Die Personalrochade an der Spitze der Berliner Flughafengesellschaft stößt auf Widerstand im Bund: Nach Informationen der ZEIT drängt das Finanzministerium darauf, nicht wie bisher geplant Brandenburgs Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats zu wählen.

Wie die ZEIT weiter berichtet, plädiert der Bund dafür, dass generell mehr Fachleute in das Kontrollgremium einziehen. Dies schließt damit auch dessen Vorsitz aus. "Lieber sähe man einen unabhängigen Experten aus der Wirtschaft", schreibt das Blatt.

Neben den beiden federführenden Ländern Berlin und Brandenburg ist auch der Bund an der Finanzierung des neuen Hauptstadtflughafens beteiligt und im Aufsichtsrat mit zwei Staatssekretären vertreten. Da wäre für das Finanzministerium Werner Gatzer und für das Verkehrsministerium Rainer Bomba.

Von dieser Seite sind bislang keine Vorbehalte gegen Platzeck bekannt. Ganz im Gegenteil: Bombas Chef, Verkehrsminister Peter Ramsauer von der CSU hatte dem Ministerpräsidenten viel Glück gewünscht.

Geschäftsführung und Aufsichtsrat des Airports stehen unter großem öffentlichen Druck, nachdem der Eröffnungstermin am Montag zum vierten Mal verschoben werden musste. Daraufhin kündigte Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) an, das Amt des Aufsichtsratschefs in der kommenden Woche niederzulegen und Geschäftsführer Rainer Schwarz ablösen zu lassen.