Die Rating-Agentur Standard & Poor's sieht sich durch den Kompromiss im US-Haushaltsstreit nicht zu einer Heraufstufung der Kreditwürdigkeit des Landes veranlasst. Die Einigung ändere nichts am Ausblick, urteilten die Bonitätswächter. Bei S&P werden die USA seit einiger Zeit nur noch mit AA+ bewertet und damit nicht mehr mit der Bestnote. Zudem wird der Ausblick als negativ bewertet.

S&P begründete die zurückhaltende Einschätzung des Kompromisses damit, dass die US-Staatsfinanzen dadurch mittelfristig nicht stabiler würden. Die Einigung zum Jahreswechsel verhinderte automatisch eintretende Steuererhöhungen für praktisch alle Amerikaner sowie Ausgabenkürzungen. Positiv bewertete S&P, dass sich durch den Etat-Kompromiss das Risiko einer Rezession verringert habe.

Im Gegensatz zu S&P bewertet Moody's die USA immer noch mit der höchstmöglichen Bonitätsnote. Seit August 2011 ist diese jedoch mit einem negativen Ausblick versehen. Nun verlangt auch Moody's, die USA müssten nach der Einigung mehr tun, um das Spitzen-Rating zu bewahren.

"Nur ein erster Schritt"

Mittelfristig verbessere der Kompromiss nicht die Schuldenquote der Regierung, urteilte Moody's und argumentierte damit ähnlich wie S&P. "Es ist ein wichtiger Schritt, aber es ist ein erster Schritt", sagte der führende US-Staatsanleihen-Analyst von Moody's, Steven Hess.

Die USA stoßen voraussichtlich Ende Februar an ihre selbst gesetzte Schulden-Obergrenze. Moody's will nun abwarten, wie sich die Debatte über die Erhöhung dieser Grenze in den kommenden Monaten entwickelt.

Dagegen reagierten die Finanzmärkte auf die Einigung im Haushaltsstreit mit kräftigen Kursgewinnen. Rund um den Globus griffen Anleger sowohl bei Aktien als auch bei Rohstoffen und Währungen zu. Sie ließen sich dabei auch nicht von den Warnungen etwa der Rating-Agenturen abhalten, dass die US-Schuldenkrise mit dem Kompromiss noch lange nicht überwunden sei.

Dax auf Fünf-Jahres-Hoch

Der Dax beendete den ersten Handelstag des Jahres mit einem Plus von 2,2 Prozent bei 7.778,78 Punkten. Mit einem Tageshöchststand von 7.789,94 Zählern markierte der deutsche Leitindex ein neues Fünf-Jahres-Hoch.

In New York stieg der Dow Jones mit den 30 Standardwerten um 1,7 Prozent auf 13.326 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 rückte ebenfalls 1,7 Prozent auf 1.450 Zähler vor. Der Nasdaq kletterte um 2,2 Prozent auf 3.087 Punkte.