Händler verkaufen ihre Waren auf den Straßen Bujumburas.© Teresa Schächter

Burundi habe in dieser Woche ein Drama erlebt – der Zentralmarkt in der Hauptstadt Bujumbura ist abgebrannt. Der Marché Central war das Herzstück Burundis, der Hauptumschlagplatz aller Waren. In der Markthalle gab es alles, was die Burunder benötigten: Von Stoffen aus Westafrika über Gebrauchsgegenstände wie Seife, Kleidung und Moskitonetze bis hin zu Nahrungsmitteln wie Tee, Kaffee, Zucker, Reis und Nudeln.

Von den meisten Dingen ist nur Asche geblieben. Am Sonntagmorgen um sechs Uhr stand der Markt komplett in Flammen. Erst zwei Stunden später trafen die Feuerwehrleute ein. Sie wurden zusätzlich durch die Menschenmassen behindert, die sich in der Zwischenzeit um das Gebäude gebildet hatten. Erst gegen Nachmittag kam ein Löschhubschrauber aus dem ruandischen Kigali zur Hilfe. Der konnte verhindern, dass das Feuer auf die Nachbargebäude – unter anderem die größte Bank des Landes und eine Tankstelle – übergriff. Die meisten Waren und Stände auf dem Markt waren zu diesem Zeitpunkt bereits zerstört.

In den vergangenen Tagen kursierten Gerüchte, das Feuer sei eine Vergeltungsaktion der islamistischen Al-Shabaab-Miliz. Diese hatte mit Anschlägen gedroht, da Burundi Soldaten für den Kampf der Afrikanischen Union gegen die Islamisten in Somalia stellt. Bislang hat sich jedoch keine Gruppierung zu dem Anschlag bekannt.

Es kann sich also schlicht um einen Unfall gehandelt haben. Zwischen den engen Gassen und Ständen in der Halle gab es viele kleine Feuerstellen, auf denen Händler ihr Essen oder ihren Tee kochten. Unabhängig von der Ursache steht fest, dass der Brand gravierende Folgen für die Wirtschaft des Landes haben wird, welches zu den zehn ärmsten Welt gehört. Die Krise fängt bei vielen der Händler an: Sie haben alle Waren in dem Feuer verloren, bei den Banken müssen sie zudem hohe Kredite für ihre Stände abbezahlen.

Preissteigerungen gibt es schon

Gilbert Niyongabo, Professor für Wirtschaft an der Université du Burundi rechnet nach dem Brand mit einer kurzfristigen Preissteigerung von fünf Prozent und einem Verlust von Steuereinnahmen von 18 Prozent. Außerdem geht Niyongabo davon aus, dass der Kurs des Burundi-Franc steigen wird, da viele Waren neu importiert werden müssen.

Schon im vergangenen Jahr gab es Preissteigerungen, die Inflation stieg auf bis zu 17 Prozent, momentan liegt sie bei 9,7. Die Burunder befürchten nicht nur höhere Preise, sondern auch Wucherkäufe und Versorgungsengpässe, vor allem bei den vielen Waren, die das Land importieren muss.