Die florierende Wirtschaft und der Beschäftigungsboom in den vergangenen Jahren haben der Gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland das größte Finanzpolster aller Zeiten beschert. Zum Jahresende 2012 kletterte deren Rücklage auf 29,4 Milliarden Euro. Das waren über fünf Milliarden Euro mehr als 2011, berichtete die Stuttgarter Zeitung.

Die "eiserne Reserve" entspreche 1,69 Monatsausgaben, hat das Blatt berechnet – offiziell heißt sie "Nachhaltigkeitsrücklage". Da der Beitragssatz zum 1. Januar von 19,6 auf 18,9 Prozent des Bruttoeinkommens gesenkt wurde, wird jedoch erwartet, dass die Rücklage im Jahresverlauf schmilzt.

Der CDU-Sozialexperte Peter Weiß plädierte dafür, die gute Kassenlage für eine höhere Mindestreserve zu nutzen: "Selten ging es der Rentenversicherung so gut wie heute." Derzeit kann die Rücklage der Rentenversicherung bis auf 0,2 Monatsausgaben absinken. Erst dann muss der Rentenbeitragssatz erhöht werden.

Die 20 Millionen deutschen Rentner können in den nächsten vier Jahren mit deutlich höheren Altersgeldern rechnen: Die Renten sollen bis 2016 im Westen um 8,27 Prozent, im Osten sogar um 11,01 Prozent steigen.

Mütter-Rente und Lebensleistungsrente

Die Chefin der CDU-Frauenunion, Maria Böhmer, dringt auf eine rasche Einigung bei der Rentenreform. Sie forderte in der Rheinischen Post erneut Verbesserungen für ältere Mütter, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben. "Es kann keinen Schritt in der Rentenreform geben, ohne dass das Thema Mütter-Renten aufgegriffen wird." Die Gerechtigkeitslücke, was die Anerkennung von Kindererziehung in der Rente betrifft, werde in der Bevölkerung als sehr tief empfunden.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hofft auf eine koalitionsinterne Einigung bei der Rente. Es sei wichtig, dass die Regierung das Konzept gegen Altersarmut – die sogenannte Lebensleistungsrente – auf den Weg bringe, sagte die Ministerin. Es komme nun darauf an, zu einer geschlossenen Haltung zu kommen; die Chancen dazu seien gewachsen. Allerdings müsste auch der demnächst rot-grün dominierte Bundesrat zustimmen.