FachkräfteberichtRegierung besorgt über geringe Jobchancen von Ausländern

Der Fachkräftemangel steht bei Unternehmen auf der Problemliste ganz oben. Die Regierung will gegensteuern, und dabei vor allem Frauen helfen.

In bestimmten Berufen, Branchen und Regionen Deutschlands mangelt es akut an Fachkräften. Auch gibt es Personengruppen, die besonders schlecht in den Arbeitsmarkt integriert sind. Und die Unternehmen sehen den Arbeits- und Fachkräftemangel bereits als dringendstes Problem nach der Euro-Krise. So haben es die Autoren des Fortschrittsberichts der Bundesregierung zum Thema Fachkräfte, den Arbeitsministerin Ursula von der Leyen vorgestellte.

Bislang konnte der demografiebedingte Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter unter anderem durch die gestiegene Zuwanderung und durch Arbeitsvermittlung ausgeglichen werden.

Anzeige

Langfristig rechnet das Arbeitsministerium jedoch damit, dass die Zahl der Arbeitnehmer bundesweit sinken wird – und Unternehmen um die besten Arbeitskräfte konkurrieren werden.

Doch das ist nicht das einzige Problem auf dem Arbeitsmarkt:

  • Die Unternehmen selbst sehen ihre wirtschaftliche Entwicklung durch den Mangel an qualifizierten Kräften gefährdet. Und wünschen sich einen Ausbau der Fachkräftebasis.
  • Auch die hohe Arbeitslosigkeit unter Ausländern bereitet Grund zur Sorge: Ende 2012 waren sie doppelt so häufig arbeitslos wie Deutsche. Über 70 Prozent aller arbeitslos gemeldeten Ausländer hätten zudem keinen anerkannten Berufsabschluss, geht aus dem Bericht hervor. "Die Bemühungen um eine verbesserte Integration von (arbeitslosen) Migranten in den Arbeitsmarkt müssen verstärkt werden", heißt es dazu. Dies sei auch "volkswirtschaftlich geboten".

Insgesamt gehen dem Bericht zufolge aber mehr und mehr Mütter mit minderjährigen Kindern arbeiten. Der Anteil habe sich seit 2006 von 64,1 auf 70,2 Prozent erhöht. Damit sei ihre Zahl um 60.000 auf jetzt 5,6 Millionen gestiegen. Auch die Zahl der Frauen in Führungspositionen ist gestiegen: Bei den Dax-Unternehmen hat sich der Frauenanteil im gesamten Aufsichtsrat von durchschnittlich 13,6 Prozent im Jahr 2011 auf 19,4 Prozent Mitte Oktober 2012 erhöht.

Mangel als Chance begreifen

Ministerin von der Leyen sieht den Fachkräftemangel auch als Chance, Beschäftigungsmöglichkeiten und flexible Arbeitsmodelle zu finden, die es ermöglichen, noch mehr junge Menschen, Frauen und Ältere für das Erwerbsleben zu gewinnen. Ferner sollen Arbeitslose für die Integration in den Arbeitsmarkt qualifiziert und ausländische Spezialisten angeworben werden. Regierung, Arbeitgeber und Gewerkschaften sehen die Sicherung des Fachkräftebedarfs zudem als Voraussetzung für nachhaltiges Wirtschaftswachstum.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Nicht das noch jemand eine solche Meldung ernst nimmt.

    Kleiner Tipp am Rande: Selber ausbilden, ein gehalt zahlen, dass den namen verdient dann klappt es auch mit Arbeitskräften.

    7 Leserempfehlungen
  2. Hat die ZO hier lediglich etwas verdreht oder die Hälfte weggelassen oder geht es im Grunde darum:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/jede-zweite-auslaendische-mutt...

    Zudem muss ich Emma dem Turbohuhn da zustimmen. Um das Jahr 2003 sind viele Schulabgänger ohne berufliche Ausbildung geblieben, weil niemans ausbilden wollte. Dass Unternehmen nun "ach so viel" Gehalt zahlen müssen, weil sie zu faul waren, selbst auszubilden und nun zusehen müssen, woher die Fachkräfte kommen - sorry, Dummheit muss bestraft werden.

    6 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    wo haben sie das denn her. Durchschnittsing. zwischen 1800-3000 brutto, Assitenzärzte in etwa das gleiche, alles bei Arbeitsbelastungen um 60h die Woche inklusive Wochenendarbeit.

    D hat kein Fachkräfte Problem, sondern ein Problem das aus Gehalt und Lebenshaltungskosten besteht. Viele meiner ausländischen Kollegen hier in Canada waren erst in D, aber nachdem sie gesehen haben, wie die o.g. Relation ist sind sie weitergezogen.
    Falls die ZO mal sehen will wie Fachkräftemangel aussieht, empfehle ich mal eine Reise nach Alberta (Calgary oder Grand Prairie), wo in Läden Schilder aushängen, die neue AN mit Prämien suchen, oder wo ich im Restaurant Bedienungen haben, die des Englischen gerade mal rudimentär mächtig sind, aber diese das einzige Personal sind, das der Betreiber bekommt.

    [...]

    Die dt. Wirtschaft hat sich 20 Jahre lang an den angeblich faulen und ungebildeten Ossis gütlich gehalten, die bereit waren für wenig Geld gute Arbeit zu leisten. Die meisten gehen aber nun in Rente und viele Junge sagen sich, was nützt es mir in München 5000 brutto zu verdienen, wenn ich damit nichtmal ein ordentliche Wohnung bekommen.
    Auch viele Polen bleiben lieber zu Hause, auch wenn es dort weniger gibt.

    Bitte verzichten Sie auf pauschalisierende und damit diskriminierende Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.

  3. Zitat: „...Besonderen Handlungsbedarf sieht die Regierung bei Müttern mit ausländischen Wurzeln. In dieser Gruppe hat nur jede zweite Frau einen Job. Unter deutschen Müttern sind es 72 Prozent...“

    Die Frage ist, ob Mütter mit ausländischen Wurzeln überhaupt die Qualifikation und den Willen besitzen, um den angeblich ach so großen Fachkräftemangel zu beheben.

    ..................

    Zitat: „...Über 70 Prozent aller arbeitslos gemeldeten Ausländer hätten zudem keinen anerkannten Berufsabschluss, geht aus dem Bericht hervor. "Die Bemühungen um eine verbesserte Integration von (arbeitslosen) Migranten in den Arbeitsmarkt müssen verstärkt werden"...“

    Die Bezeichnung „anerkannter Berufsabschluss“ halte ich für irreführend. Dies suggeriert, dass alle in Deutschland lebenden Ausländer zwar sehr gut ausgebildet sind, die Berufsabschlüsse hier aber nicht anerkannt werden. Das mag vielleicht für einen Bruchteil gelten. Ich kenne selbst eine Lehrerin aus Südamerika, deren Abschluss hier nicht anerkannt wird und sie deshalb als Reinigungskraft arbeitet.

    Die Masse der Migranten hat keine qualifizierte Ausbildung. Das muss man einfach zur Kenntnis nehmen.

    Davon abgesehen: Nicht nur die Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt muss verbessert werden. Ich wünsche mir größere Bemühungen auch für deutsche Arbeitslose.

    2 Leserempfehlungen
  4. Ja da jammern die Unternehmer wieder. Das Prinzip ist ganz einfach.
    1) Steuer und Beiträge zahlen
    Wenn das Steueraufkommen nicht durch Steuerflucht und Steuergeschenke an die Unternehmen nicht so radikal reduziert worden wäre, (Schröders Reform kostet jedes Jahr über 50 Mrd. bzw. bringt gewissen Kreisen 50 Mrd.) hätten wir Geld für Kitas, Schulen und Universitäten. Es fehlen Ingenieure ??? Tja die alten arbeitslosen Ingenieure sind eben immer noch zu teuer und schon über 40.
    2) Ausbilden auch wenn es zur Zeit nicht nötig ist
    Das Problem hatten wir 1975 auch schon mal. Doch wo die Märkte das sagen haben,da fehlt die Vernunft.
    3) Große klauen den Kleinen die Azubis
    Da steckt der kleine Handwerksmeister Schweiß und Tränen in die Ausbildung und wenn der fertig ist, sagt die Industrie "Hehh komm zu uns kriegste ne Mark (0,50 Euro) mehr!" Dies wurde Jahrzehnte so gemacht gemacht.
    4) Bei ausländischen Fachkräften spart die BRD, den Kitaplatz, das Kindergeld, den Kindergarten, alle Schulformen etc. Nur kommen diese Fachkräfte nicht, weil unsere Kinder ja keine Bildung vermittelt wurde und diese nun in Bomberjacke und Baseballschläger Ausländer jagen.
    So ist das, wenn die Märkte das sagen haben. Die Bildung verkommt - kostet Geld ohne direkten Profit. Selber ausbilden - kostet Geld und schmälert die Renditen.
    Und über allem thront die unfähige Politiker-Kaste und sagt: Warum sollen wir denn was machen das regeln die Märkte schon.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wo bleibt die Redaktionsempfehlung?

    Sie hätten den Nagel nicht besser auf den Kopf treffen können! Die Faust aufs Auge! Der Topf auf dem Deckel (nee, das hat wohl was anderes zu bedeuten), egal. Was Sie da geschrieben ist vollkommen richtig!

  5. Wo bleibt die Redaktionsempfehlung?

    Sie hätten den Nagel nicht besser auf den Kopf treffen können! Die Faust aufs Auge! Der Topf auf dem Deckel (nee, das hat wohl was anderes zu bedeuten), egal. Was Sie da geschrieben ist vollkommen richtig!

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Bildung, Bildung"
  6. 1. Ostdeutschland
    Dieses Gebiet hat gewaltige demographische Probleme. Und die Kinder die nach 1989 nicht geboren wurden stehen heute nicht als Azubis oder Arbeitskräfte zur Verfügung. Und werden auch keine Kinder bekommen. Dazu kommt, dass für weite Teile des Beitrittsgebiets bis auf wenige Cluster es keinerlei wirtschaftliche Zukunft jenseits staatlicher Transferleistungen gibt. Hier muß man mit Umsiedlungsmaßnahmen etc. reagieren.

    2. Ausländer allgemein
    Das kommt davon, wenn man einfach "jeden" rein läßt, anstatt gezielt Anforderungen zu stellen wer wann unter welchen bedingungen einwandern darf. So wie das die klassischen Einwanderungsländer machen. Dazu gehört zuallererst Sprachkompetenz. Wer diese nicht hat, der kommt eben nicht in dieses Land rein. d.h. wir lassen nur noch zu Arbeitszwecken einwandern und suchen da entsprechend aus. Alles andere endet mit einer Zuwanderung in die Sozialsysteme.

    Dazu wäre es bei diesem Thema immer interessant, die Herkunftsländer der nicht im Arbeitsprozess befindlichen Personen aufzuzeigen. Denn da würde sich ein gewisser Zusammenhang darstellen. Aber das ist ja nicht politisch korrekt...

    3. Ausländische Mütter
    Hier gilt das unter 2. geschriebene ebenso. Auch die Herkunftsfrage. Davon abgesehen reicht es auch aus, wenn eine ausländische Mutter in der ersten Einwanderergeneration ihre Kinder so erzieht, dass sie nachher voll integriert sind. Dies setzt wiederum Sprachkompetenz bei der Mutter voraus...

    2 Leserempfehlungen
    • gkh
    • 23. Januar 2013 17:27 Uhr

    Mutterschaft ist ein Beruf, wenn nicht gar eine Berufung, deren volkswirtschaftlicher Wert nicht zu unterschätzen ist. Ich verstehe nicht, weshalb die Mütter alle arbeiten sollen.

    Dass viele Mütter arbeiten <em>müssen</em> ist schlimm genug.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Warum alle Mütter arbeiten sollen?

    Die Antwort ist einfach. Eine auf die Befriedigung von Wirtschaftslobbyisten und Großkapital ausgerichtete Politik.

    Frau von der Leyen propagierte in ihrer Zeit als Familienministerin Kita-Betreuung, so wie sie heute, als Arbeitsministerin, die Behebung eines nicht-existenten Fachkräftemangels mit aller Kraft politisch durchsetzt.

    Die unter dem Deckmantel der Emanzipation und Sebstverwirklichung propagierte Berufstätigkeit von Frauen, hat – wie die parallel beworbene Zuwanderung zur Fachkräftemangel-Behebung durch Zuwanderung den einen Zweck: Nämlich zusätzliche Arbeisträfte frei zu machen, ein Überangebot an Arbeitskräften zu erzeugen, so die Situation der Arbeitnehmer zu schwächen, und längere Wochenarbeitszeiten, und Lohndumping durchzusetzen.

    Kinder in die Kita, Mütter als Arbeiterkräfte, mehr und mehr Zuwanderung, das ist die neoliberale Politik, die Großindustrie und Großkapital wollen, und CDU und FDP, (aber auch weite Teile der Opposition), setzen diese durch.

    **** **** ****

    Die heutigen Linken leider haben den Bestrebungen des Großkapitals kaum etwas entgegenzusetzen. Im Gegenteil, mit ihren Projekten "No Nation, No Border", "Multikulti", und Feminismus arbeiten sie den Interessen des Großkapitals sogar noch entgegen.

  7. wo haben sie das denn her. Durchschnittsing. zwischen 1800-3000 brutto, Assitenzärzte in etwa das gleiche, alles bei Arbeitsbelastungen um 60h die Woche inklusive Wochenendarbeit.

    D hat kein Fachkräfte Problem, sondern ein Problem das aus Gehalt und Lebenshaltungskosten besteht. Viele meiner ausländischen Kollegen hier in Canada waren erst in D, aber nachdem sie gesehen haben, wie die o.g. Relation ist sind sie weitergezogen.
    Falls die ZO mal sehen will wie Fachkräftemangel aussieht, empfehle ich mal eine Reise nach Alberta (Calgary oder Grand Prairie), wo in Läden Schilder aushängen, die neue AN mit Prämien suchen, oder wo ich im Restaurant Bedienungen haben, die des Englischen gerade mal rudimentär mächtig sind, aber diese das einzige Personal sind, das der Betreiber bekommt.

    [...]

    Die dt. Wirtschaft hat sich 20 Jahre lang an den angeblich faulen und ungebildeten Ossis gütlich gehalten, die bereit waren für wenig Geld gute Arbeit zu leisten. Die meisten gehen aber nun in Rente und viele Junge sagen sich, was nützt es mir in München 5000 brutto zu verdienen, wenn ich damit nichtmal ein ordentliche Wohnung bekommen.
    Auch viele Polen bleiben lieber zu Hause, auch wenn es dort weniger gibt.

    Bitte verzichten Sie auf pauschalisierende und damit diskriminierende Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    die meisten Fachkräfte gehen in andere Länder, wo kein Lohndumping herrscht; wenn ich aus meinem Heimatland auswandere, dann doch in eines, das mir bessere Chancen bietet - und da gehören Lohndumping und prekäre Arbeitsverhältnisse nicht dazu.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk
  • Schlagworte Bundesregierung | Ursula von der Leyen | Bevölkerung | Alter | Arbeitnehmer | Arbeitslose
Service