WirtschaftskriseSpaniens Verzweifelte
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"Die Geldinstitute haben die Gerichte zu ihren Inkasso-Büros gemacht"

Hinzu kommt nun die Arbeitsmarktmisere. Rund sechs Millionen Menschen sind derzeit in Spanien arbeitslos, vier Millionen mehr als noch vor fünf Jahren. Viele Großfamilien leben nur noch von einem Einkommen, in anderen Familien hat keiner mehr Arbeit. Wer in einer solchen Situation seinen Job verliert, ist oft auf die Barmherzigkeit der anderen angewiesen. "Gäbe es keine Essensspenden der Kirchen oder der Caritas, hätten wir längst Hungerrevolten", sagt Eduard Baches, Sprecher der Plateforma d’Afectats per la Hipoteca (PAH), einer Organisation, die sich um die Rechte hochverschuldeter Kreditnehmer kümmert. Baches berichtet von Massenschlaflagern in Priesterseminaren, von langen Warteschlagen an den Essensausgaben und Hilfsstellen für junge Mütter.

Es sind Geschichten wie jene von Marta Afuera Pons, die jetzt in den spanischen Zeitungen zu lesen sind. Afuera Pons, eine Frau und junge Mutter aus Girona, hatte eine feste Anstellung bei einer Versicherung, als ihr Leben aus den Fugen geriet. Erst trennte sich ihr Mann von ihr, dann verlor sie in der Krise ihren Job. Eigentlich hatte sie Glück, denn die Wohnung, die sie gekauft hatte, wurde von einer der lokalen Sparkassen finanziert, die in Spanien gemeinnützig arbeiten. Doch in der Krise ging das Institut pleite und wurde von einer Privatbank aufgekauft, die anschließend ihre Kreditregeln durchsetzte. Afuera Pons klagte dagegen mehrfach – und verlor. Das Gesetz, sagt sie, schütze die Banken, nicht die Bürger. Heute engagiert sie sich im Widerstand gegen die Zwangsvollstreckungen.

Tatsächlich wächst in Spanien die Wut auf die Banken, die noch immer nicht im geringsten zur Rechenschaft gezogen wurden für die Kreditvergabepraxis der vergangenen Jahre. Stattdessen erhielt die in Betrugsskandale verwickelte Bankia im Herbst 2012 eine Kapitalspritze in Höhe von 4,5 Milliarden Euro aus dem europäischen Rettungsfonds, um Verluste auszugleichen, die das Institut durch seine Immobiliengeschäfte angehäuft hatte. Insgesamt 60 Milliarden will Spaniens Regierung zur Rettung der heimischen Banken aufbringen.

Hilfe für die Bürger gab es erst, als sich die Selbstmorde häuften und die Presse die Fälle aufgriff. Mittlerweile hat die Regierung von Mariano Rajoy ein Gesetz eingeführt, wonach gewisse Familien vor einer Zwangsräumung geschützt werden sollen: Solche, die weniger als 19.000 Euro verdienen und deren Kinder jünger als drei Jahre sind. Kritiker halten das für einen Hohn. Von den rund 200 Zwangsräumungen, die Anfang dieses Jahres in der spanischen Stadt Lleida anstünden, profitierten genau zwei von dem neuen Gesetz.

Selbst die Polizeigewerkschaft verliert die Geduld

Stattdessen kommt Unterstützung von Anwälten und Gerichten. Der spanische Richterverband APM beklagt, dass das spanische Recht veraltet sei und wirft den Banken vor, die Gerichte zu missbrauchen. "Die Geldinstitute haben die Gerichte zu ihren Inkasso-Büros gemacht", schimpften die Richter des Verbandes unlängst. Sie fordern stattdessen eine Regelung wie in den USA, wo die Bürger von den Schulden befreit sind, wenn sie ihre Immobilie an die Bank zurückgegeben haben. Auch der Europäische Gerichtshof befand unlängst, dass spanische Zwangsräumungsgesetz verstoße gegen europäische Normen, weil es die Kunden nicht vor missbräuchlichen Vertragsklauseln schütze.

Viele Richter in Spanien nahmen die Steilvorlage aus Luxemburg auf und haben seither alle Zwangsräumungsprozesse auf Eis gelegt. Die kalte, alltägliche Routine scheint in vielen Teilen des Landes ins Stocken zu geraten. Dazu passt, dass die baskische Kutxabank bereits im November nach dem Selbstmord einer beliebten baskischen Ratsfrau erklärte, künftig auf Zwangsvollstreckungen zu verzichten. Die Gemeinde Alzira hat einige leer stehende Immobilien aus dem Bestand einer Bank verstaatlicht, um sie als Sozialwohnungen zu nutzen. Selbst die größte Polizeigewerkschaft sicherte ihren Beamten juristische Hilfe zu, sollten sie sich Zwangsvollstreckungen verweigern.

Auch die Aktivisten von PAH machen weiter Druck. Bis zum 25. Januar sammeln sie Unterschriften für ein Gesetz, das regeln soll, was im Pleitefall geschieht: Künftig sollen die Bürger ihre Schulden mit der Übergabe der Immobilie an die Bank begleichen können – wie in den USA. Auch fordern die Aktivisten, dass die zahlreichen leer stehenden Wohnungen in Spanien zum Teil zu Sozialwohnungen umgewidmet werden. Je nach Schätzung sind im Moment zwischen 600.000 und 3,1 Millionen Wohnungen in Spanien ungenutzt.

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Leserkommentare
  1. Denkt auch mal jemand daran, dass die Gläubiger nun auf ihrer Forderung sitzen bleiben werden?

    Natürlich ist ein Suizid eine tragische Angelegeheit und das ist jedem Fall, aber niemand wird dazu gezwungen. Die Menschen scheinen dies als einen Ausweg zu sehen, bedenken dabei aber nicht, dass sie damit noch mehr Schaden anrichten.

    Man kann doch beispielsweise auch in eine kleinere Wohnung ziehen und dann die Schulden in Raten abbezahlen. Sich aber seiner gesellschaftlichen Pflichten durch den Freitod zu entziehen, das ist schon etwas feige und unverständlich.

    Den Banken kann man jedenfalls wohl kaum eine Schuld anlasten, schließlich würde jeder Vermieter auch seinen säumigen Mieter vor die Tür setzen.

    10 Leserempfehlungen
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    aus ihrer (vermutlich, wnigstens aber hoffentlich) finanziell gesicherten Situation.
    Ratenrückzahlungen, Kredite hin oder her, Banken sind keine Samariter, aber: Die Banken erwecken bei mir da nur den Eindruck vom Elefant im Porzellanladen. Doch gerade die sollte doch erst einmal vor der eigenen Türe kehren.
    Fakt aber ist: Die Welt ist kalt geworden. Und leider zeugt ihr Kommentar auch davon.

    ... als Gläubiger etlicher Banken sitzt aktuell auf ziemlich hohen Forderungen.

    • Adolfo1
    • 21. Januar 2013 20:18 Uhr

    Man sieht, daß der Verfasser sich über die Lage in Spanien nicht informiert hat. Selten habe ich solch einen Kommentar gelesen.

    • JGatsby
    • 21. Januar 2013 20:31 Uhr

    Vielleicht wissen das wenige - aber die Spanischen Banken haben damals auf Grund des billigen Geldes 120% der Wohnung / Haus finanziert !!! Jetzt versuchen sie natürlich ihr Geld wieder zu holen. Wie einfältig die Spanier waren darauf einzugehen und in den Tag hineinzuleben ist eines. Die Gier der Banken dieses billige Geld auszunutzen ist etwas anderes. Diese Banken haben sich Kunden bis zum bitteren Ende geschaffen. Jetzt holen sie das Geld gnadenlos bei den Abhängigen und werden auf der anderen Seite gestopft von der Regierung... Wo ist das anders ? Hatte Jesus diese Typen nicht aus dem Tempel hinausgeworfen ?... Sollte man mal nachdenken ob das nicht wieder angesagt wäre... Beste Grüße JG

    Eine traurige und erschreckend kalte Sicht auf die Dinge...
    Diese Personen sind in den seltensten Fällen selbstverschuldet in diese Lage geraten. Vielmehr ist es so, dass sie schlicht zwischen die fronten von wirtschafts-Interessen geraten sind. Letzendlich sitzen die Banken am längeren Hebel... die Tatsache, dass die Bürger Spaniens keine Rückendeckung ihrer eigenen Regierung bekommen, ist unfassbar und beweist einmal mehr, dass die PP aus einen Haufen skrupelloser, intriganter und korrupter Opportunisten besteht. Von Deutschland aus, welches direkt von der katastrophalen Lage in spanien und anderswo profitiert, lässt es sich leicht meckern. ich möchte Sie mal sehen wenn sie sich auf einmal am Abgrund sehen und eine Familie zu ernähren haben. Ich vermute, dann hätten Sie nicht mehr so viel Verständnis für das Verhalten der Banken

    Obwohl Ihr Kommentar bei mir zunächst eine stark emotionale Reaktion hervorrief (nämlich Abscheu und Verachtung), möchte ich eine rationale Antwort versuchen. Sie schreiben: "Den Banken kann man jedenfalls wohl kaum eine Schuld anlasten, schließlich würde jeder Vermieter auch seinen säumigen Mieter vor die Tür setzen." Das ist zu kurz gedacht, denn der Artikel betont ja, dass die wenigsten Bankkunden darüber informiert waren, welche Risiken eine Baufinanzierung mit flexiblem Zins birgt. Insofern liegt hier zumindest eine bewusste Desinformation oder Nichtinformation durch die Banken vor.

    So oder so empfinde ich Ihren Beitrag als zynisch, denn die Gläubiger, die Sie mit Ihrer rhetorischen Frage "denkt auch einmal jemand an die Gläubiger, die nun nun auf ihrer Forderung sitzen bleiben werden", sind eben die Banken, und diese erhalten ja bereits die Immobilie retour. Die darüber hinausgehende Forderung, die Sie meinen, ist die Differenz zwischen Buchwert und tatsächlichem derzeitigem Ist-Wert der Immobilie, und diese Differenz will die Bank von ihrem ehemaligen Kunden jetzt auch noch zurück. Vor diesem Hintergrund hält sich mein Mitleid mit den Gläubigern, um die Sie sich sorgen, arg in Grenzen.

    Aber vielleicht verkenne ich ja auch nur, dass Ihr Beitrag ironisch intendiert ist.

    Hören Sie mal zu, Sie 'realistischer Humanist' - reden Sie erst dann wieder über Selbstmörder, wenn Sie selbst eine solche Phase überlebt haben in Ihrem Leben. Dann denken wir gemeinsam an die Gläubiger.

    Die Selbstmörder beachten nicht, dass sie damit Schaden anrichten, offenbar weil sie sich auf diesem bequemen Weg weiterer Schuldknechtschaft entziehen?

    Sich auf diese Art seinen gesellschaftlichen Pflichten, sprich der Gewinnmaximierung der Banken, zu entziehen, ist feige?

    Meinen Sie wirklich, dass jemand der keinen anderen Ausweg mehr kennt, sich solche Gedanken macht?

    Glauben Sie, dass ein Leben nur zur Erfüllung seiner gesellschaftlichen (Zahlungs-)Plichten unterhalb oder am Rande des Existenzminimums noch lebenswert ist?

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/ls

    so ein Quatsch.

    Nicht ernst zu nehmen. Kann man wohl als Flame abbuchen.

    Tragisch erscheint mir, dass Sie sich trotz Ihres
    eiskalten kapitalistischen Denkens immer noch als
    "Humanist" sehen...Ich tippe auf ein BWL-oder auch Jura-Studium - und eine vermögende Familie.
    Im Ernst: Das Massenelend in Spanien braucht wohl eine ernstere Erörterung als den Vorschlag, in eine kleinere Wohnung zu ziehen und die von den Banken erpressten Zahlungen - von einem Null-Einkommen - "in Raten" abzubezahlen !
    Spanien steht vor sozialen und politischen Explosionen schwer vorstellbaren Ausmaßes.

    • genius1
    • 21. Januar 2013 21:25 Uhr

    oder einen Privatkredit vergebe, bei beidem muss ich darauf Achten, das das Geschäft etwas abwirft oder der Kredit, Rückzahlbar ist!

    Das sollten doch die Experten bei den Banken besser Einordnen können, als eine Privatperson!

    Ihre Sicht der Gläubiger ist etwas zu kurz gefasst.

    Wenn die Gläubiger die Schuldner als Kapitalwert betrachten, sollten sie sich auch um den Erhalt dieses Wertes kümmern und nicht hinterher jammer.

    Se würden sicher jedem Hausbesitzer, der sein Haus verkommen lässt, mit einem "selber schuld" jedes Mitleid verweigern.

    Wieso sollten wir es mit einem Gläubiger anders halten, der seine Schuldner so sehr verkommen kässt, dass ihnen nur noch der Suizid bleibt?

    ... worum es eigentlich geht.

    Aber es gibt am Finanzmarkt Alternativen zur unsicheren langwierigen Rückzahlung der unter Vortäuschung falscher Tatsachen erschlichenen Schulden.

    So werden in Double-Deal-Derivates (3D) Verbindlichkeiten gebündelt und gleichzeitig garantiert. Die Absicherung geschieht bei diesem innovativen Tool durch strukturierte Versicherungen (3DCashing)auf die Gesundheit von Schuldnerpools (3DVictim), staatliche Hilfen (3DParasol) und eine effektive Fullfilment-Unit (3DWipeout).

    Fragen Sie einfach die Bank Ihres Vertrauens, wenn Sie mehr wissen wollen.

    =;)
    Kai Hamann

    Klasse Kommentar, könnte glatt von mir stammen.

    "Den Banken kann man keine Schuld anlasten"
    Das müßte man im Einzelfall überprüfen.

    2 Beispiele wie Banken arbeiten.

    Es gab eine Zeit, da bekamen bereits Kinder (Jugendliche) ein Girokonto mit 5 € Guthaben und einem Überziehungsspielraum von 50 €.
    Das wurde dann verboten.
    Was passierte? Die Jungndlichen überzogen ihr Konto und zahlten bis zu 14 Prozent Überziehugnszinsen. Bereits nach einigen wenigen Monaten waren die geschenkten 5 € wieder reingeholt. Gibt man nun den Jungendlichen die Schuld? Ich denke Nein!
    Unsere Haubank ( des Arbeitgebers) drängte darauf, daß alle Mitarbeiter auf 3 Prozent Lohn verzichten mußten (um das Unternehmen zu retten). 3 Monate später erhöhte die Bank die Zinsätze. Und zufällig genau um den Betrag, auf den die Arbeitnehmer vorher verzichten mußten.
    Die Banken spielen sich zu etwas auf, was sie nicht sein sollten. Menschen werden zu Spielbällen der Geldverwalter und Gelderschaffer.
    Schlimm ist, daß der Mensch nicht im Mittelpunkt des wirtschaftlichen Handelns steht sondern allein der Profit.

    Die Gläubiger (die Banken) setzen Menschen auf die Straße.
    Sie würden, sogar in dem katholischen Spanien, den Stall lieber leer stehen lassen, als einem jungen Paar billiger zu überlassen.

    "Den Banken kann man jedenfalls wohl kaum eine Schuld anlasten"

    Ja wem denn sonst? Wer hat denn die Blase mit faulen Spekulationen erzeugt bzw. getragen?
    Und diese durch PRIVATE Banken verursachten Schulden darf jetzt der Staát in Person des Steuerzahlers schultern, weil wir ja ohne die segensreichen Dienste dieser Banken bankrott gehen. Deshalb auch ganz schnell all diese ausgebufften Kreditnehmer zwangsräumen, damit die armen armen Banken und ihr hochmoralisches Treiben in unser aller Interesse fortgeführt werden kann. Einfach nur perfide.

    Das ganze lief doch ähnlich wie in den USA !

    Zuerst faseln liberale Politiker was von Eigenverantwortung.
    Dann werden Menschen Immobilienkredite aufgeschwatzt die eigentlich viel zu hoch für sie sind und dicke Provisionen kassiert.

    .
    ich frage mich ernsthaft was in solchen köpfen wie ihren so vor sich geht.
    oder meinen sie auch noch, dass diese menschen an der finanz- und bankenkrise schuld sind?
    .

    • noxious
    • 22. Januar 2013 10:20 Uhr

    Ein solches Kommentar zeigt mir, dass man sich nicht mit der Materie auseinandersetzt. Sie sehen einzig und allein den Verlust seiner Wohnung als die Begründung zum Selbstmord.
    Man sollte sich einmal im Klaren sein, dass diese Leute schon vom Alter auch her zu den Leuten zählen, welche in unserer Arbeitswelt es am Schwersten haben. Oft sind solche Leute arbeitslos und bekommen dank ihrem Alter keine Arbeit mehr. Zu mal die Arbeitslosigkeit in Spanien sehr hoch ist. Überlegen Sie sich doch mal, das auch die sozialen Leistungen in Spanien nicht denen entsprechen wie wir sie hier in Deutschland haben. Für einen Menschen der keine Arbeit hat und nicht wirklich soziale Leistungen erhält ist es nicht damit getan sich eine kleiner Wohnung zu nehmen um dann die Schulden abzustottern. Diese Menschen brauchen ja auch noch Geld um zu überleben.
    Also einfach den Vorschlag zu machen wechselt doch in eine kleiner Wohnung und ihr könnt die Schulden abbezahlen ist glaube ich hier falsch. Wahrscheinlich geht es dann eher auf die Straße als in eine kleiner Wohnung.

    habe selten so einen respektlosen Kommentar gelesen. Da bringen sich Menschen um, weil sie absolut keinen Ausweg mehr sehen! Und nicht wie sie es histellen; Weil denen mal die Suppe nicht schmeckt. SO eine Borniertheit! Geraten SIE mal in solch eine Schuldenspirale, wo die Monatliche Schuldentilgung mehr beträgt als ihr Monatlicher Lohn. Dann Fangen sie mal an mit ihren pseudorechnungen-umzugblödsin.

    Dieses von oben herab "übergibt" mich sowas von an!

    • PGM
    • 22. Januar 2013 11:25 Uhr

    Ich habe selten so einen geschmacklosen Kommentar gelesen wie den Ihren. Diese Menschen sind so verzweifelt, dass sie keinen anderen Ausweg mehs sehen als den Freitod, und Sie schwafeln von gesellschaftlichen Plfichten? Meinen Sie diese Leute hätten nicht gerne gelebt und haben das mal gerade mal so aus Bequemlichkeit getan? "Man kann doch beispielsweise auch in eine kleinere Wohnung ziehen und dann die Schulden in Raten abbezahlen." Und was, wenn diese Menschen ohnehin schon nur mehr in einer ganz kleinen Wohnung gelebt haben?

    • deDude
    • 22. Januar 2013 11:28 Uhr

    ... werden eines Tages bekommen was sie verdienen. Spätestens dann wenn das Verursacherprinzip greift bzw. die Menschen selbst dafür sorgen das es so ist.

    ...sich mit Benzin überschüttet und anzündet, dann will ich ihnen recht geben !
    Selbstverständlich wissen wir beide, daß dieses nicht passieren wird.
    Ich hoffe, ihr Kommentar sollte nur ein Feuer entfachen und enspricht nicht ihrer eigentlichen Meinung !

    • k-os
    • 22. Januar 2013 12:36 Uhr

    Gesellschaftliche Pflichten könnte man auch mit sozialer Verantwortung übersetzen. Genau an dieser hat es dem Business jahrelang gefehlt. Ich empfehle an dieser Stelle die Dokumentation "Inside Job", welche sich mit der Finanzkrise beschäftigt.

    • AndreD
    • 22. Januar 2013 13:15 Uhr

    Die spanische Wirtschaft war niemals stark genug, um einen solchen Immobilienboom aus eigener Kraft zu schaffen. Das ging nur mit Krediten.
    Die Banken haben diese Kredite genommen, in die Bauwirtschaft investiert und damit einen allgemeinen Wirtschaftsboom hervorgerufen.
    Während dieses Wirtschaftsbooms haben die Banken über Jahre an den Zinsen verdient.
    Nun ist die Blase geplatzt, die Kredite werden von der spanischen Regierung gestützt, die Banken können nicht kaputt gehen.
    Aber jetzt werden die Leute, die ihre Kredite nicht mehr bedienen können, aus den Häusern und Wohnungen geschmissen und den Banken fällt der gesamte Immobilienbesitz in die Hände.

    Das heißt: Zuerst haben sie an den Zinsen verdient und jetzt übernehmen sie den ganzen Immobilienkomplex.

    Ist Ihnen klar, was das heißt?

    ... dann ist die Erde eine Scheibe!

    • ismus
    • 22. Januar 2013 19:33 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/jz

    "Denkt auch mal jemand daran, dass die Gläubiger nun auf ihrer Forderung sitzen bleiben werden?"

    Tun sie doch gar nicht! Fuer 'noleidende Banken' steht ja bekanntlich der Steuerzahler ein.

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten. Danke, die Redaktion/ls

  2. aus ihrer (vermutlich, wnigstens aber hoffentlich) finanziell gesicherten Situation.
    Ratenrückzahlungen, Kredite hin oder her, Banken sind keine Samariter, aber: Die Banken erwecken bei mir da nur den Eindruck vom Elefant im Porzellanladen. Doch gerade die sollte doch erst einmal vor der eigenen Türe kehren.
    Fakt aber ist: Die Welt ist kalt geworden. Und leider zeugt ihr Kommentar auch davon.

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    • NoG
    • 21. Januar 2013 20:07 Uhr

    widerlich:

    "Denkt auch mal jemand daran, dass die Gläubiger nun auf ihrer Forderung sitzen bleiben werden?"

    erlaeutern sie bitte:

    "Man kann doch beispielsweise auch in eine kleinere Wohnung ziehen und dann die Schulden in Raten abbezahlen."

    schuldner kann rate fuer eigentumswohnung nicht bezahlen,
    mietet sich dann kleine wohnung und bezahlt dann auf einmal die rate und die miete?

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    Wenn eine Person z.B. aus einer eigenen 3-Zimmer-Wohnung auszieht, weil diese die Raten nicht mehr bedienen kann und stattdessen eine Ein-Zimmer-Wohnung zur Miete wählt, so dürfte mit Sicherheit eine Senkung der Lebenshaltungskosten erreicht werden.

    Mit diesem Überschüss ließe sich jetzt z.B. die Schuld gegenüber der Bank begleichen. Natürlich würde es dauern, aber irgendwann muss man eben mit der Begleichung von Schulden beginnen.

  3. ... als Gläubiger etlicher Banken sitzt aktuell auf ziemlich hohen Forderungen.

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    • Mari o
    • 21. Januar 2013 21:51 Uhr

    Letzte Frage an Andres Veiel. Wenn er die Summe
    aus seinen Befragungen zieht, bei all dem Wissen, das
    er gewonnen hat: Was erwartet er von der Zukunft?
    »Die Bankenrettung kostet uns 100 Milliarden
    Euro, manche Experten rechnen mit 300 Milliarden.
    Wir laufen in eine sehr große Krise. Ob in drei, fünf
    oder sieben Jahren, kann keiner sagen. Aber: Es geht
    auf die Wand zu. Und wer rechtzeitig auf den Absturz
    wettet, geht als Sieger aus ihm hervor.«
    ZEIT 2013/04 aus dem Interview mit Andres Veiel
    zu seinem Theaterstück "Das Himbeerreich"

    vielleicht erwartet uns noch zunehmend Mord und Totschlag
    wenn´s um die Wurst geht
    wir werden es zwangsläufig erleben müssen

    • Adolfo1
    • 21. Januar 2013 20:15 Uhr

    Kein Wort über die Selbstmorde im spanischen öffentl.-rechtl. Sender TVE. Ein Zeichen dafür, daß dieser Sender jetzt fest
    in der Hand der Regierungspartei Partido Popular ist.
    PD: gehe davon aus, die Die Zeit wird noch über Spaniens derzeitigen Skandal berichten "ehemaliger Schatzmeister der
    Regierungspartei PP hat nicht versteuerte Millionen auf schweizer Konto u. soll von diesem Konto "Extrazahlungen" an Parteimitglieder vorgenommen haben.

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  4. Wenn eine Person z.B. aus einer eigenen 3-Zimmer-Wohnung auszieht, weil diese die Raten nicht mehr bedienen kann und stattdessen eine Ein-Zimmer-Wohnung zur Miete wählt, so dürfte mit Sicherheit eine Senkung der Lebenshaltungskosten erreicht werden.

    Mit diesem Überschüss ließe sich jetzt z.B. die Schuld gegenüber der Bank begleichen. Natürlich würde es dauern, aber irgendwann muss man eben mit der Begleichung von Schulden beginnen.

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    Antwort auf "widerlich"
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    fahren sie doch mal nach Spanien nehmen Sie ihren Flipchart mit und erklären sie das den Leuten da Herr Zwegat.

    Ihr Kommentar spricht aus was die Banken denken. Da sind Menchen tot, auch wenn freiwillig, aber tot - weil die Bilanzen von Banken nicht so toll sind...
    Auch von mir: Widerlich, schämen sie sich.

    • NoG
    • 21. Januar 2013 20:30 Uhr

    haetten sie jetzt geschrieben, das die eigentumswohnung weiter vermietet wwerden soll/ wird - waere das ja halbwegs schluessig. halbwegs weil in spanien statistisch jeder mehr als eine wohnung sein eigen nennen kann und bei einem derart aufgeblaehten markt die chancen zur weitervermietung gering sein duerften.

    haben sie aber nicht und meinen also in/ mit einer kleineren wohnung zur miete entstehen geringere lebenshaltungskosten die auch noch auf wundersame weise einen ueberschuss erzielen - trotz der bleibenden rate fuer die eigene wohnung.

    ihre sonstigen beitraege haben ja idR einen kabarettistischen anstrich? ich gehe davon aus, das ihre antwort auf meine frage dazu gehoert.

    Wenn jemand die Raten für die Eigentumswohnung nicht mehr begleichen kann, diese aber von der Bank weiter von ihm gefordert werden (die Schuld ist ja nicht automatisch mit der Rückgabe der Wohnung getilgt, das ist ja Teil des Problems) und dann noch Miete für die neue Wohnung zusätzlich bezahlen soll, wie soll das bitte gehen???
    Im Übrigen finde ich es empörend, daß Sie so einfach über die Selbstmorde hinweggehen - hier verliert ein Mensch sein Leben und zwar aus Gründen, aus denen er es nicht unbedingt verlieren MÜSSTE; es geht hier NUR um Geld. Diese Menschen bringen sich nicht um, weil sie unheilbar krank sind - das könnte man noch nachvollziehen, sondern weil sie keine Alternative mehr sehen als obdachlos und womöglich mit Familie auf der Straße zu landen. Soweit ich weiß, ist in südlichen Ländern die Eigenheimquote wesentlich höher als in Deutschland, dementsprechend dürfte es weniger sozialen Wohnungsbau geben - also wird es vermutlich schon schwierig sein, überhaupt etwas zu finden.
    Sie sollten einmal versuchen, sich in die Lage dieser Menschen zu versetzen, die womöglich mitten im Winter auf die Straße gesetzt worden sind - und die Winter können auch in Spanien sehr kalt sein. Wenn allerdings Geld die ultima ratio Ihres Lebens ist, dann viel Spaß damit - erwarten Sie bitte aber andererseits auch keine Mitmenschlichkeit.

    • SBEM
    • 21. Januar 2013 22:41 Uhr

    Das Zitat passt eben so schön!

    "Sattheit enthält, wie jede andere Kraft, immer auch ein bestimmtes Maß an Frechheit, und dies äußert sich vor allem darin, dass der Satte dem Hungrigen Lehren erteilt." *Anton Tschechow*

    Das Sie sich Humanist nennen, ist echt der Hammer!

    Versuchen Sie mal in Spanien eine 1-Zimmer Wohnung zu mieten wenn Sie arbeitslos geworden sind.
    Diese Hilfe wird dort nämlich nur für einen begrenzten Zeitraum gewährt !

    • Adolfo1
    • 21. Januar 2013 20:18 Uhr

    Man sieht, daß der Verfasser sich über die Lage in Spanien nicht informiert hat. Selten habe ich solch einen Kommentar gelesen.

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    • Bornie
    • 22. Januar 2013 7:33 Uhr

    Was ist denn so widerlich?
    Da leiht sich jemand Geld.
    Es ist einfach Bestandteil des Vertrags Schuldner-Gläubiger dass das Geld zurückbezahlt werden muss.
    Der Schuldner hat die Kreditbedingungen damals akzeptiert.
    Das Leben ist leider keine Ponyhof, man muss für das was man macht auch Verantwortung tragen.
    Widerlich ist eher wenn man sich so billig aus der Verantwortung stiehlt und nach dem Staat ruft.
    Das ist die falsche Mentalität.

  5. fahren sie doch mal nach Spanien nehmen Sie ihren Flipchart mit und erklären sie das den Leuten da Herr Zwegat.

    Ihr Kommentar spricht aus was die Banken denken. Da sind Menchen tot, auch wenn freiwillig, aber tot - weil die Bilanzen von Banken nicht so toll sind...
    Auch von mir: Widerlich, schämen sie sich.

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    Denn Peter Zwegat warnt immer und immer wieder vor Immobilienerwerb bei knappem Eigenbudget, zum Beispiel hier:

    http://www.youtube.com/wa...

    hat e. fromm einmal sehr treffend beschrieben > http://commonman.de/wp/?p...

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