NiedersachsenSchwarz-Gelb rettet noch schnell die Nordseewerke

Die Landesregierung präsentiert kurz vor der Wahl einen Investor für die Siag Nordseewerke. Damit befreit sich Schwarz-Gelb auch vom Druck der Opposition. von 

Nur wenige Tage vor der Landtagswahl hat die schwarz-gelbe Landesregierung doch noch einen Retter für die insolventen Siag Nordseewerke präsentiert. Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) teilte am heutigen Donnerstagabend mit, dass der saarländische Stahlbauer DSD Steel Group das Unternehmen zum Februar übernehmen werde.

In Gesprächen mit dem Investor, der Landesbank NordLB und dem der Werft sei ein "Eckpunktepapier mit einer grundsätzlichen Einigung" erstellt worden, sagte Bode. Die erfolgreiche Investorensuche macht den Weg frei für eine millionenschwere Landesbürgschaft.

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Rund 240 der etwa 750 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Weiteren 150 Siag-Beschäftigten will ThyssenKrupp Arbeitsplätze anbieten. Das Unternehmen war früher Besitzer der Nordseewerke und hatte es vor einigen Jahren an Siag verkauft.

Die Landesregierung, die kreditgebende NordLB und Siag hatten schon länger mit DSD verhandelt. Erst zu Wochenbeginn waren die Gespräche für gescheitert erklärt worden, weil der Kaufpreis nicht attraktiv für DSD war. Die Landesregierung hatte immer wieder betont, Siag nur mit einer Landesbürgschaft zu helfen, wenn es einen Investor gebe. Nun muss noch der Haushaltsausschuss des Landtages der Bürgschaft zustimmen. 

SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil hatte die mögliche Pleite des Offshore-Spezialisten Siag im Wahlkampf immer wieder thematisiert und der Landesregierung Untätigkeit vorgeworfen. Diesen Vorwurf wollte offenbar selbst eine wirtschaftsliberale Koalition wie Schwarz-Gelb nicht auf sich sitzen lassen.

Siag baut Fundamente für Offshore-Windräder. Wegen des schleppenden Ausbaus der Windkraft auf See fehlt es an Aufträgen.

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Leserkommentare
    • friebor
    • 17. Januar 2013 21:03 Uhr

    Und wieder werden Steuergelder verbrannt

    2 Leserempfehlungen
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    • Chali
    • 17. Januar 2013 21:15 Uhr

    Und das wohl nicht geklappt.

    Und wieder wird "den Unternehmer/n" geholfen, nicht den Arbeiznehmern.

    Was könnten für blühende Landschaften entstehen, wenn man jedem 2/1500 der Summe geben würde ...

    • Chali
    • 17. Januar 2013 21:15 Uhr

    Und das wohl nicht geklappt.

    Und wieder wird "den Unternehmer/n" geholfen, nicht den Arbeiznehmern.

    Was könnten für blühende Landschaften entstehen, wenn man jedem 2/1500 der Summe geben würde ...

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    Antwort auf "Steuern"
    • alwebs
    • 17. Januar 2013 23:28 Uhr

    Die NordLB finanziert die Übernahme, für den Kredit bürgt das Land zu 80 Prozent. Zum genauen Kreditvolumen wollte der Minister keine Angaben machen. Wieder werden millionen €uros Steuergelder verbrannt.

    2 Leserempfehlungen
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    Wirklich erschreckend ist doch die geringe Zahl der Arbeitsplätze, die erhalten werden sollen.

    Wahrscheinlich wird das Teil als GmbH organisiert. Brummt das Geschäft wieder, wird gerne der Gewinn eingeschrichen. Im Falle einer Insolvenz schaut das Land in die Röhre. Marktwirtschaft ohne große unternehmerische Risiken, das freut den Investor.

    • vistraw
    • 17. Januar 2013 23:29 Uhr

    ob rot oder schwarz-gelb - lieber wieder gewählt als ehrlich. Besonders die "Gelben" machen sich mit ihren ihren Aktionen im Gegensatz zu ihren Aussagen lächerlich und unglaubwürdig!!!

    2 Leserempfehlungen
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    [...]
    Was macht die Asse?
    Wird der auch geholfen?
    Radioaktivität für alle Niedersachsen?
    Wähler wach werden.

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ls

  1. 5. [...]

    [...]
    Was macht die Asse?
    Wird der auch geholfen?
    Radioaktivität für alle Niedersachsen?
    Wähler wach werden.

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ls

    2 Leserempfehlungen
  2. Wirklich erschreckend ist doch die geringe Zahl der Arbeitsplätze, die erhalten werden sollen.

    Wahrscheinlich wird das Teil als GmbH organisiert. Brummt das Geschäft wieder, wird gerne der Gewinn eingeschrichen. Im Falle einer Insolvenz schaut das Land in die Röhre. Marktwirtschaft ohne große unternehmerische Risiken, das freut den Investor.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Von wegen Rettung"
  3. Schnell schnell wird die Magd schwanger, die Verpflichtungen für den Gutsbesitzer halten ein Leben lang.

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  4. Es ist unwürdig und unglaubwürdig kurz vor der Wahl diesen Investor anzukündigen. Immer auf Kosten der Mitarbeiter und dient nur zur Schönfärbung der politischen Richtung - Schwarz-Gelb. Die Politische Landschaft sollte endlich mal aufhören den Bürger zu belügen. So kann keine - wenn - gewonnene Wahl anschließend 4 Jahre in einen Glaubwürdigkeits-Modus versetzen. Diese Politikergeneration macht keine Politik mehr, sondern spielt mit nicht einhaltbaren Umsetzungen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte FDP | Landesregierung | Landtag | Stephan Weil | ThyssenKrupp | Gespräch
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