Bangladesch

Die Abwracker von Chittagong

Leser-Kommentare
  1. Bild 9 hat etwas vom "Floß der Medusa" von Gericault. Großartig. Danke!

  2. schöne fotos, wirklich absolut absolut empfehlenswert - inhaltlich wie optisch - ist die doku 'eisenfresser' zum gleichen thema. kam vor einigen jahren mal bei arte, dürfte sich aber bestimmt auch im netz/videotheken finden lassen. http://www.eisenfresser.c...

  3. Habe in der Vergangenheit dazu schon Reportagen gelesen und gesehen.

    Jedesmal krampft sich mir alles zusammen, wenn ich sehe, unter welchen menschenunwürdigen, hochgefährlichen Bedingungen sich hier Leute für 'nen Appel und 'n Ei schinden und ihr Leben riskieren.

    Hier wrackt man unter erbärmlichsten Bedingungen Schiffe ab, erkämpfen sich Menschen ihr Existenzminimum, nebenan in China überlegt ein australischer Milliardär - wie im April zu lesen war - aus Spaß an der Freud und weil er sich's ja leisten kann, die Titanic nachzubauen.

    Ein altes Schiff, das vor 100 Jahren letztlich nur seine Seeuntüchtigkeit traurig bewiesen hat.
    In diesem Wissen können sich dann gutbetuchte Zeitgenossen mit leicht wohlig-schauriger Grusel-Gänsehaut nostalgisch zum Zeitvertreib über die Meere schippern lassen.

    Seltsame Welt.

    Eine Leser-Empfehlung
  4. ... sie scheinen mir hier mit deutlich zu steilem Kontrast wiedergegeben zu sein. Die gleiche Serie auf der Webseite des Fotografen: http://www.gudzowaty.com/...

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    Redaktion

    Lieber pdesanex

    Sie haben recht, die von uns gezeigten Bilder sind wesentlich dichter. Wir zeigen die Interpretationen, die der Verlag zum Druck des Buches verwendet hat. Sie unterscheiden sich erheblich von denen auf Thomas Gudzowatys Website. Sie wurden in einem wunderbaren, dichten Triplex-Druck reproduziert und sind sehr nahe an der Anmutung von Baryt-Prints (und natürlich vom Fotografen abgenommen).

    Was wir allerdings entfernt haben, ist der Farbkanal für ebenjenen Druck. Der war bei einigen Motiven noch mit dabei und war für den Cyan-Stich verantwortlich. Bitte reloaden Sie die Seiten.

    Beste Grüße aus Berlin und Danke für den Hinweis.

    Redaktion

    Lieber pdesanex

    Sie haben recht, die von uns gezeigten Bilder sind wesentlich dichter. Wir zeigen die Interpretationen, die der Verlag zum Druck des Buches verwendet hat. Sie unterscheiden sich erheblich von denen auf Thomas Gudzowatys Website. Sie wurden in einem wunderbaren, dichten Triplex-Druck reproduziert und sind sehr nahe an der Anmutung von Baryt-Prints (und natürlich vom Fotografen abgenommen).

    Was wir allerdings entfernt haben, ist der Farbkanal für ebenjenen Druck. Der war bei einigen Motiven noch mit dabei und war für den Cyan-Stich verantwortlich. Bitte reloaden Sie die Seiten.

    Beste Grüße aus Berlin und Danke für den Hinweis.

  5. Redaktion

    Lieber pdesanex

    Sie haben recht, die von uns gezeigten Bilder sind wesentlich dichter. Wir zeigen die Interpretationen, die der Verlag zum Druck des Buches verwendet hat. Sie unterscheiden sich erheblich von denen auf Thomas Gudzowatys Website. Sie wurden in einem wunderbaren, dichten Triplex-Druck reproduziert und sind sehr nahe an der Anmutung von Baryt-Prints (und natürlich vom Fotografen abgenommen).

    Was wir allerdings entfernt haben, ist der Farbkanal für ebenjenen Druck. Der war bei einigen Motiven noch mit dabei und war für den Cyan-Stich verantwortlich. Bitte reloaden Sie die Seiten.

    Beste Grüße aus Berlin und Danke für den Hinweis.

    Antwort auf "Tolle Fotos, aber ..."
  6. klagen - aber - ich habe in China, Afghanistan und Bangladesh gelebt und gearbeitet - derzeit bin ich in Indien und - ich sehe die Menschen hier eher als "Lebenskünstler" - auch, wenn sie eher als Tagelöhner bezahlt werden. In Afghanistan habe ich die beste Mannschaft auf meiner Baustelle gehabt - viele Tagelöhner, einige gelernte Handwerker mit Vertrag - das war wie eine Familie.
    Insofern, werter M@ark Tw@ain - ich verstehe Ihre Bauchschmerzen . vor allem bei solchen Meldungen wie denen von dem australischen Milliardär und dem Titanic-Nachbau.
    Hier jedoch sehe ich das Ganze eher als Wertstoffrecycling und - wesentlich verhängnisvoller für das Land dort im Ganges Delta könnten sich da Chevrons gerade erworbenen Ölbohrrechte bei Chittagong auswirken - Offshore und im Küstenland. Da könnte das Land letztlich in eine ähnliche Rolle zurückfallen wie Nigeria mit Shell.
    Man wird sehen - das Bewusstsein für existentielle Fragen - auch Umweltfragen wächst auch in diesem bitterarmen Land und - die Menschen werden zunehmend sensibler und eben auch - wehrhafter gegenüber Plünderern und Ausbeutern.
    Und - das ist ja auch gut so.

  7. Es wäre schön, auf die gemeinsame Platform der NGOs, die sich für besseres Recycling von Schiffen und für mehr Rechte und bessere Arbeitsbedingungen der Shipbreaker einsetzt, hinzuweisen:

    www.shipbreakingplatform.org

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    • hakufu
    • 16.01.2013 um 20:10 Uhr

    Beeindruckende Fotos.

    Als Ergänzung zu Ihrem Beitrag. Vor mehr als 30 Jahren war ein Holländer ( C.F.) im Auftrag der UNO in Bangladesh unterwegs, um Empfehlungen zu geben, wie man den Schiffbau verbessern kann.

    Was kann man verbessern, fragte er. Sie nehmen Recycling Material, formen eine Kuhle, und hämmern und bearbeiten das Werkstück so lange, bis es die gewünschte Form hat.

    Vielleicht gibt es ja auch noch eine Foto Serie aus Dhaka, unten am Megna River. Da kann man einen Film drehen,ohne eine Kulisse aufzubauen.

    • hakufu
    • 16.01.2013 um 20:10 Uhr

    Beeindruckende Fotos.

    Als Ergänzung zu Ihrem Beitrag. Vor mehr als 30 Jahren war ein Holländer ( C.F.) im Auftrag der UNO in Bangladesh unterwegs, um Empfehlungen zu geben, wie man den Schiffbau verbessern kann.

    Was kann man verbessern, fragte er. Sie nehmen Recycling Material, formen eine Kuhle, und hämmern und bearbeiten das Werkstück so lange, bis es die gewünschte Form hat.

    Vielleicht gibt es ja auch noch eine Foto Serie aus Dhaka, unten am Megna River. Da kann man einen Film drehen,ohne eine Kulisse aufzubauen.

  8. Der polnische Fotograf und Preisträger des World Press Award 2012 Tomasz Gudzowaty (Jahrgang 1971) stellt in seinem bemerkenswerten SW- Fotobildband mit dem Titel "Keiko" eine ungewöhnliche SW- Fotoreportage aus der Arbeitswelt des Schiffsabwrackens vor. Mit seinen nüchternen Aufnahmen präsentiert der Fotograf Arbeiter in Chittagong, eine der größten Städte von Bangladesch, an deren Küste jährlich rund 700 ausgediente Hochseeschiffe zur Ausschlachtung und Abwrackung anstehen. Die Bilder des Künstlers haben eine eigene Ästhetik und erinnern stark an das Sujet der so genannten Arbeiterbilder des vorigen Jahrhunderts. Die mitunter stark überlagernden Schatten und die Besonderheit der Location geben der ganzen Szenerie und den Aufnahmen eine gespenstische und unwirtliche Ausdruckskraft. Die riesigen Abwrackplätze von Chittagong sind geprägt durch eine gespenstige Aura, fernab von unseren gewohnten Parametern wie anständiger Lohn, Arbeitsschutz, Umweltschutz ect. und die eindringlichen Bilder von Tomasz Gudzowaty lassen daher erahnen, unter welch unsäglichen Arbeitsbedingungen sich die Menschen dort - auf unsere Kosten - verdingen müssen ohne jegliche Aussicht auf nachhaltige Besserung ihrer Lebensbedingungen. Daher ist das vorliegende Fotoessay des Künstlers auch als Kritik an den bestehenden Verhältnissen zu interpretieren. Der hervorragend gearbeitete Bildband aus dem Hause Hatje-Cantz ist versehen mit kompetenten Begleittexten von Witold Szablowski.

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