KonsumklimaDeutsche kaufen wieder mehr

So wie viele Unternehmen gehen auch die Verbraucher optimistisch ins neue Jahr: Sie rechnen mit mehr Geld und planen deshalb auch größere Anschaffungen. Die Euro-Krise spielt keine große Rolle.

Die Aussicht auf eine rasche Erholung der Konjunktur weckt die Kauflaune der Verbraucher. Dies ergibt die neue Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), deren Barometer im Februar um 0,1 auf 5,8 Punkte zulegte und damit erstmals wieder seit drei Monaten gestiegen ist.

Wesentlicher Grund für den Optimismus ist die Hoffnung, dass sich die Beschäftigung auch dieses Jahr stabil entwickeln wird. "Auch die Inflation wird 2013 vermutlich moderat ausfallen", sagt GfK-Experte Rolf Bürkl. "Dies wird die Kaufkraft der Einkommen ebenfalls stärken."

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In dieser sich abzeichnenden guten Gesamtlage – auch die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hatte sich zuletzt zusehends aufgehellt – schätzen die Verbraucher ihre künftige Finanzlage deutlich besser ein als zuletzt. Mit einem Plus von knapp 15 Punkten erreicht das entsprechende Barometer nunmehr 36 Zähler.

Folglich sind die Verbraucher auch wieder eher bereit, ihr Geld für Möbel oder andere kostspielige Güter auszugeben. Die GfK hat für Januar ein kräftiges Plus von 15,2 Punkten beim Indikator für die Anschaffungsneigung gemessen, der auf 35,3 Zähler nach oben schnellte. Die weiterhin niedrigen Sparzinsen tun hier ihr Übriges: Die Verbraucher geben ihr Geld lieber aus anstatt es anzulegen.

Euro-Krise als Unsicherheitsfaktor

Ob der private Konsum die Wirtschaft wie bereits im Vorjahr anschieben wird, hängt nach Auffassung der Forscher nun maßgeblich von der Entwicklung in der Euro-Schuldenkrise ab: "Sollte sie entgegen aller Erwartungen in diesem Jahr weiter eskalieren, steht auch der Binnenkonjunktur ein sehr schwieriges Jahr bevor", sagte GfK-Experte Bürkl.

Im Moment aber spiele die Euro-Krise bei den Deutschen keine große Rolle. "Die Staatsschuldenkrise kommt in den Medien derzeit weitgehend ohne negative Schlagzeilen aus", heißt es seitens der GfK. "Deshalb treten bei den deutschen Verbrauchern wieder die guten inländischen Rahmenbedingungen in den Vordergrund."

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Leserkommentare
  1. Jaja, der GFk-Konsumklimaindex :D

    Hat eigentlich mal jemand evaluiert, in wie weit dieser Index jemals das tatsächliche Konsumverhalten richtig vorausgesagt hat?

    Ist ja irgendwie aussällig, dass der Index ständig steigende Konsumneigung zeigt, aber die Binnenkonjunktur am Boden bleibt...

    7 Leserempfehlungen
  2. "Folglich sind die Verbraucher auch wieder eher bereit, ihr Geld für Möbel oder andere kostspielige Güter auszugeben."

    Deswegen hat der Konsum halt mal n bisschen langsamer gemacht, das Geld muss ja irgendwo herkommen.

    Aber war nicht vor einem Monat das Genöle im Einzelhandel laut, weil die Deutschen mittem im Advent es wagten "Kaufzurückhaltung" (mein persönliches UNwort des Jahres!) zu üben??

    Moderate Inflation- gut, die meisten haben ihre fette Stromerhöhung ja schon bekommen, die wird dann eben nicht mehr aktuell mit einberechnet, auch wenn sie dieses Jahr erst voll einschlägt bei der Abrechnung.

    Vebraucher geben lieber Geld aus als es anzulegen - 1. wundert das jemanden nach all dem Banken- und Versicherungstheater noch?? Und 2. bleibt vielen vielleicht gar nicht mehr genug übrig zum Anlegen. Das hat dann mit der Notwndigkeitd er Ausabaen zu tun, nicht mit Wahlfreiheit.

    4 Leserempfehlungen
  3. 3. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/jk

    8 Leserempfehlungen
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    Es ist MEHR. Und MEHR bedeutet Steigerung, Leistung, Erfolg. In was auch immer..

    ... das war ein konstruktiver Beitrag, welcher die Frage stellte, worum es sich bei dem Index überhaupt handelt.
    Wenn ich die Überschrift "Deutsche kaufen wieder mehr" dieses Artikels lese, bin ich der Auffassung, daß die von mir gestellte Frage mehr als berechtigt ist. Denn den tatsächlichen Konsum meiner Landsleute bildet der Index nun wirklich nicht ab.
    Wenn die Redaktion allerdings der Auffassung ist, es sei sinnvoller meinen Kommentar, statt der komplett unsinnigen Artikelüberschrift, zu löschen, dann bitteschön. Ihre Sache.

  4. Es ist MEHR. Und MEHR bedeutet Steigerung, Leistung, Erfolg. In was auch immer..

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "[...]"
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    Das ist es also, wenn andauernd von Wachstum gefaselt wird.
    Wachstum ist immer dann, wenn das Barometer um 15 Prozentpunkte auf 36 Zähler wächst, nicht wahr?
    Oder nicht? Oder doch? Oder anders?

  5. Das ist es also, wenn andauernd von Wachstum gefaselt wird.
    Wachstum ist immer dann, wenn das Barometer um 15 Prozentpunkte auf 36 Zähler wächst, nicht wahr?
    Oder nicht? Oder doch? Oder anders?

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ist doch klar"
  6. [Sie rechnen mit mehr Geld und planen deshalb auch größere Anschaffungen.]

    Ja, da wird bald für jeden Arbeitnehmer wohl eine fette Lohn-/Gehaltserhöhung fällig oder wie?

    Alleine der Satz ist schwachsinnig. Das ein Journalist das überhaupt benutzt, grenzt schon an einer Wahnvorstellung.

    Eine Leserempfehlung
  7. Ich hatte schon gedacht, jetzt regt sich jeder über das Titelbild mit der Hermès Tasche und den Tod's Schuhen auf...

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    • NoG
    • 29. Januar 2013 13:10 Uhr

    sagt mir beides nichts.
    sind das deutsche auf den bildern?
    gut moeglich, denen sagt man ja schlechten geschmack nach. :)

    btw: "deutsche wollen wieder mehr geld ausgeben"

    duerfte korrekter sein.
    viel mehr moechte der gfk-index auch gar nicht sagen.

  8. nämlich das Amusement über alle d, die glauben, sie hätten was vom Aufschwung, weil sie nicht begreifen, dass nur Unternehmer und Zocker daraus Gewinn ziehen, während der Arbeitnehmer dafür mehr arbeiten muss.
    Insofern nützt der neue Aufschwung den Arbeitnehmern. Mehr Geld bleibt übrig, weil sich die Arbeitszeit in den betrieben erhöht und sich die Arbeitsbelastung verschärft.

    Nein, ich bin ganz zufrieden so wie es ist. Ich schau mir die Arbeitswelt nur noch aus der ferne an und wundere mich,wie man das GFK Geschwafele für bare Münze nehmen kann .
    Interessant, dass solche Meldungen, die vor 10 Jahren höchstens auf der letzten Seite eines Wirtschaftsteils einer zeitung als Randnotiz aufgetaucht ist, nun inflationär auf Seite 1 aller "bedeutenden" Medien verramscht wird.

    3 Leserempfehlungen
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    "Interessant, dass solche Meldungen, die vor 10 Jahren höchstens auf der letzten Seite eines Wirtschaftsteils einer zeitung als Randnotiz aufgetaucht ist, nun inflationär auf Seite 1 aller "bedeutenden" Medien verramscht wird."

    Diese Meldungen sind das bundesrepublikanische Äquivalent zu den Das-Oberkommando-der-Wehrmacht-gibt-bekannt-Berichten aus früheren Zeiten ;)

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP, kg
  • Schlagworte Medien | Einkommen | Euro-Krise | Geld | Gesellschaft für Konsumforschung | Hoffnung
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