WährungsgemeinschaftNiederländischer Finanzminister will Chef der Euro-Gruppe werden

Der Sprecherposten der Euro-Länder wird bald frei. Mehrere Nachfolger für Amtsinhaber Juncker sind im Gespräch, einer will sich offiziell bewerben.

Jeroen Dijsselbloem

Jeroen Dijsselbloem  |  © Michael Kooren/Reuters

Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem hat seine Kandidatur für den Vorsitz der Finanzminister der Euro-Länder angekündigt. Er werde sich am Freitag offiziell vorstellen, sagte der Sozialdemokrat.

Der 46-Jährige soll dem Luxemburger Jean-Claude Juncker nachfolgen. Dijsselbloem war erst im November Finanzminister der Niederlande geworden.

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Die Suche nach einem Kandidaten für die Juncker-Nachfolge zieht sich seit Monaten hin. Zeitweise war auch Finanzminister Wolfgang Schäuble im Gespräch, ebenso sein französischer Kollege Pierre Moscovici.

Entscheidung frühestens Februar

Das Amt ist ein Schlüsselposten bei der Überwindung der Schuldenkrise in der Euro-Zone. Der Chef der Gruppe bahnt wichtige Entscheidungen an und führt die Diskussion. So war es jedenfalls unter Juncker.

Der Franzose Moscovici äußerte im Gespräch mit der der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Vorbehalte gegen die schnelle Ernennung Dijsselbloems. Es gebe bisher noch gar kein offizielles Bewerbungsverfahren für die Nachfolge, sagte er.

Der Zeitung zufolge deutete Moscovici an, dass eine Entscheidung deshalb frühestens im Februar fallen könne. In französischen Regierungskreisen erfuhr Reuters, dort sei man nicht gegen Dijsselbloem, wolle aber vor seiner Wahl Genaueres über seine politischen Ziele erfahren. Dies könne durchaus noch vor der für Montag geplanten Wahl geschehen.

Die Zeitung berichtete, Moscovici wolle eine schriftliche Festlegung des Niederländers, wie etwa der Euro erhalten werden oder die geplante Bankenunion weiterentwickelt werden könne.

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