Im Kampf gegen Konjunkturflaute und anhaltende Deflation setzt Japan auf eine expansive Geldpolitik. Die Notenbank kündigte unbefristete Anleihenkäufe an und verdoppelte ihr mittelfristiges Inflationsziel auf zwei Prozent.

Damit erfüllten die Währungshüter entsprechende Forderungen von Ministerpräsident Shinzo Abe. Angesichts der gewaltigen Staatsverschuldung von 235 Prozent des BIP hat die neue Regierung kaum noch Spielraum für weitere Konjunkturpakete und ist auf die Hilfe der Notenbank angewiesen.

Japan befindet sich zum vierten Mal seit der Jahrtausendwende in einer Rezession. Zudem leidet das Land unter einer hartnäckigen Deflation – also einer Spirale aus fallenden Preisen und sinkender Investitionsbereitschaft.

Ankündigung verpufft an der Börse

Anleger und Analysten hatten mit der Ausweitung des Anleihekaufprogramms gerechnet. Kritiker zeigten sich besorgt und verwiesen auf die USA, wo die Notenbank Fed ähnlich verfährt, die Politik aber nicht in der Lage ist, die Staatsverschuldung zu begrenzen.

An der Tokioter Börse verpuffte die Wirkung recht schnell. Der Nikkei-Index legte zwar zunächst zu, rutschte aber nach wenigen Minuten auf 10.688 Punkte ins Minus. Auch der Yen fiel und tendierte zum Dollar nahe des tiefsten Stands seit zweieinhalb Jahren.

"Es war mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen und nicht enttäuschend. Es war aber auch nicht überragend", sagte Börsenmakler Hiroshi Maeba von der UBS. "Der Markt hat das Ergebnis der Zentralbank zunächst gefeiert, aber keine der Maßnahmen war besonders überraschend", sagte ein Fondsmanager.