Hilfspaket für Zypern Schäuble beugt sich Druck aus Brüssel

Die Milliardenhilfe der EU für Zypern rückt näher. Finanzminister Schäuble muss seine Vorbehalte aufgeben, im März will Brüssel entscheiden. Zypern verspricht Reformen.

Geldautomaten der Bank of Cyprus in der zyprischen Hauptstadt Nikosia

Geldautomaten der Bank of Cyprus in der zyprischen Hauptstadt Nikosia

Mehrere Milliarden Euro für die Rettung des maroden zyprischen Bankensektors? Bislang war dies mit der Bundesregierung nicht zu machen. Nun aber scheint sie ihren Widerstand gegen das geplante Hilfspaket aufgegeben zu haben. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung muss sie sich dem Druck der EU-Partner beugen.

Dies gilt vor allem für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der seine Vorbehalte nicht nur intern, sondern auch öffentlich vorgebracht hatte. Zypern, so sein Argument, sei für die Euro-Zone nicht systemrelevant und dürfe daher gar nicht unterstützt werden. Damit hatte der CDU-Politiker auch ein Ausscheiden des Inselstaats aus der Währungsunion nicht ausgeschlossen.

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Zudem gibt es Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Regierung in Nikosia. Ihr wird vorgeworfen, nicht entschieden gegen Steuerbetrug und Schwarzgeld etwa aus Russland vorzugehen. Kritiker zweifeln auch an der Geschäftsfähigkeit der zyprischen Banken, die allein mit Niedrigsteuersätzen ins Land gelockt worden seien, was auf Dauer aber nicht tragfähig sei.

Zypern reformbereit

In Brüssel sah man darin bisher kein Hindernis, sondern war überzeugt, Zypern zum Umdenken bewegen zu können. Und tatsächlich: Zypern scheint erstmals zu tiefgreifenden Reformen bereit. Jedenfalls will die Süddeutsche dies aus Berliner Regierungskreisen erfahren haben.

Richtig ist, dass die Euro-Gruppe am Dienstag bestätigt hatte, dass Zypern bereit sei, die Einhaltung der Anti-Geldwäsche-Regeln von unabhängigen Experten vor Ort überprüfen zu lassen. Finanzminister Vassos Shiarly wird dazu am Donnerstag zu Gesprächen in Den Haag erwartet, wo er sich mit dem neuem Chef der Euro-Gruppe, Jeroen Dijsselbloem, treffen will.

Weniger Geld als gedacht

Schließlich könnte das Rettungspaket kleiner ausfallen als bisher angenommen, was Berlin ebenfalls umgestimmt haben könnte. Der SZ zufolge erwartet die zyprische Regierung, dass sie statt zehn Milliarden nur noch etwa acht Milliarden Euro für die Bankensanierung benötigt. Grund hierfür seien Zweifel an bisherigen Gutachten, die nun erneut überprüft werden sollen.

Der Ruf Zyperns nach finanzieller Hilfe vom Sommer dürfte also bald von Euro-Gruppe, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank erhört werden. "Wir gehen davon aus, dass die endgültige Verständigung auf ein Programm im März erreicht werden kann", zitiert die Süddeutsche aus einem internen Schreiben.

 
Leser-Kommentare
  1. zu was die Beschulung 1977 in Moskau alles gut sein kann, da sieht man das der Russe langfristig denkt.

    2 Leser-Empfehlungen
  2. Wie im anderen Griechenland zu erleben war.
    Ich denke nicht das die Türkische Seite Geld bekommen wird.

    3 Leser-Empfehlungen
  3. ... Kanzlerin noch am 11.1.:

    "Merkel: Zypern-Gespräche noch lange nicht am Ende
    "Die Gespräche sind noch längst nicht in dem Stadium, bei denen es um Entscheidungen geht", sagte Merkel [...]"

    Keine 3 Wochen später sieht die Welt schon wieder anders aus.

    Was macht übrigens dieser Schäuble in der Headline? Es ist Merkel selbst und die Regierung Merkel, deren Aussagen kürzer Gültigkeit haben als eine Eintagsfliege lebt.

    12 Leser-Empfehlungen
    • bayert
    • 30.01.2013 um 9:57 Uhr

    lasst die zypriotischen Banken pleite gehen. Island muss für Icesave nicht bezahlen.

    9 Leser-Empfehlungen
  4. 13. Und im

    Oktober 2013 - nach den Wahlen - wird die grosse Transferunion Wirklichkeit. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Ab diesem Zeitpunkt arbeitet der deutsche Steuerzahler auch für die Südstaaten. Viel Spass dabei !

    11 Leser-Empfehlungen
    • angste
    • 30.01.2013 um 10:04 Uhr

    meinem Gedächtnis auf die Sprünge helfen? Wann genau sind Merkel und Schäuble mal beim Nein zu irgendwelchen Zahlungen geblieben?

    15 Leser-Empfehlungen
    • SuR_LK
    • 30.01.2013 um 10:08 Uhr

    wird wohl in allen Punkten nachgegeben, paar Wochen Scheintheater fürs Volk und dann gibt man "wiederwillig" nach, alternativlos. Welches Signal setzt das grade Zypern als Geldwaschanlage und Subventionsverschleuderer zu pushen statt Schuldenschnitt oder Ausgliederung aus dem Euro durchzuführen? Im Prinzip kann sich jeder Staat alles leisten was er mag, Auflagen oder ähnliches gelten wenn Zahltag ist nicht und alle Staaten sind anscheinend systemrelevant.

    Und uns geht es sowieso noch viel zu gut, stört sich ja keiner dran. Draghi liess übrigens in Davos auch verlauten der ESM dürfe sich direkt bei der EZB bedienen, und so ein Machwerk wurde von unseren Volksvertretern durchgewunken.
    Man streckt den Knall mit Hängen und Würgen bis es garnicht mehr geht und es auch bei uns einschlägt.

    14 Leser-Empfehlungen
  5. Diese Rettungsseilschaft ist dazu verdammt jeden Mist mitzumachen und wir sind mitten drin.

    Was interessiert mich Zypern. Da balgen sich Griechenland und die Türkei drum, Russland hat auch die Finger drin und wir dürfen die Suppe auslöffeln.

    So ein Quatsch. Zur Erinnerung: Eine Milliarde ist

    1.000.000.000 - dafür muß eine Oma lange stricken - im Zweifel meine Oma. Wir verschenken all das was die letze generation aufgebaut hat zu Gunsten irgendwelcher internationaler Bankenheinis. Suuupeeer.

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