SparprogrammU-Bahnfahrer legen Athens Nahverkehr lahm

Der öffentliche Nahverkehr in Athen steht für 24 Stunden still: Die Mitarbeiter der U-Bahn wollen sich mit dem Streik gegen die Kürzung ihrer Gehälter wehren.

Ein Mann auf einem U-Bahnhof in Athen während eines Streiks der U-Bahnfahrer im Dezember 2012

Ein Mann auf einem U-Bahnhof in Athen während eines Streiks der U-Bahnfahrer im Dezember 2012  |  © Orestis Panagiotou/dpa

Die Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs in Athen haben aus Protest ihre Arbeit niedergelegt. In der griechischen Hauptstadt fuhren am Neujahrstag keine U-Bahnen und keine Stadtbahnen. Der Streik ist auf 24 Stunden angesetzt. Die Auswirkungen des Streiks halten sich jedoch in Grenzen. Nach den Silvesterfeiern sind nur wenige Menschen in der Stadt unterwegs.

Mit ihrem Streik wollen die Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs gegen Gehaltskürzungen und Sparmaßnahmen der Regierung protestieren. Im Rahmen des griechischen Sparprogramms wurden die Gehälter aller Beschäftigten in staatlichen und öffentlich-rechtlichen Unternehmen zum 1. Januar mit den Einkommen der Staatsbediensteten gleichgestellt. Das habe Einkommensverluste von bis zu 25 Prozent zur Folge, teilten die Gewerkschaften mit.

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Samaras kündigt weitere Entbehrungen an

Am Abend zuvor hatte der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras in seiner Neujahrsansprache die Bevölkerung auf ein weiteres entbehrungsreiches Jahr eingestellt. 2013 werde "kein leichtes Jahr sein". Ziel der Regierung sei es, die Wirtschaft wieder anzukurbeln, damit die Menschen Arbeit finden könnten. In der vom staatlichen griechischen Fernsehen ausgestrahlten Ansprache sagte Samaras, Griechenland habe unter den Fehlern der Vergangenheit einen Schlussstrich gezogen. "Wir haben 2012 mit der Vergangenheit abgerechnet. 2013 werden wir die Wette um die Zukunft (des Landes) gewinnen", sagte Griechenlands Ministerpräsident.

Das griechische Sparprogramm läuft bereits seit mehreren Jahren und soll das hochverschuldete Land aus der Krise führen.  Die Sparmaßnahmen, zu denen Lohn- und Rentenkürzungen sowie Steuererhöhungen gehörten, sind zudem Voraussetzung für den Erhalt internationaler Finanzhilfen. Erst vor wenigen Wochen hatte die Euro-Gruppe nach mehrmonatigen Verhandlungen ein weiteres Hilfspaket für Griechenland in Form von Notkrediten über 49,1 Milliarden Euro freigegeben.

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Leserkommentare
  1. es wird nicht mehr lange dauern und die griechen holen sich ihr land zurück. :-) viel glück. hier bei uns wird es wohl noch etwas dauern.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...wird man nichts schaffen. Griechenland ist von Einfuhren abhängig. Wenn die nichts erwirtschaften, dann gehen sie alle mangels Öl zu Fuß oder reiten, wie früher auf dem Esel! Ratio: Ein Steik nützt da, wo was zu holen ist. Was ist denn von U-Bahn-Benutzern zur Zeit in Greichenland noch zu holen? Also streikt weiter, dann hilft das wenigstens der CO2-Bilanz!

    • Hokan
    • 01. Januar 2013 18:05 Uhr

    Alltenthalben die gleichen verlogenen Floskeln zu Weihnachten - Griechenlands Samaras macht da keine Ausnahme:

    "Wir haben 2012 mit der Vergangenheit abgerechnet. 2013 werden wir die Wette um die Zukunft (des Landes) gewinnen"

    Weder ist mit der Vergangenheit abgerechnet worden - denn dann wären Verwaltung, speziell die Steuerverwaltung, funktionstüchtig gemachte worden und die Steuerpflicht der steuerflüchtigen Oberklasse nach den Vorbild der USA an die Nationalität gekoppelt worden -, noch wird 2013 die griechische Zukunft gewonnen werden - höchstens die, die der griechische Vergangenheit aufs Haar ähnelt. Wenn 2013 Wetten gewonnen werden, dann dann die der Zocker in Politik und Finanzwelt.

    Die griechischen Eisenbahner werden noch häufig streiken müssen. Dass allerdings der griechische Normalbürger im eigenen Land und in Europa gehört werden wird, bleibt ohne eine starke Linksregierung eine leere Hoffnung.

    3 Leserempfehlungen
  2. wenn etwas gekürzt wird, wie im obigen Artikel die Gehälter, dann schreibt bitte auch gekürzt und nicht:

    'wurden die Gehälter aller Beschäftigten in staatlichen und öffentlich-rechtlichen Unternehmen zum 1. Januar mit den Einkommen der Staatsbediensteten gleichgestellt.'

    Man hätte auch schreiben können: wurden die Gehälter nach unten angepaßt und gekürzt. Das kleine Wörtchen gleichgestellt sagt in meinen Augen leider nichts aus, wenn man die Sachlage nicht selber kennt.

    4 Leserempfehlungen
    • scoty
    • 01. Januar 2013 19:05 Uhr

    " Ex-Minister droht Anklage wegen Cousinen-Connection "

    http://www.spiegel.de/wir...

    " Samaras: Griechenland habe unter den Fehlern der Vergangenheit einen Schlussstrich gezogen. "

    Hr. Samaras sollte alle Radiergummis an sich nehmen.

  3. ...wird man nichts schaffen. Griechenland ist von Einfuhren abhängig. Wenn die nichts erwirtschaften, dann gehen sie alle mangels Öl zu Fuß oder reiten, wie früher auf dem Esel! Ratio: Ein Steik nützt da, wo was zu holen ist. Was ist denn von U-Bahn-Benutzern zur Zeit in Greichenland noch zu holen? Also streikt weiter, dann hilft das wenigstens der CO2-Bilanz!

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "ja ja ..."
  4. tut mir leid sie entäuschen zu müssen aber das hat nichts mit irgendwelchen ideologien zu tun, weder rechts noch links. ich finds so unglaublich das immer wieder unglaublich diese poltik keule gezogen wird.

    "Also streikt weiter, dann hilft das wenigstens der CO2-Bilanz!"
    man merkt das sie nicht ganz informiert sind, denn die co2 bilanz ist miserabel, da die griechen nicht mehr mit öl heizen, da es zu teuer geworden ist. sie verbrennen alles was sie bekommen können (inkl. plastik) in ihren öfen. athen soll schon ziemlich verpestet sein.
    http://www.n-tv.de/ticker...
    hier eine notiz die meine äusserung stützt.
    also bevor sie wieder unreflektiert was von sich geben bitte erstmal schlau machen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, nf
  • Schlagworte Antonis Samaras | Bevölkerung | Arbeit | Einkommen | Fernsehen | Gehalt
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