Ifo-GeschäftsindexDeutsche Unternehmen starten hoffnungsvoll ins neue Jahr

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verbessert sich, Unternehmen bescheinigen sich gute Aussichten für das Jahr. Der starke Ifo-Geschäftsindex signalisiert Wachstum.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Januar den dritten Monat in Folge verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember von 102,4 auf 104,2 Punkte, teilte das Münchner Ifo-Institut mit.

Die befragten Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Lage besser – vor allem aber bewerteten sie die Aussichten für die kommenden sechs Monate klar besser. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sagte, "Die deutsche Wirtschaft startet hoffnungsvoll ins neue Jahr".

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Besonders deutlich hat sich die Stimmung in der Industrie verbessert. "Der Optimismus kehrt zurück", sagte Sinn. Die Unternehmen würden ihre Maschinen und Geräte wieder stärker auslasten. Auch bei den Dienstleistern und in der Baubranche war ein Anstieg zu verzeichnen.

Der Groß- und Außenhandel sah pessimistisch in die Zukunft.

Wende zum Aufschwung

Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer war nach sechs Rückgängen in Folge im November und Dezember wieder gestiegen. Drei Anstiege in Folge können eine Wende zum Aufschwung signalisieren. Ökonomen hatten nur einen Anstieg auf 103 Punkte erwartet. Damit mehren sich die Hinweise, dass die deutsche Wirtschaft zum Jahresbeginn wieder wächst. Im vierten Quartal 2012 war sie mit 0,5 Prozent erstmals seit einem Jahr geschrumpft.

Jörg Zehner, Chefvolkswirt bei der KfW, sagte, "Die Unternehmen haben 2012 abgehakt". Gründe dafür wären eine Erholung der Weltwirtschaft und ein Nachlassen der Planungsunsicherheit. Gleichzeitig steige dank hoher Beschäftigung und steigender Löhne der Konsum. Sobald die Unternehmen wieder investierten, gingen auch die Ersparnisse wieder in deutsche Projekte. "Der Euro-Zone kann dies auf dem begonnenen Weg aus der Rezession nur helfen", sagte er.

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich konstruktiv an der Debatte. Danke, die Redaktion/se

    Eine Leserempfehlung
  2. So wie ich das überblicke, sind Sinn und Bofinger die einzigen, die konsequent Lohnerhöhungen als Ausweg aus dem nicht nachhaltigen Wachstum des Auslandsvermögens empfehlen (nach Jahren des Exportüberschusses dank Lohndeflation).
    Auch die Ungleichgewichte in den Zahlungsbilanzen europäischer Staaten können auf diese Weise abgemildert werden.

    Herr Zehner trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er eine Erhöhung der Investitionen in Deutschland prohezeit, sollten die Löhne zulegen. Diese werden schlicht attraktiver/notwendig. Das schafft Binnennachfrage. Und besonders bei den Direktinvestitionen in Deutschland haben wir Aufholbedarf!

    Unsere Wettbewerbsfähigkeit wird darunter nicht besonders leiden, solange wir zumindest eine Schwarze Null in der Leistungsbilanz halten. Und bis dahin können die Löhne noch kräftig zulegen!

    8 Leserempfehlungen
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    haben wohl doch ganz unterschiedliche Meinungen.

    Nicht umsonst ist Sinn einer der schlimmsten Gegner des Mindestlohn.

  3. ... gibt nur eine STIMMUNG wieder.
    Heute so, morgen so.
    Mit FAKTEN hat das nichts zu tun !
    (Wer schafft mal das Ifo-Institut ab ?)

    Und wenn die nächsten Lohnerhöhungen anstehen, geht es
    "der Wirtschaft" plötzlich ganz schnell wieder hundsmiserabel,
    kurz vor dem Bankrott (durch geforderte, gerechte Löhne)
    oder der Auswanderung ins billige Ausland ...

    8 Leserempfehlungen
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    Das ist doch einfach nur lächerlich.

    Millionen von Alkoholikern sind wahrscheinlich auch hoffnungsvoll ins neue Jahr gestartet.

    Unter dieser "Meldung" kann man schon lesen, wie hoffnungsvoll die Zukunft für 6.000 Angestellte der Commerzbank wird.

    Noch eine hoffnungsvolle Meldung:

    Dramatisch: Jugend-Arbeitslosigkeit in Spanien steigt auf 55 Prozent
    http://deutsche-wirtschaf...

    Alles wird gut...

    • Infamia
    • 25. Januar 2013 11:15 Uhr

    Liest man die Printausgabe der ZEIT, sind die Zukunftsaussichten für Deutschland alles andere als rosig. Die Begründung wird auch gleich mitgeliefert. Die einiseitige Ausrichtung auf den Export wird mehr und mehr zum Bumerang, weil mehr uns mehr Länder (auch die USA) als Abnehmer ausfallen. Made in Germany ist zwar immer noch beliebt, aber immer mehr Länder können sich das schlicht nicht mehr leisten. Wenn Deutschland auch in Zukunft wachsen will, sollte es sich verstärkt um die Binnennachfrage kümmern. Denn der Export wird weiter kränkeln.

    Die Binnennachfrage könnte es richten. Aber nicht, wenn man weiterhin den Niedriglohnsektor ausbaut. Dann wird es wohl die nächsten Jahre eher ein frisches Mausgrau denn ein Rosarot.

    10 Leserempfehlungen
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    "Was stimmt denn nun?"

    Natürlich beides; und zwar jeweils immer dann, wenn es argumentativ gerade benötigt wird.

    Das finden Sie paradox? Ich auch.

    • Chali
    • 25. Januar 2013 11:20 Uhr

    die ich nicht verstehe:
    >>"Die Unternehmen haben 2012 abgehakt". Gründe dafür wären eine Erholung der Weltwirtschaft und ein Nachlassen der Planungsunsicherheit.<<

    Das waren die Gründe für das Abhaken?

    >> Gleichzeitig steige dank hoher Beschäftigung und steigender Löhne der Konsum. <<
    Aber der Konsum ist dank inflationsbereinigt konstanter Lohnsumme seit 15 Jahren nicht mehr gewachsen - warum sollte er das nun tun? Bekommen die Menschen mehr Kredit?

    8 Leserempfehlungen
  4. das all das tolle statistische Material, dass von amtswegen produziert wird irgendwie gar nicht taugt für Prognosen.

    Ob ich mir Wahlprognosen, Arbeitslosenzahel oder diese Wirtschaftsindikatoren, wie z.B. dieser Stimmungsmesser ansehe - jeder kann da was drin finden um jede Meinung zu untermauern.

    Geht's gut, dann kommt bald das Ende der Fahnenstange, geht's schlecht kommt das Licht am Ende vom Tunnel.

    Das Zahlenmaterial wird mehr, wirkt willkürlich und unstrukturiert, die Aussagen werden schwächer.

    Vielleicht machen wir den gleichen Fehler wie die Banken mit ihrem Risk-Management als ihnen der Laden um die Ohren flog und wir schauen uns einfach die falschen Zahlen an um wirklich was zu wissen.

    6 Leserempfehlungen
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    Es geht nicht um das unsinnige Zahlenmaterial,
    es geht um tausende von unsinnigen Arbeitsplätzen.
    Da sitzen Leute, "produzieren" Statistiken nach Wunsch
    des Bestellers (z.B. Merkels Regierung) und haben sonst
    nichts Produktives zu tun. Aber sie fallen wenigstens
    nicht in die Arbeitslosenstatistik ...

  5. Es geht nicht um das unsinnige Zahlenmaterial,
    es geht um tausende von unsinnigen Arbeitsplätzen.
    Da sitzen Leute, "produzieren" Statistiken nach Wunsch
    des Bestellers (z.B. Merkels Regierung) und haben sonst
    nichts Produktives zu tun. Aber sie fallen wenigstens
    nicht in die Arbeitslosenstatistik ...

    5 Leserempfehlungen
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    ergänzend möchte ich sagen, dass da ggf. auch ein Sinn darin steckt. Diejenigen, die diesen Kram verzapfen, rennen zumindest nicht in der freien wildbahn rum und richten anderweitig Schaden an.

    Zum Glück hat jede Sache auch ihre gute Seite.

    • Infamia
    • 25. Januar 2013 11:34 Uhr

    "6. Ist eigentlich schon mal aufgefallen
    das all das tolle statistische Material, dass von amtswegen produziert wird irgendwie gar nicht taugt für Prognosen."

    Ganz so ist es ja nicht. Viele Prognosen taugen schon und beim IFO-Index beruft man sich ja auf Aussagen von Unternehmen. Insofern taugt auch der IFO-Index bedingt. Prognosen haben allerdings auch immer einen Haken. Sagt jemand etwas voraus, gibt es immer jemand, der antizyklisch handelt. Kunden von mir kaufen immer nur zu wirtschaftlich schlechteren Zeiten. Die Begründung ist sogar nachvollziehbar. Da gibt es die besten Preise. In wirtschaftlich guten Zeiten zahlt man bekanntlich mehr.

    Egal welche Prognose sie also nehmen, es wird immer jemand geben, der anders handelt und somit wird es keine Prognose auf den Punkt treffen und bedarf ständiger Nachjustierung.

    Man sollte also von Prognosen nicht erwarten, dass sie es aufs Komma genau treffen, sondern sein eigenes Handeln danach ausrichten, was man selbst für Ziele hat. Und im Falle meines Kunden ist dies, den günstigsten Preis zu erzielen. Ich weiß also, wann ich auf ihn zählen kann. In wirtschaftlich schlechten Zeiten. Und somit kann auch dies meine Prognose insofern verhageln, dass er mein Jahr rettet, obwohl andere sich zurückhalten.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP, nf
  • Schlagworte Unternehmen | Außenhandel | Euro-Zone | Hans Werner | Industrie | Konsum
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