EndlagersucheBund will Atommüll-Exporte ermöglichen

Die Regierung arbeitet an einem Gesetz, das die Ausfuhr von Atommüll erlauben soll. Das könnte die Endlagersuche in Deutschland verlangsamen, befürchten Umweltschützer.

Die Bundesregierung will den Export von hoch radioaktivem Atommüll ins Ausland ermöglichen. Dazu soll das Atomgesetz geändert werden, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Ein neuer Paragraf soll regeln, wie "radioaktive Abfälle oder abgebrannte Brennelemente zum Zweck der Endlagerung" ins Ausland gebracht werden können.

Mit der Gesetzesinitiative will die Bundesregierung zwar eine EU-Richtlinie umsetzen. Allerdings befürchten Umweltschützer, dass das neue Recht dazu genutzt werden könnte, die Endlagersuche in Deutschland zu vernachlässigen.

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"Der Atommülltransfer wird legalisiert", sagte Wolfgang Ehmke von der Anti-Gorleben-Vereinigung Bürgerinitiative Umweltschutz laut Bericht. "Das ist ein Dammbruch."

Kein Vorrang für Lagerung in Deutschland?

Im Bundesumweltministerium hieß es bisher, dass das Ziel definitiv die Schaffung eines Endlagers in Deutschland sei. Die Gespräche mit SPD und Grünen über einen Konsens für eine bundesweite Endlagersuche sollen nach der Niedersachsen-Wahl ab Ende Januar wieder aufgenommen werden.

In der EU-Richtlinie ist bisher vorgesehen, Atommüll vorrangig im eigenen Land zu lagern. Laut SZ enthält die deutsche Atomgesetz-Novelle diese Formulierung nicht.

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Leserkommentare
  1. Wieviele Jahre forscht man schon?? 60 Jahre oder noch länger?? Und was ist bis jetzt herausgekommen, NICHTS!

    Mit Verlaub, an ihrer Stelle, würde ich mir über Atommüll als kommenden Rohstoff, keine Gedanken machen. Bis das so weit sein könnte, sind wir wahrscheinlich schon ausgestorben.

    Antwort auf "atommüll "
    • dj09111
    • 04. Januar 2013 14:30 Uhr

    technologien wollen entwickelt werden und werden dies auch - und zwar immer schneller. ob man jedoch bereits 60 jahre daran forscht mag ich bezweifeln. ich weiß nur, in belgien wird bereits ein demonstrationskraftwerk erichtet.

    wenn man bedenkt das die ökos immer behaupten der "müll" würde hundertausende von jahren strahlen, was sind da schon ein paar jahrzehnte forschung.

    http://www.welt.de/wissenschaft/article9637790/Atommuell-wird-in-20-Jahr...

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    Die Welt als Quelle ist ja schon echt lustig. Na ja, wenigstens ist es nicht vom Wetzel, der ja die Atomlobby in Person ist.

    Trotz allem sollten sie mal genauer lesen. Da steht nur, wenn und auch vielleicht aber niemals wird. Das sind alles nur theoretische Aussagen, die es schon zu tausenden gegeben hat. Auf so etwas sollte man sich nicht verlassen.

    Nicht umsonst, gibt es keinen einzigen privaten Investor für das belgische Mol. Wer will denn schon hunderte von Milliarden in etwas investieren, von dem er noch nicht einmal weiß ob das jemals funktionieren wird.

    Ach ja, das ist übrigens eine Forschungsanlage und kein Demonstrationskraftwerk. Hoffe das der Unterschied klar ist.

    • dj09111
    • 04. Januar 2013 14:34 Uhr
    Antwort auf "Transmutation"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sorry, aber wenn die Franzosen schon Anfang der 70er begonnen haben den Brutreaktor Superphenix zu bauen, dann ist ihre Quelle wohl nicht die beste.

    Die Forschung an der Umwandlung von Atomkernen hat eigentlich nur ein wenig später als die Erforschung der Kernenergie selbst begonnen, denn man wollte ja eine saubere und sehr effiziente Energieform erzeugen.

  2. >> Bund will Atommüll-Exporte ermöglichen <<

    ... würde doch völlig neue Perspektiven für Länder wie Griechenland schaffen [nicht!]. Eine Entsorgung in Drittstaaten bedeutet zwangsläufig: billig vor sicher.

  3. 29. Nein.

    Wir haben nur den Atommüll zurückgeholt, denn wir nach La Hague zum wiederaufbereiten geschickt haben. Eine Folge des Atomausstiegs. So weit ich weiß haben wir nie französischen Müll importiert.

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  4. Ja, es gibt keine Endlager. Jedes mögliche Endlager hat natürlich gewissen Risiken. Aber was sind die Alternativen? Ein ewiges Zwischenlager kann wohl auch nicht die Lösung sein. Immerhin müsste dieser hunderttausende Jahre lang bewacht werden. Wer sagt den nicht, dass da mal was gestohlen wird, das es keine Naturkatastrophe gibt, welche die Behälter beschädigen, das der Zwischenlager wegen einen (Bürger-)krieg schlicht "vergessen" wird?
    Die Transmutation würde die benötigte Zeit zum Endlagern lediglich verkürzen. Dann sind es halt 1000 Jahre. Zudem würde es ein Wiedereinstieg und Neubau von Kernkraftwerken (bzw. etwas vergleichbares) bedeuten. Ob sich dafür eine Mehrheit in Deutschland finden lässt, welche gewillt ist, denn ganzen Spaß zu finanzieren?
    Die Endlagerlösung ist nicht perfekt. Aber welche Alternativen haben wir den? Auch die anderen Möglichkeiten sind mit Risiken verbunden.

    Eine Leserempfehlung
  5. Fakt ist, dass die Regierung an einem Gesetz arbeitet, das die Ausfuhr von Atommüll erlauben soll. Nur ein Gerücht ist, dass es sich dabei um eine neue Entwicklungshilfestrategie aus Dirk Niebels Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung handeln soll.

  6. Zunaechst,es ist Zynisch,es einfach in andere Laender zu Exportieren,in denen wahrscheinlich die Bevoelkerrung gar nichts oder nur wenig davon wissen wird,einige Haende bekommen Geld,dann laeufts.
    Es gibt ja nicht nur ein Land,dass A-Muell produziert&den gerne irgentwo anders Lagern moechte,Aber : Es gibt nur eine Welt.wenn auch weit entfernt,ein sogenanntes *Endlager*
    durch z.B.Erdbeben usw beschaedigt wird,ist es doch nur eine Zeitfragembis sich austretende gefaehrliche Strahlung weit ausbreitet,Strahlung kennt keine Grenzen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, zz
  • Schlagworte Bundesregierung | Grüne | SPD | Recht | Atommüll | Brennelement
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