Form eines Carbon Leakage kommen, da nun mehr Energie dort verbraucht wird (3. Welt), wo sie umweltzerstörend und ineffizient produziert wird und weniger dort, wo dies deutlich umweltschonender und effizienter passiert.

    Antwort auf "Nachhaltig... Ja!!"
  8. Dass im Weltenergiemix, Atomstrom gerade mal um die 5% ausmacht..

    Würden wir der Kohle und dem Gas für die GEsamtenergieerzeugung abschwören, da wir so ja theoretisch Co2 neutral würden, dann wären die Welt Uranvorräte in wenigen Jahren, nicht Jahrzehnten endgültig erschöpft.

    Und Kraftwerke der 4. Generation ? Interessanter Ansatz aber zu spät auf dem Spielfeld mit Peak Oil vor der Nase. Und zudem ahnt niemand welche Unwägbarkeiten die mit sich bringen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte China | Peter Altmaier | CDU | Bundesumweltminister | Klimawandel | Kohle
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