Lebensmittel haben sich Ende 2012 in Deutschland so stark verteuert wie seit über vier Jahren nicht mehr. Die Preise stiegen im Dezember um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. "Dies ist der stärkste Preisanstieg bei Nahrungsmitteln seit September 2008 mit 6,4 Prozent", hieß es. Die teuren Nahrungsmittel trieben die Inflationsrate auch insgesamt an.

Waren und Dienstleistungen kosteten im Dezember im Schnitt 2,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im November hatte die Teuerungsrate mit 1,9 Prozent noch knapp unter der Zwei-Prozent-Marke gelegen, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) von stabilen Preisen spricht. Allein von November auf Dezember zogen die Preise um 0,9 Prozent an.

Mehr bezahlen mussten die Verbraucher beispielsweise für Gemüse. Das war 12,0 Prozent teurer als vor Jahresfrist, Obst 9,8 Prozent. Für Fleisch und Fleischwaren sowie Fisch und Fischwaren wurden jeweils 5,6 Prozent mehr verlangt. Brot und Getreideerzeugnisse verteuerten sich um 3,3 Prozent. Günstiger als 2011 waren 2012 Speisefette und Speiseöle. Dort ließen die Preise um 2,7 Prozent nach, bei Butter sogar um 13,1 Prozent.

Insgesamt 2012 niedrigere Inflation

Die Verbraucherpreise stiegen im gesamten Jahr 2012 um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Inflation fiel damit 2012 etwas niedriger aus als im Jahr zuvor, als die Preise um 2,3 Prozent zugelegt hatten, teilte das Statistische Bundesamt mit. In den Jahren 2010 und 2009 hatte die jährliche Preissteigerung mit einem Plus von 1,1 beziehungsweise 0,4 Prozent dagegen noch deutlich unter der Zwei-Prozent-Marke gelegen.

Die Jahresteuerungsrate 2012 wurde den Statistikern zufolge auch durch die "überdurchschnittliche Preisentwicklung" bei Energieprodukten geprägt. Energie verteuerte sich demnach um insgesamt 5,7 Prozent.

Bei der Haushaltsenergie verzeichneten vor allem die Preise für Umlagen der Zentralheizung und Fernwärme (plus 9,4 Prozent) sowie für leichtes Heizöl (plus 8,9 Prozent) einen deutlichen Anstieg. Zugleich mussten die Verbraucher mehr für Gas (plus 5,5 Prozent) und Strom (plus 2,8 Prozent) zahlen als 2011.