ThyssenKrupp : SPD nennt Kritik an Steinbrück Schmutzkampagne

Peer Steinbrück soll in seiner Zeit als ThyssenKrupp-Aufsichtsrat dem Konzern politische Hilfe angeboten haben. Die FDP kritisiert das, die SPD nennt es legitim.
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück © Sean Gallup/Getty Images

Die SPD hat das Verhalten ihres Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück als Aufsichtsrat-Mitglied von ThyssenKrupp verteidigt. Die Vorwürfe gegen ihn nannte SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil eine "Schmutzkampagne" von Schwarz-Gelb.

In seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter soll Steinbrück dem Stahlkonzern seine politische Hilfe für günstigere Strompreise angeboten haben. Das gehe aus einem Protokoll des Aufsichtsrats hervor, berichtete das Handelsblatt.

"In der Frage von energieintensiven Unternehmen hat die SPD immer die Position vertreten, dass Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, durch die Energiewende keine Nachteile entstehen dürfen", sagte Heil. Die SPD stehe für die Sicherung von Beschäftigung am Industriestandort Deutschland.

"Gerne zur politischen Unterstützung bereit"

Der Vorwürfe gegen Steinbrück beziehen sich auf eine Sitzung des Aufsichtsrats von ThyssenKrupp. Bei dem Treffen seien die hohen Stromkosten für deutsche Industriekunden kritisiert worden. Steinbrück habe laut Protokoll daraufhin gesagt, "wenn aus dem Kreis des Aufsichtsrats eine Initiative ergriffen werde, sei er gerne zur politischen Unterstützung bereit."

Als energieintensives Unternehmen würde Thyssen-Krupp von einer Senkung der Strompreise profitieren. Aufsichtsratschef Gerhard Cromme habe laut Sitzungsprotokoll Steinbrücks "Anregung gerne aufgenommen".

Eine Woche nach der Sitzung des Aufsichtsrats habe Steinbrück dann das Thema öffentlich angesprochen. Beim Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer Rheinhessen in Mainz sagte er: "Die Politik muss in der Tat Weichenstellungen vornehmen mit Blick auf die notwendige einigermaßen preisgünstige Energieversorgung."

Inwieweit Steinbrücks Engagement für ThyssenKrupp mit seiner Funkion als Bundestagsabgeordneter kollidierte, ist noch ungeklärt. Steinbrück war von Januar 2010 bis Ende 2012 Mitglied im Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp. Zumindest in den letzten beiden Geschäftsjahren sei er durch häufige Abwesenheit aufgefallen, berichtet die Zeitung.

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Kommentare

215 Kommentare Seite 1 von 23 Kommentieren

Meiner Meinung nach,...

...ist dies von Seiten der SPD so geplant.
Die beiden "großen Volksparteien" haben meines Erachtens nach schon längst in den Hinterzimmern die große Koalition mit der SPD als Juniorpartner beschlossen. Um das zu erreichen darf die SPD nicht zu viele Wählerstimmen erhalten, da es sonst möglicherweise für eine Rot-Grüne Regierungskoalition reichen würde.

Zum Thema:

Nichts ungewöhnliches. In der FDP und CDU sind solche Vorgänge ebenfalls gang und gäbe:

http://www.cduwatch.de/20...

http://www.sueddeutsche.d...

ach ja "der kleine Mann"

ein Wesen was die spd nicht mehr kennt - entnehme ich ihrem Kommentar

wenn die Bahn in Rostock die EEG Umlage bezahlt wäre dies mehr als recht, der Hartz IV Empfänger fährt ohne Sozialticket schon lange keine Bahn mehr

Wettbewerb fähigkeit der Industrie? die kommt zZ an so günstigen Strom wie lange nicht vor allem im Vergleich zum europäischen Ausland.
Was mich bei Steinbrück und seinen Genossen richtig in Rage bringt,die halten uns offenbar auch auch noch für dumm!