Die Arbeitslosigkeit in Spanien ist zum ersten Mal seit Juli wieder gesunken. Die Zahl der bei den Behörden gemeldeten Arbeitssuchenden ging im vergangenen Monat um 1,2 Prozent oder 59.094 auf knapp 4,85 Millionen zurück. Wie das Arbeitsministerium mitteilte, ist das der stärkste Rückgang aller Zeiten für den Monat Dezember.

Finanzminister Cristóbal Montoro sagte: "In der spanischen Wirtschaft tut sich Positives." Die Entwicklung sei auch den Arbeitsmarktreformen zu verdanken, die die konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy 2012 eingeführt hatte.

Gewerkschaften wiesen die positiven Kommentare zurück. Die UGT sagte, die Regierung sehe Fortschritte, wo es keine gebe. Die mitgliederstärkste Gewerkschaft des Landes, CCOO, sagte, der Rückgang der Jobsuchenden sei nur saisonal bedingt, das Problem der Arbeitslosigkeit habe noch nicht den Höhepunkt erreicht.

Arbeitslosigkeit 2012 gestiegen

Im Gesamtjahr 2012 kletterte die Zahl der Arbeitssuchenden in Spanien im Vergleich zu 2011 nach amtlichen Angaben um 430.000 oder 9,6 Prozent. Mit rund 25 Prozent verzeichnet Spanien weiterhin die höchste Arbeitslosenquote in ganz Europa. Nach den Zahlen der nationalen Statistik-Behörde INE sind nicht nur die registrierten 4,8 Millionen, sondern 5,8 Millionen Menschen arbeitslos.

2012 schrumpfte die spanische Wirtschaft im Zuge der Maßnahmen zur Sanierung der Staatsfinanzen um rund 1,5 Prozent. Für das laufende Jahr erwarten EU und andere Organisationen einen ähnlichen Rückgang der Konjunktur.

Experten rechnen mit weiterer Steigerung der Arbeitslosigkeit

Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young rechnet damit, dass die Arbeitslosigkeit in Spanien in diesem Jahr auf 27 Prozent steigen könnte. Generell sehen die Autoren ein schwieriges Wirtschaftsjahr für die Euro-Zone voraus: Die Wirtschaft werde voraussichtlich um 0,2 Prozent schrumpfen. Es müsse mit fast 20 Millionen Arbeitslosen gerechnet werden.

Besonders schwarz sehen die Autoren von Ernst & Young nicht nur für Spanien, sondern auch für Griechenland und Portugal. Dort rechnen sie mit einer Arbeitslosigkeit von 28 und 17 Prozent.