Die Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs in Athen haben aus Protest ihre Arbeit niedergelegt. In der griechischen Hauptstadt fuhren am Neujahrstag keine U-Bahnen und keine Stadtbahnen. Der Streik ist auf 24 Stunden angesetzt. Die Auswirkungen des Streiks halten sich jedoch in Grenzen. Nach den Silvesterfeiern sind nur wenige Menschen in der Stadt unterwegs.

Mit ihrem Streik wollen die Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs gegen Gehaltskürzungen und Sparmaßnahmen der Regierung protestieren. Im Rahmen des griechischen Sparprogramms wurden die Gehälter aller Beschäftigten in staatlichen und öffentlich-rechtlichen Unternehmen zum 1. Januar mit den Einkommen der Staatsbediensteten gleichgestellt. Das habe Einkommensverluste von bis zu 25 Prozent zur Folge, teilten die Gewerkschaften mit.

Samaras kündigt weitere Entbehrungen an

Am Abend zuvor hatte der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras in seiner Neujahrsansprache die Bevölkerung auf ein weiteres entbehrungsreiches Jahr eingestellt. 2013 werde "kein leichtes Jahr sein". Ziel der Regierung sei es, die Wirtschaft wieder anzukurbeln, damit die Menschen Arbeit finden könnten. In der vom staatlichen griechischen Fernsehen ausgestrahlten Ansprache sagte Samaras, Griechenland habe unter den Fehlern der Vergangenheit einen Schlussstrich gezogen. "Wir haben 2012 mit der Vergangenheit abgerechnet. 2013 werden wir die Wette um die Zukunft (des Landes) gewinnen", sagte Griechenlands Ministerpräsident.

Das griechische Sparprogramm läuft bereits seit mehreren Jahren und soll das hochverschuldete Land aus der Krise führen.  Die Sparmaßnahmen, zu denen Lohn- und Rentenkürzungen sowie Steuererhöhungen gehörten, sind zudem Voraussetzung für den Erhalt internationaler Finanzhilfen. Erst vor wenigen Wochen hatte die Euro-Gruppe nach mehrmonatigen Verhandlungen ein weiteres Hilfspaket für Griechenland in Form von Notkrediten über 49,1 Milliarden Euro freigegeben.