Dezember 2012 : Spanien meldet Rückgang der Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Dezember zurückgegangen. Die Regierung Rajoys sieht positive Signale für den Arbeitsmarkt, Gewerkschaften sind weniger begeistert.
Ein Arbeitssuchender in Barcelona © David Ramos/Getty Images

Die Arbeitslosigkeit in Spanien ist zum ersten Mal seit Juli wieder gesunken. Die Zahl der bei den Behörden gemeldeten Arbeitssuchenden ging im vergangenen Monat um 1,2 Prozent oder 59.094 auf knapp 4,85 Millionen zurück. Wie das Arbeitsministerium mitteilte, ist das der stärkste Rückgang aller Zeiten für den Monat Dezember.

Finanzminister Cristóbal Montoro sagte: "In der spanischen Wirtschaft tut sich Positives." Die Entwicklung sei auch den Arbeitsmarktreformen zu verdanken, die die konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy 2012 eingeführt hatte.

Gewerkschaften wiesen die positiven Kommentare zurück. Die UGT sagte, die Regierung sehe Fortschritte, wo es keine gebe. Die mitgliederstärkste Gewerkschaft des Landes, CCOO, sagte, der Rückgang der Jobsuchenden sei nur saisonal bedingt, das Problem der Arbeitslosigkeit habe noch nicht den Höhepunkt erreicht.

Arbeitslosigkeit 2012 gestiegen

Im Gesamtjahr 2012 kletterte die Zahl der Arbeitssuchenden in Spanien im Vergleich zu 2011 nach amtlichen Angaben um 430.000 oder 9,6 Prozent. Mit rund 25 Prozent verzeichnet Spanien weiterhin die höchste Arbeitslosenquote in ganz Europa. Nach den Zahlen der nationalen Statistik-Behörde INE sind nicht nur die registrierten 4,8 Millionen, sondern 5,8 Millionen Menschen arbeitslos.

2012 schrumpfte die spanische Wirtschaft im Zuge der Maßnahmen zur Sanierung der Staatsfinanzen um rund 1,5 Prozent. Für das laufende Jahr erwarten EU und andere Organisationen einen ähnlichen Rückgang der Konjunktur.

Experten rechnen mit weiterer Steigerung der Arbeitslosigkeit

Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young rechnet damit, dass die Arbeitslosigkeit in Spanien in diesem Jahr auf 27 Prozent steigen könnte. Generell sehen die Autoren ein schwieriges Wirtschaftsjahr für die Euro-Zone voraus: Die Wirtschaft werde voraussichtlich um 0,2 Prozent schrumpfen. Es müsse mit fast 20 Millionen Arbeitslosen gerechnet werden.

Besonders schwarz sehen die Autoren von Ernst & Young nicht nur für Spanien, sondern auch für Griechenland und Portugal. Dort rechnen sie mit einer Arbeitslosigkeit von 28 und 17 Prozent.

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Kommentare

8 Kommentare Kommentieren

Entfernt?

<< Entfernt. Bitte kehren Sie sachlich zum konkreten Artikelthema zurück. Danke. Die Redaktion/kvk <<

Bitte was?
Es geht in eurem EIGENEN Artikel doch u.a. um Prognosen (von Ernst & Young) über die erwartete Arbeitslosenquote in Griechenland.
Und da ist ein Hinweis auf Prognosen der Citybank*, wonach GR 2013 mit 30% und bis 2015 mit 40% Erwerbslosen rechnen kann, u.a. aufgrund der desaströsen, krisenverschärfenden "Rettungspolitik" der EU-Eliten, dann unsachlich und am Thema vorbei?

* http://www.german-foreign...

@8... das mag stimmen

nur sind solche Meldungen wenig hilfreich. Investieren Sie in einem Land, in dem die Kaufkraft stetig sinkt? Während negative Nachrichten die Lage verschlimmern könnten positive Nachrichten tatsächlich zu einer Verbesserung führen. Wirtschaft ist Psychologie. Vor kurzem habe ich gelesen, dass sich die Leute aufregen, wenn der Joghurt etwas mehr kostet, sie aber nicht mit der Wimper zucken, wenn sie an der Börse mal ein paar tausend Euro verlieren. Ist ja klar. An der Börse hoffen sie, den Verlust wieder reinzuholen. Ebenso braucht es Hoffnung, dass sich eine Investition in Spanien über kurz oder lang auszahlt