Ein Mann demonstriert in Portugal gegen die Sparmaßnahmen. © Henriques Da Cunha/AFP/Getty Images

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat für das hoch verschuldete Portugal Sparmaßnahmen im Umfang von vier Milliarden Euro ermittelt. Das Euro-Mitgliedsland solle weitere Staatsbedienstete entlassen sowie die Renten und Pensionen senken, wie aus einem Bericht des Fonds hervorgeht, den die Regierung in Lissabon veröffentlichte. Zudem schlug der IWF Einsparungen in der Bildung, im Gesundheitswesen und beim Arbeitslosengeld vor.

Die Regierung hatte den IWF im vergangenen Herbst darum gebeten, Einsparpotenziale zu identifizieren. Staatssekretär Carlos Moedas sagte, der Staat sei in seiner derzeitigen Form nicht tragbar. Für die Nachhaltigkeit des Haushalts seien Reformen notwendig. "Wir können besser mit weniger Ressourcen auskommen. Wir müssen einen Staat errichten, der die Bürger nicht so stark belastet", sagte Moedas.

Portugal erhielt 2011 von der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF ein 78-Milliarden-Euro-Hilfspaket. Im Gegenzug sollte das Haushaltsdefizit 2012 auf 5,0, in diesem Jahr auf 4,5 und bis 2014 auf die EU-Defizitgrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung gedrückt werden. Die Arbeitslosenquote im ärmsten Land Westeuropas erreichte zuletzt den Rekordwert von etwa 16 Prozent. Auch 2014 sollen zusätzliche Einsparungen über vier Milliarden Euro in Kraft treten. In diesem Jahr will die Regierung die bislang höchsten Steuererhöhungen durchsetzen.