KonjunkturhilfeJapan schafft Raum für Inflation

Unbegrenzte Anleihekäufe, Inflationsziel verdoppelt: Die japanische Notenbank flutet die Märkte mit viel Geld. An den Börsen wurde dieser Schritt nur wenig goutiert.

Am Hafen von Tokio werden Container verladen (Archiv).

Am Hafen von Tokio werden Container verladen (Archiv).  |  © Franck Robichon/dpa

Im Kampf gegen Konjunkturflaute und anhaltende Deflation setzt Japan auf eine expansive Geldpolitik. Die Notenbank kündigte unbefristete Anleihenkäufe an und verdoppelte ihr mittelfristiges Inflationsziel auf zwei Prozent.

Damit erfüllten die Währungshüter entsprechende Forderungen von Ministerpräsident Shinzo Abe. Angesichts der gewaltigen Staatsverschuldung von 235 Prozent des BIP hat die neue Regierung kaum noch Spielraum für weitere Konjunkturpakete und ist auf die Hilfe der Notenbank angewiesen.

Anzeige

Japan befindet sich zum vierten Mal seit der Jahrtausendwende in einer Rezession. Zudem leidet das Land unter einer hartnäckigen Deflation – also einer Spirale aus fallenden Preisen und sinkender Investitionsbereitschaft.

Ankündigung verpufft an der Börse

Anleger und Analysten hatten mit der Ausweitung des Anleihekaufprogramms gerechnet. Kritiker zeigten sich besorgt und verwiesen auf die USA, wo die Notenbank Fed ähnlich verfährt, die Politik aber nicht in der Lage ist, die Staatsverschuldung zu begrenzen.

An der Tokioter Börse verpuffte die Wirkung recht schnell. Der Nikkei-Index legte zwar zunächst zu, rutschte aber nach wenigen Minuten auf 10.688 Punkte ins Minus. Auch der Yen fiel und tendierte zum Dollar nahe des tiefsten Stands seit zweieinhalb Jahren.

"Es war mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen und nicht enttäuschend. Es war aber auch nicht überragend", sagte Börsenmakler Hiroshi Maeba von der UBS. "Der Markt hat das Ergebnis der Zentralbank zunächst gefeiert, aber keine der Maßnahmen war besonders überraschend", sagte ein Fondsmanager.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • NoG
    • 22. Januar 2013 10:39 Uhr

    das es eben auch um die abwertung der eigenen waehrung geht, faellt einem dpa-artikel schreiber nicht so auf.

    http://www.querschuesse.d...

    so muss das aussehen - kostet aber eben geld.

    ...und wenn zeit-online irgendwann geld kosten soll,
    wird man solches nicht fuer duenne dpa-artikel bekommen.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Absicht"
  1. " Auch der Yen fiel und tendierte zum Dollar nahe des tiefsten Stands seit zweieinhalb Jahren."

    Das ist doch auch genau die Absicht. Der Yen ist seit der Finanzkrise komplett überbewertet, und das tut der japanischen Exportwirtschaft (also den großen Konzernen, die am Ende einer laaaangen und breiten Zulieferkette stehen, und damit essentiell für die japanische Wirtschaft sind) ziemlich weh.

    Als in Japan lebender "Eurozoner" kann ich bestätigen, dass der Wechselkurs bisher einfach nur absurd teuer war, wenn man sich mal getraut hat Preise zu vergleichen.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • NoG
    • 22. Januar 2013 10:39 Uhr

    das es eben auch um die abwertung der eigenen waehrung geht, faellt einem dpa-artikel schreiber nicht so auf.

    http://www.querschuesse.d...

    so muss das aussehen - kostet aber eben geld.

    ...und wenn zeit-online irgendwann geld kosten soll,
    wird man solches nicht fuer duenne dpa-artikel bekommen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa, kg
  • Schlagworte BIP | Börsenmakler | Deflation | Dollar | Geldpolitik | Konjunkturpaket
Service