Staatsanleihen : EU-Krisenländer profitieren von US-Haushaltseinigung

Die vorläufige Einigung im US-Etatstreit bringt Italien, Spanien und Portugal deutlich niedrigere Zinsen. Der Dax erreichte den höchsten Stand seit fünf Jahren.

Von der vorläufigen Einigung im US-Haushaltsstreit profitieren die Euro-Krisenländer: Die Risikoaufschläge italienischer, spanischer und portugiesischer Anleihen gingen deutlich zurück.

Mit der Einigung in den USA konnten massive Steuererhöhungen für Millionen Amerikaner zum Jahresanfang abgewendet werden. Experten hatten einen Rückfall der Vereinigten Staaten in eine Rezession befürchtet. Diese hätte nach Ansicht von Ökonomen auch die Konjunkturerholung und die Konsolidierung in den Euro-Krisenländern gefährdet.

Besonders deutlich war der Rückgang der Rendite der zehnjährigen italienischen Anleihen. Sie fiel um 17,1 Basispunkte auf 4,311 Prozent. Die entsprechende Rendite spanischer Anleihen sank um 13 Basispunkte auf 5,067 Prozent. In Portugal ging sie um 10,3 Basispunkte auf 6,606 Prozent zurück.

Die als sicher geltenden deutschen Bundesanleihen legten hingegen stark zu. Die Rendite lag mit 1,429 Prozent allerdings weiter deutlich unter denen der Krisenländer.

Dax auf höchstem Stand seit Januar 2008

Der Dax erreichte am ersten Handelstag des Jahres den höchsten Stand seit fünf Jahren. Der deutsche Leitindex stieg um 2,15 Prozent auf 7.776 Punkte und näherte sich damit der Marke von 7.800 Punkten an. Für den MDax ging es um 1,98 Prozent auf 12.150 Punkte nach oben. Der TecDax legte um 1,6 Prozent auf 841 Punkte zu.

Dem Kompromiss im Etatstreit hatte nach dem Senat auch das US-Repräsentantenhaus zugestimmt. Doch es ist nur eine vorläufige Lösung: Die nächste Runde im Streit zwischen Demokraten und Republikanern über Budgetkürzungen steht spätestens im Februar bevor.
 

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

4 Kommentare Kommentieren

der Euro ist der selbe für alle Euroländer

"Die vorläufige Einigung im US-Etatstreit bringt Italien, Spanien und Portugal deutlich niedrigere Zinsen."
Es wäre interessant zu erfahren welche Überlegungen diese Behauptung rechtfertigen. Vielleicht liegt der Grund dieser "deutlich niedrigere Zinsen" einfach daran dass man langsam anfängt zu verstehen dass der Euro der selbe für alle Euroländer ist und dass man ein Land einfach nicht im Stich lassen kann wenn man den Zusammenbruch der Währungsunion vermeiden will.
Nur die Zinsen sind dort und da höher als da und dort.
Wieso überhaupt?

"Im Stich lassen"

Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass ein Land irgendwann selber aus der Eurozone austreten will und damit die Kredite an Wert verlieren. Es sind ja immerhin immer noch Demokratien und der Anteil der Menschen, die einen positiver Effekt des Euros zu sehen meinen steigt ja nun nicht grade rapide an.

Und grenzenlos ist die Bereitschaft für die Schulden anderer Länder zu haften in Finnland, Holland und D-Land sicher auch nicht. Wenn z.B. Tsipras in Griechenland an die Regierung kommen sollte, so würde er sein umfassendes Volksbeglückungsprogramm sicher selber bezahlen müssen.

So oder so. Die Zinsen bestimmen mun mal die Gläubiger, also diejenigen, die den Ländern ihr Geld eben nur zu bestimmten Bedingungen borgen.