EndlagersucheBund will Atommüll-Exporte ermöglichen

Die Regierung arbeitet an einem Gesetz, das die Ausfuhr von Atommüll erlauben soll. Das könnte die Endlagersuche in Deutschland verlangsamen, befürchten Umweltschützer.

Die Bundesregierung will den Export von hoch radioaktivem Atommüll ins Ausland ermöglichen. Dazu soll das Atomgesetz geändert werden, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Ein neuer Paragraf soll regeln, wie "radioaktive Abfälle oder abgebrannte Brennelemente zum Zweck der Endlagerung" ins Ausland gebracht werden können.

Mit der Gesetzesinitiative will die Bundesregierung zwar eine EU-Richtlinie umsetzen. Allerdings befürchten Umweltschützer, dass das neue Recht dazu genutzt werden könnte, die Endlagersuche in Deutschland zu vernachlässigen.

Anzeige

"Der Atommülltransfer wird legalisiert", sagte Wolfgang Ehmke von der Anti-Gorleben-Vereinigung Bürgerinitiative Umweltschutz laut Bericht. "Das ist ein Dammbruch."

Kein Vorrang für Lagerung in Deutschland?

Im Bundesumweltministerium hieß es bisher, dass das Ziel definitiv die Schaffung eines Endlagers in Deutschland sei. Die Gespräche mit SPD und Grünen über einen Konsens für eine bundesweite Endlagersuche sollen nach der Niedersachsen-Wahl ab Ende Januar wieder aufgenommen werden.

In der EU-Richtlinie ist bisher vorgesehen, Atommüll vorrangig im eigenen Land zu lagern. Laut SZ enthält die deutsche Atomgesetz-Novelle diese Formulierung nicht.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Ich teile die Position der Vorgänger nicht. Der Atommüll ist nun mal da. Das Problem muss irgendwie gelöst werden. In Deutschland wird es schwierig sein, ein Endlager zu finden. Es ist nicht wirklich klar, wo man den ein sicheres Endlager wirklich bauen kann. Es wird immer wie in Gorleben Proteste geben, genauso wie es bei den Castro-Transporte Proteste geben wird. Generell ist Deutschland ein recht dicht besiedeltes Land. Dadurch sind zwangsläufig immer Menschen in der Nähe, die von einen Endlager potentiell gefährdet sind. Neben den geologischen Eigenschaften, die ein Endlager aufweißen muss, sollte sich dieser möglichst weit entfernt von menschlichen Siedlungen befinden. Da gibt es im Ausland durchaus viele Gebiete, die den zweiten Anspruch genügen. In so fern kann es durchaus rational sein, den Atommüll ins Ausland zu schaffen.

    Eine Leserempfehlung
  2. haben Sie natürlich recht. Doch man kann sich doch vorstellen, wie es in der Praxis aussehen wird. Der Atommüll wird sicher nicht ins im Bau befindliche hochmmoderne Endlager in Schweden verbracht, sondern irgendwo in die dritte Welt, wo das Zeut auf die nächste Müllkippe abgeladen wird.

    Am Ende werden Menschen dadurch sterben.

    4 Leserempfehlungen
  3. Interessante Argumentation.

    Das kann man nur machen, wenn man sich in einer Position der Stärke befindet und den Rest der Welt als irrelevant betrachtet.

    Wenn es nach dem Freien Handel geht, dann folgt dem Export- auch ein Importerlass.

    Der Russe, Chinese oder wer auch immer, könnte auch der Meinung sein, seinen Atommüll im Bodensee zu versenken.

    3 Leserempfehlungen
  4. 12. Unsinn?

    Wieso Export? Wer will eigentlich solche Gefahr importieren?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es ist ja nicht so, dass nur Deutschland Atomkraftwerke hat. Damit stellt sich für andere Länder die Frage, wo sie ihr Endlager errichten wollen. Diese sind natürlich recht teuer. Da kann es durchaus Sinn machen, dass wenn irgendwo weltweit ein sinnvollen Standort für ein Endlager gefunden wurde (nach welchen Kriterien auch immer), dass sich andere Länder an den Kosten des Endlagers beteiligen und dafür (einen Teil) ihreres Mülls ebenfalls dort lagern können. Dafür muss der radioaktiver Abfall eben in das jeweilige Land transportiert werden.
    Dies kann für alle Beteiligten sinnvoll sein.

    • redslug
    • 04. Januar 2013 12:42 Uhr

    Russland will. Die Franzosen exportieren schon seit Jahren Abfälle zu einer "Kerntechnischen" Anlage bei Северск/Tomsk 7, Sibieren. Dort wird alles sicher gelagert - unter freiem Himmel. Schön zu sehen hier:

    http://maps.google.de/map...

    Auch deutsche Abfälle lagern bereits dort, deklariert zur "Wiederaufbereitung"- allerdings ist nur ein Bruchteil der 27.300 Tonnen Uranhexafluorid als Brennstoff wieder zurück nach Deutschland gelangt.

    Von daher nichts Neues - ein gutes Geschäft - , nichtsdestotrotz nicht weniger maßlos.

  5. Schade das nicht Morgen schon Wahlen sind vielleicht...

    Eine Leserempfehlung
  6. Es ist ja nicht so, dass nur Deutschland Atomkraftwerke hat. Damit stellt sich für andere Länder die Frage, wo sie ihr Endlager errichten wollen. Diese sind natürlich recht teuer. Da kann es durchaus Sinn machen, dass wenn irgendwo weltweit ein sinnvollen Standort für ein Endlager gefunden wurde (nach welchen Kriterien auch immer), dass sich andere Länder an den Kosten des Endlagers beteiligen und dafür (einen Teil) ihreres Mülls ebenfalls dort lagern können. Dafür muss der radioaktiver Abfall eben in das jeweilige Land transportiert werden.
    Dies kann für alle Beteiligten sinnvoll sein.

    Antwort auf "Unsinn?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wie oft will man diesen Uninn noch verbreiten? Man exportiert nur das Problem. Und wehe irgendetwas geht schief, wenn wird man da als Schuldigen suchen (ganz besonders wenn Sie sagen das Politiker wiedergewählt werden wollen)?

    • SuR_LK
    • 04. Januar 2013 12:42 Uhr

    Ja genau, Italien nimmt uns das gegen genug Euros sicherlich ab, deren "Endlager" im Süden Italien haben noch enorme Kapazitäten. Stichwort Mafia und verklappung von Atommüll im Mittelmeer, mit den richtigen Freunden geht so etwas ebend konsequenzlos.

    • redslug
    • 04. Januar 2013 12:42 Uhr

    Russland will. Die Franzosen exportieren schon seit Jahren Abfälle zu einer "Kerntechnischen" Anlage bei Северск/Tomsk 7, Sibieren. Dort wird alles sicher gelagert - unter freiem Himmel. Schön zu sehen hier:

    http://maps.google.de/map...

    Auch deutsche Abfälle lagern bereits dort, deklariert zur "Wiederaufbereitung"- allerdings ist nur ein Bruchteil der 27.300 Tonnen Uranhexafluorid als Brennstoff wieder zurück nach Deutschland gelangt.

    Von daher nichts Neues - ein gutes Geschäft - , nichtsdestotrotz nicht weniger maßlos.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Unsinn?"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, zz
  • Schlagworte Bundesregierung | Grüne | SPD | Recht | Atommüll | Brennelement
Service