Boeing : Kein Ende der Dreamliner-Untersuchung absehbar

US-Behörden sind "sehr besorgt": Die Ursache für die Pannenserie bei den Dreamliner-Flugzeugen konnte noch nicht gefunden werden. Die Überprüfung könnte Wochen dauern.

Die Boeing-Langstreckenflugzeuge 787 Dreamliner müssen noch längere Zeit am Boden bleiben. Die US-Behörden teilten mit, dass ihre Untersuchung der jüngsten Pannenserie noch lange nicht abgeschlossen sei. Laut der Vorsitzenden der Unfalluntersuchungsbehörde NTSB, Deborah Hersman, sei bei der Prüfung der in Brand geratenen Batterie eine Reihe von Symptomen entdeckt worden, aber noch nicht die Ursache des Problems. "Das ist ein bislang nie dagewesener Vorfall. Wir sind sehr besorgt", sagte sie.

Hersman wies zahlreiche Fragen zurück, wie lange die Untersuchung noch dauern wird und wann die Dreamliner wieder fliegen werden. Luftfahrt-Experten werteten ihre Äußerungen als Anzeichen dafür, dass dies Wochen dauern könnte. Starterlaubnis muss die US-Luftverkehrsbehörde FAA geben.

Die FAA hatte in der vergangenen Woche angeordnet, alle Dreamliner in den USA am Boden zu lassen, bis die Ursachen für die Batterieprobleme geklärt sind. Boeing stoppte daraufhin die Auslieferung, setzte die Produktion aber fort.

Das Flugverbot war verhängt worden, nachdem ein Dreamliner in Japan wegen eines brennenden Lithium-Ionen-Akkus hatte notlanden müssen. Es war das erste Mal seit 34 Jahren, dass die FAA ein Verbot für alle Maschinen eines Typs aussprach. Die Behörden in Japan, Europa, Indien, Katar und Chile schlossen sich an.

Boeing baut Lithium-Ionen-Batterien ein, weil sie leichter und leistungsfähiger sind als herkömmliche Nickel-Cadmium-Batterien. Die Entwicklung des aus Leichtmaterial gebauten und damit treibstoffsparenden Dreamliners war als Meilenstein in der Luftfahrt gefeiert worden. Die Lithium-Ionen-Batterien können aber leicht heiß werden und dann Feuer fangen. In Deutschland hat bislang keine Fluggesellschaft den Dreamliner in der Flotte.

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Kommentare

11 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Einstein hat mal einen weisen Rat an alle Konstrukteure gegeben: Jedes Ding soll so einfach sein, wie möglich. Aber auch nicht einfacher!
Mir fiel dazu auch noch ein: Einfach in der Konstruktion, als wäre es von Ford&Sohn!

Vielleicht ist es dieser CO2 Fetischismus, der zu abenteuerlichen Verrenkungen führt.
ich fürchte fast, Boeing muß das ganze Ding, bezogen auf ein neues batterie-system umkonstruieren.
Ich bin gespannt auf die Reaktion von Airbus im Hinblick auf die A 350!

Überkomplexität sehe ich keine

ist der falsche Begriff.

Es liegt am ehesten an der Hektik die verbreitet wird um das neue Produkt schnellstmöglich auf den Markt zu bringen.

Alles soll gleich und sofort funktionieren, da ist einfach keine Zeit mehr für eine anständige Fehlerkontrolle.

Natürlich hilft es auch nicht, das jeder versucht die anderen Unternehmen im Preis zu drücken, denn Qualität zum Dumpingpreis wird zwar erwartet, ist aber vollkommen unrealistisch.

Für mich sind das gravierende Managmentfehler, aber da man das niemals zugeben wird, wird sich daran wohl nie etwas ändern.

Man kann nur hoffen!

Beim schon im Vorfeld vielgerühmten Dreamliner ist das Batterie-(genauer Litium-Ionen-Akku)Problem wahrscheinlich nur die aktuell sichtbare Spitze des Eisberges. Im Verlaufe dieses hoch ambitionierten Projektes mit internationaler Einbindung wurden diverse Projektmanager verschlissen, was schon auf Flattererscheinungen schließen ließ.
Wer sich im Flugzeugbau etwas auskennt, dem ist vor Augen, dass schon etliche Projekte mit dem Anspruch “Züchtung der Eierlegenden Wollmilchsau“ in die Binsen gegangen sind.
Beispiele dafür waren u.a. der einzige deutsche Großbomber im Weltkrieg 2, die He 177, die US-amerikanische Convair B 36 und der sowjetische Überschallbomber Mjassitschtew M 50. Gründe waren die randgebürstete Komplexität oder ein vergeigtes Einsatzkonzept. Man kann im Interesse - auch der Weltwirtschaft – hoffen, dass dem Dreamliner nicht ein ähnliches Schicksal blüht