Portugals Krise, durch die Kameralinse eines Smartphones
Pedro Nunes hat seine Bilder mit dem Smartphone geschossen, und trotzdem wirken sie, als seien sie Jahrzehnte alt. Zu sehen ist eine verarmte Stadt: Lissabon am Ende des Krisenjahres 2012, einem Jahr, in dem die Arbeitslosigkeit in Portugal so hoch und die Zukunftsangst so groß war wie lange nicht. Der Fortschritt der neunziger Jahre scheint auf Nunes Bildern wie ausgelöscht. Der portugiesische Fotograf hat sie zwischen dem 17. und 21. Dezember aufgenommen, kurz vor Weihnachten, bei Spaziergängen durch seine Heimatstadt. Wir zeigen einige der Aufnahmen.
- Datum 30.01.2013 - 10:38 Uhr
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Zurück zur Ausgangsseite





Exakt die gleichen Bilder in Farbe im Sommer bei Sonnenschein geschossen - und schon würden sie als Symbol dafür durchgehen, dass sich - trotz Krise - seit den neunziger Jahren gar nichts Fundamentales geändert hätte.
Ich habe mir die Bilder mit grossem Interesse angesehen.
Ich lebe selbst in Lissabon und kann nur sagen,dass ich sofort aehnliche Aufnahmen von "Krise" in den meisten Staedten der Welt machen koennte.Ich denke da an Hinterhoefe in Berlin oder Tokyo oder....
Schwarz-Weiss malt immer starken Kontrasten und selbst Bilde,die mit Farbe eigentlich noch gut aussehen, geben schwarz-weiss schon ein tristes Blid ab.
Ich lebe ebenfalls in einem Vorort von Lisboa und finde die Motive der Bilder ohne Zweifel abgeschrabbt, melancholisch, vielleicht ein wenig dekadent, aber das ist diese Stadt eben. Jim Jarmusch und Aki Kaurismäki sollten hier Filme drehen, und nicht der unnötige Wim Wenders. Mit der Krise hat das ganze jedenfalls wenig zu tun. Natürlich machen hier Läden zu, aber zumindest in der Innenstadt und den Küstenvororten machen mehr auf. Hätte sich der Fotograf beim Aufmacherbild um 180° gedreht, hätte er einen Platz gesehen, der noch vor drei Jahren ein Schatten von dem war, was er mittlerweile durch clevere Baumaßnahmen geworden ist. Was nicht heißen soll, dass die Krise nicht hart ist, Spuren hinterlässt und vor allem die Falschen trifft.
Wobei ein "remodelação"-Schild nicht heißen muss, dass wirklich umgebaut wird. Diese Zustände ziehen sich oft über Jahre und schließen tatsächlich gerne an eine Pleite an, oder?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren