Bangladesch

Die Abwracker von Chittagong

Die Bilder scheinen aus einer anderen Zeit zu stammen: Winzig wirkende Menschen, die riesige Bauten demontieren, mit einfachstem Werkzeug und unter Aufbietung all ihrer Kraft. So ähnlich muss es ausgesehen haben, als die Pyramiden erbaut wurden.

Die Arbeiter auf den Fotos von Tomasz Gudzowaty aber schuften nicht für Pharaonen, sondern für die Stahlindustrie Bangladeschs. Deren einzige Rohstoffquelle sind die Schiffe, die hier bei Chittagong abgewrackt werden, etwa das Schiff "Keiko". Der gleichnamige Bildband ist im Hatje Canz Verlag erschienen.

Leser-Kommentare
  1. Habe in der Vergangenheit dazu schon Reportagen gelesen und gesehen.

    Jedesmal krampft sich mir alles zusammen, wenn ich sehe, unter welchen menschenunwürdigen, hochgefährlichen Bedingungen sich hier Leute für 'nen Appel und 'n Ei schinden und ihr Leben riskieren.

    Hier wrackt man unter erbärmlichsten Bedingungen Schiffe ab, erkämpfen sich Menschen ihr Existenzminimum, nebenan in China überlegt ein australischer Milliardär - wie im April zu lesen war - aus Spaß an der Freud und weil er sich's ja leisten kann, die Titanic nachzubauen.

    Ein altes Schiff, das vor 100 Jahren letztlich nur seine Seeuntüchtigkeit traurig bewiesen hat.
    In diesem Wissen können sich dann gutbetuchte Zeitgenossen mit leicht wohlig-schauriger Grusel-Gänsehaut nostalgisch zum Zeitvertreib über die Meere schippern lassen.

    Seltsame Welt.

    Eine Leser-Empfehlung

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