ArbeitsmarktPolitiker und Wissenschaftler fordern 30-Stunden-Woche

Alle sollen weniger arbeiten, damit mehr Jobs geschaffen werden, sagen Vertreter von Universitäten, Gewerkschaften und Politik. Der Verdienst soll aber gleich bleiben.

In einem offenen Brief fordern 100 Professoren, Gewerkschafter, Politiker und Vertreter aus Kirchen und Umweltverbänden die Einführung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. "Eine faire Verteilung der Arbeit durch kollektive Arbeitszeitverkürzung" sei dringend notwendig, sagt der Sozialwissenschaftler Mohssen Massarrat, einer der beiden Verfasser des Briefes.

Zu den Unterstützern der Initiative zählen die Linken-Politikerinnen Katja Kipping und Sahra Wagenknecht und der Sozialphilosoph Oskar Negt. In Deutschland herrsche mit mehr als drei Millionen Erwerbslosen eine volkswirtschaftlich unverantwortliche Unterbeschäftigung, heißt es in einer Erklärung der Initiative. Eine Absenkung der individuellen Arbeitszeit würde insgesamt mehr Menschen eine Anstellung verschaffen.

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"Wir brauchen ein gesamtgesellschaftliches Projekt Arbeitszeitverkürzung, es kann keine rein tarifpolitische Aufgabe mehr sein", sagt Wirtschaftswissenschaftler Heinz-Josef Bontrup von der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, Mitinitiator der Aktion.

Überangebot führt zu Lohnverfall

"Ein Überangebot an den Arbeitsmärkten führt zu Lohnverfall", heißt es in dem Brief. Angesichts steigender Arbeitslosigkeit in Europa gelte es zu verhindern, "weiterhin die Krisenlasten der lohnabhängigen Bevölkerungsmehrheit aufzubürden".

Das Projekt verstehe sich als gesamteuropäische und deutsche Aufgabe. "Neben den offiziell etwas über drei Millionen Arbeitslosen gibt es hierzulande über drei Millionen Teilzeitbeschäftigte, die im Schnitt 14,7 Stunden in der Woche arbeiten und denen das nicht reicht", sagt Bontrup.

Die Vorstände großer Unternehmer machten einen Bogen um das Thema, heißt es weiter. Eine Arbeitszeitverkürzung sollte gestreckt über mehrere Jahre erfolgen. Die Lohnstückkosten blieben konstant, den Unternehmen entstünden keine Wettbewerbsnachteile.

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Leserkommentare
  1. und endlich wieder ganz in Ruhe "LEBEN" zu können.

    Was dem Insulaner reicht sein kann, sollte uns billig sein. 30 Stunden sind schon zermübend genug! aber 40 ?

    56 Leserempfehlungen
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    • lonny
    • 11. Februar 2013 11:33 Uhr

    Welchen Beruf üben Sie bitte aus, den Sie schon nach 30 Stunden als zermürbend empfinden? Jeder der bei einer 40 Stunden nicht mehr "leben kann" und keine Zeit hat für Familie und Freunde, sollte wohl sein eigenes Zeitmanagement gründlich hinterfragen.

    Ich habe kein Problem damit > 40 Stunden zu arbeiten und würde auch durchaus noch mehr arbeiten, solange das Entgelt die Mehrarbeit angemessen abgeltet. Zeit für Hobbys und Freunde bleibt trotzdem, das Wochenende bleibt ja schließlich jedem.

    Wie Kommentar 2 schon richtig anmerkt, "willkommen in Utopia".

    • ribera
    • 11. Februar 2013 14:53 Uhr

    Wie gut solche Ansätze in der Wirklichkeit funktionieren, sieht man ja in Frankreich.

  2. 2. .....

    Willkommen in Utopia.

    11 Leserempfehlungen
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    ... das mag utopisch klingen, wenn ich mir aber überlege das wir ja heute schon die Arbeitslosigkeit bezahlen, warum dann nicht darüber nachdenken wie solches Geld sinnvoller ausgegeben werden kann, ohne das Millionen Menschen als unbrauchbar aussortiert werden und am Ende erst diese Menschen und in Folge die ganze Gesellschaft daran zerbrechen.

    • AndreD
    • 11. Februar 2013 18:26 Uhr

    Schönes Wort!
    Möchten Sie es mit Inhalt füllen?
    Nur so als Gedankenanstoss:

    Bald:

    werden Felder vollautomatisch abgeerntet, die Ernte automatisch sortiert und transportfähig gemacht, von computergesteuerten LKWs in die Verteilerlager transportiert, von dort in Supermärkte gefahren,
    füllen Maschinen Supermärkte auf, die Menschen zahlen an Kassenautomaten.

    Ohne, dass ein Mensch in dieser Kette notwendig wäre.

    In naher Zukunft werden Texte automatisch übersetzt, Computer dolmetschen, Texte eingesprochen und automatisch aufgeschrieben, Autos fahren von selbst, Maschinen reinigen unsere Wohnungen, Kühlschränke füllen sich von selbst auf, der Strom wird automatisch abgelesen, Straßen automatisch gereinigt

    Und wenn der Quantencomputer erst mal da ist, dann können wir auch unsere Ingenieure, Mathematiker, Physiker, Laboranten usw. nach Hause schicken.

    Von welcher Arbeit sollen all diese hochgebildeten Menschen leben?

    Sind sie dann auch selbst schuld, weil sie sich nicht genügend weitergebildet haben?

    Wer soll denn all die Menschen beschäftigen?

    Ich habe nie behauptet, dass ich etwas gegen diesen Plan hätte. Ganz im Gegenteil, ich finde die Idee aus Arbeitsnehmersicht prima.

    Aber wieso sollte ein Arbeitgeber diesem Plan zustimmen? Er müsste mehr Leute einstellen und Lohn auszahlen, damit die gleiche Menge Arbeit erledigt wird. Ist doch doof, oder?
    Ob das Argument zieht, dass dann ja auch mehr Menschen in Lohn und Brot stehen und mehr Freizeit und Geld zu Verfügung haben... das wir wohl sehr von der Branche abhängen. Manche machen dann auch mehr Umsatz, bei anderen bleibt es gleich.

    Also insgesamt zwar 'ne nette Idee, aber sie wird auf der Ebene der Gedankenspiele bleiben.
    (Außerdem habe ich so ein Gefühl, dass dieser Plan nicht ganz durchdacht wurde.)

    aber hier in Deutschlands Süden haben wir zur Zeit quasi Vollbeschäftigung. Die Unternehmen suchen händeringend Mitarbeiter, die selbst bei geringerer Qualifizierung genommen werden müssten, aber der Markt ist leergefegt.
    Also soll hier weniger gearbeitet werden? Wenn hier aber geringere Umsätze erwirtschaftet werden, weil es einfach keine Arbeitskräfte mehr gibt und die Arbeitslosen aus dem Norden, Westen und Osten, wo offenbar immer noch Leute Arbeit suchen (oder auch nicht), ihre Scholle nicht verlassen wollen, wie sollen wir dann mittels Länderfinanzausgleich besagte Regionen stützen?
    Solche Ideen können nur Leute ausbrüten, die noch niemals die Arbeit in der Wirtschaft von beiden Seiten kennengelernt haben. Eben Gewerkschafter, Professoren, Politiker und Vertreter von Sozialverbänden. Schlimm ist aber auch, dass diese Leute so uninformiert sind - oder sein wollen!
    Übrigens: In Frankreich hat man vor einigen Jahren die 35-Stunden-Woche gesetzlich eingeführt. Das Ergebnis ist bekannt: Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, die Wettbewerbsfähigkeit des Landes gesunken. Aber wir müssen ja alle genialen Rezepte dieser Staaten, die immer nur verteilen wollen, was weder sie noch die Wirtschaft (also Arbeitnehmer und Arbeitgeber) erwirtschaften können, nachahmen.

    • michl30
    • 11. Februar 2013 11:26 Uhr

    Aber den Lohnausgleich find ich lachhaft! Geringverdiener hätten nichts davon.
    Gebt den Menschen ordentliche Dienstverhältnisse (keine 400 euro jobs), zahlt faire Löhne. Dann braucht es auch keine 30 h Woche. Dann reicht das Teilzeitmodell...

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    • mcking
    • 11. Februar 2013 15:58 Uhr

    definieren sich nach wie vor ueber ihre Arbeit, den meisten ist es heute schon peinlich in der Metallindustrie zu sagen sie arbeiten "nur" 35 Stunden pro Woche.
    Hier muss sich zuerst die Gesellschaft aendern. Ich habe die Erfahrung gemcht, dass sehr viele laeger arbeiten wollen. Verstehe ich persoenlich allerdings nicht.
    Es gibt natuelrich auch die Leute die weniger arbeiten wollen.
    Villeicht waere es deshalb sinnvoll statt einer festen 30 h Woche, ein Gesetz zu erlassen, dass die Arbeitgeber zu mehr Teilzeit zwingt (manche bieten dies grundsaetzlich nicht an).
    Ob das wirklich funktioniert mit 30 h ist fraglich, die Franzosen haben generell die 35 h "wirklich" fuer alle ausser Leitenden Angestellte. In deutschland wird dies aber als zu teuer betrachtet.

    • edgar
    • 11. Februar 2013 11:27 Uhr

    Ungerechtigkeiten auf dem Arbeitsmarkt - "predige" ich schon seit 20 Jahren.

    Es werden sich natürlich die ewig gestrigen und gleichen Verdächtigen dagegen wehren:
    Arbeitgeberverbände, Herr Henkel, Herr Sinn, ...

    Und allen voran natürlich die FDP

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    Also ich will ja nicht meckern und mich als ewig gestrigen outen. Aber:
    1. Möge man mir erklären wo dann die 25% mehr Fachkräfte herkommen sollen? Wie hoch ist denn die Arbeitlosigkeit unter Steuerbreratern, Physikern, Ingenieuren? Wenn die dann nur noch 30% arbeiten und dafü einige Arebitslose ohne Schulabschluss eingestellt werden, steigt m.E. die Producktivität nicht.
    2. Sollte die Produktivität bei einer 30 Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich steigen, habe ich folgenden Vorschlag: Die Verfasser des Briefes sammeln von jedem Unterzeichner 200.000 EUR ein (ggf. Auszahlung der Pensionsansprüche - hierzu wäre ich für eine Gesetzesänderung), gründen eine Firma mit 20 Mio EUR Startkapital und verwirklichen Ihren Traum. Kann doch eigentlich nichts schiefgehen. Maschinen müssen kaum angeschafft werden, da diese ja ohnehin nu Arbeitsplätze kosten. Personal müßte ihnen nur so zufliegen (30 h für's selbe Geld) und produktiver wird das ganze auch noch sein. Dann könnten sie den Kapitalisten mal richtig zegen wo der Hammer hängt und daß ihre Theorie stimmt. Falls sie das nicht machen, sollten sie und mit unausgegorenen Vorschlägen in Ruhe lassen. Selbst mache nicht nur fordern! Wenn man von unseren Steuergeldern und Gewerkschaftsbeiträgen lebt und keinen Cent erwirtschaften muß, läßt sich so etwas leicht fordern, das eigene Auskommen ist ja in jedem Fall gesichert!!!

  3. Das größte Problem wäre bei dieser Frage wohl der Aussenhandel. Wenn wir mit Chinesen oder Koreanern oder Amis konkurieren, die nichtmal die 40h Woche haben, wird das natürlich unsere Konkurenzfähigkeit ruinieren.

    ABER:
    Bei einer gesamteuropäischen Lösung würde die 30h Woche auch die Nachfrage in unseren europäischen Nachbarländern ankurbeln, die immernoch die größten Abnehmer deutscher Exportgüter sind. Es würde die Lage in den europ. Krisenländern entschärfen und den europ. Binnenmarkt wieder beleben.

    Nur wird das alles ein naiver Wunschtraum bleiben, solange Politiker wie Merkel, Cameron oder Rachoy die EU-Politik bestimmen.

    Derzeit sieht es eher nach 50h aus als nach 30h.

    Muss ja schließlich jemand erwirtschaften die ganzen Bankenrettungen und die benötigte Dritt-Yacht für 27-jährige Investmentmanager.

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    "Problem: Exportnation

    Das größte Problem wäre bei dieser Frage wohl der Aussenhandel. Wenn wir mit Chinesen oder Koreanern oder Amis konkurieren, die nichtmal die 40h Woche haben, wird das natürlich unsere Konkurenzfähigkeit ruinieren."

    Ich bin mir nicht mal sicher, ob das so wäre.
    Denn letztendlich müssen bisher nicht bzw. nicht voll Beschäftigte über Umverteilungen "mitbezahlt" werden. Dies geschieht über Steuern und Abgaben. Sinken diese, reicht auch ein entsprechend niedrigeres Bruttoeinkommen, um das gleiche Nettoeinkommen zu erzielen.
    Natürlich ist die Industrie und damit der Export bei den Steuern und Abgaben unterrepräsentiert. Aber das wird sich mittelfristig ändern (müssen), auch wenn eine starke Lobby dagegen ankämpft, einfach weil die Staatsverschuldung anders nicht in den Griff zu bekommen ist.

    Als Exportnation und selbsternannter ökologischer Vorreiter inklusive sozialer Marktwirtschaft befindet sich D permanent in der Zwickmühle.

    Unser Wohlstand beruht auf dem (mitunter unbezahlbaren) Konsum Anderer bei gleichzeitiger Austerität ggü einem Teil der inländischen Arbeitnehmer. Parallel dazu soll die ökologische Wende vollzogen werden, die unausgesprochen auch Konsumverzicht bedeutet.
    Eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich würde einen Großteil der Exportindustrie aus dem Markt katapultieren. (Ich bezweifele, daß eine gesamteuropäische Lösung die Nachfrage noch weiter ankurbeln würde.)

    Wenn die Beschäftigung dadurch steigt, hätten wir schlicht eine teurere Produktion (höhere Stückkosten).
    Steigt sie nicht, liegt es daran, daß entweder die Effizienz gesteigert wird (um bis zu 25!%)oder daß weniger produziert wird.
    Ergo: Weniger Arbeitszeit bei gleichem Lohn kann nicht sowohl den Wohlstand erhalten/Wachstum generieren als auch die Beschäftigung erhöhen.

    Aus ökologischer und wachstumskritischer Sicht hingegen wäre eine Drosselung der Arbeitszeit durchaus bedenkenswert: Weniger Arbeiten bedeutet weniger Verbrauch von Energie und Rohstoffen.
    http://www.zeit.de/wirtsc...

  4. werde ich unterstützen !

    wir dürfen uns nicht kaputtarbeiten ( und diejenigen menschen, welche mehr arbeiten wollen, koennen das ja machen. Denn es gibt immer "etwas zu tun" )

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    • chefDLC
    • 11. Februar 2013 11:29 Uhr

    Gefällt mir gut. In unserer Überflussgesellschaft kann ich sogar sehr gut damit leben, wenn man weniger arbeiten muss und damit auch weniger Waren und Dienstleistungen produziert werden. Solange ich ein Leben mit Zeit für michselbst und mit Selbstbestimmung einfordern kann!

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    • 可为
    • 11. Februar 2013 12:34 Uhr

    Die bei uns erbrachte Arbeitsleistung ist im internationalen Vergleich sowieso schon viel zu teuer - mit 30 statt 40 Stunden die Woche macht man sie nochmal locker um ein Viertel teurer.

    Man scheint sich bei uns stetig zu weigern wahrhaben zu wollen, dass der Weltmarkt für Ausgleich sorgt, und dabei die reichsten Regionen der Welt zwingend einen Schritt zurück machen, während der Rest zwei nach vorne macht.

    Da sollte man vllt. mal aufhören ständig Öl ins Feuer zu giessen!

    ... denn wir konsumieren doch eh schon viel zu arg. Kauf diesen Mist und jenen und in jeder Modesaison einen Kleiderschrank voller neuer Klamotten. Das Auto muss auch das größte und schnellste sein und bitte schön alle 5 Jahre die Möbel einmal durchwechseln und die Hälfte der Lebensmittel wegwerfen, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist.

    Ich denke nicht, denn so wie ich das verstehe würde die "ausgefallene" Arbeitszeit ja durch die momentan Arbeitslosen ergänzt - oder nicht?

  5. Und danach wird wieder fleissig gejammert über die angeblich so niedrigen Löhne und die steigende Inflation.

    Schuld sind dann natürlich wieder die Leistungsträger wegen ihrer angeblich so zügellosen Gier.

    Ein endloser Kreislauf zwischen Leistungsverweigerern und echten Machern.

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    • edgar
    • 11. Februar 2013 11:37 Uhr

    einfach in eine Tüte mit abschreckender Aufschrift stecken:
    "Kommunistischer Unfug."

    Dann erspart man sich Diskussionen und Nachdenken ...

    ... war auch ein Leistungsverweigerer.

    Zumindest, wenn man den Begriff 'Leistung' nimmt, den Sie und Konsorten gepachtet zu haben sich und andere glauben machen.

    Ich respektiere Ihre Weltsicht, will aber nur wissen, dass SIE wissen, wes Geistes Kind Sie mit ihr sind.

    Gar keines Geistes.

    Was hat denn das mit Kommunismus zu tun?
    Diese sinnvolle Überlegung ist einfach nur ein Anzeichen dafür, daß der Kapitalismus dabei ist, sich selbst kaputt zu machen.
    Kommunismus ist in der Theorie die Produktionsmittel im Eigentum der gesamten Bevölkerung. Aber das hat doch nun rein gar nichts mit einem Arbeitszeitmodell zu tun, welches sich lediglich quantitativ von unserem jetzigen unterscheidet.

    Aber immerhin hat ein notorischer Amerikafreund das Wort "Kommunismus" benutzt und damit allen gezeigt.
    McCarthy ist tot!

    Die "Leistungsträger" und "Macher" der Gesellschaft sind leider nicht diejenigen, die sich so nennen - und auch nicht diejenigen, die entsprechende Bezahlung erhalten.

    Jede Altenpflegerin leistet am Tag mehr, als (um die Extrembeispiele zu bedienen) etwa der Manager der Deutschen Bank, als Frau Merkel oder die anderen "Eliten" des Landes.

    Diejenigen, die sich hierzulande selbstherrlich als "Leistungsträger" bezeichnen, sind in der Realität zumeist nichts weiter, als geistlose Opportunisten, die ohne eine tatsächlich produktive Leistung zu erbringen, den Rahm abschöpfen wollen - und aufgrund ihrer eigenen Unsicherheit gerne mal solche Propaganda nach Ayn Rand zitieren, um sich selbst als bessere Menschen ansehen zu können.

    P.S.: nicht jede Anpassung der Wirtschaft an eine veränderte Situation ist Kommunismus.

    wie ein ca 30% Lohnanstieg zu mehr Arbeitsplätzen führen soll? Gerade bei international agierenden Unternehmen werden im jährlichen Abstand die Kosten verglichen. Die Arbeitsplätze gehen dann dort hin, wo sie am günstigsten sind, denn die Lohnkosten beeinflussen ganz wesentlich die Arbeitskosten.
    Mit anderen Worten, die vorgeschlagene Maßnahme führt zum Export von Arbeitsplätzen und das ganz wesentlich.

    .....und echten Lachern

    Macher hatten wir mal vor Jahrzehnten. Macher sind innovativ, erfinden neue Produkte und schaffen Arbeitsplätze im eigenen Land.

    Heute haben wir nur noch Erben und die treiben uns in den Ruin, vor allem weil sie mit ihrer Macht verhindern, das es neue Macher gibt.

    Im übrigen könnte eine 30 Stunden Woche vielen Machern, die Zeit geben die sie brauchen um etwas eigenes aufzubauen.

    • T-o-M
    • 11. Februar 2013 14:02 Uhr

    "Ein endloser Kreislauf zwischen Leistungsverweigerern und echten Machern."

    Ganz schön polemisch.
    Sie vergessen und verdrängen das es noch etwas zwischendrin gibt:
    den Arbeiter, den Mittelstand...
    Lehrer, Kindergärtner, Pfleger,... deren Gehalt in keinerlei Relation zu diversen Bankern etc. steht.
    Es ist nicht alles schwarz-weiß:
    die bösen Leistungsverweigerer die den hart arbeitenden Reichen an ihr Geld wollen.
    Richtig reich wird man nicht durch Arbeit, sondern durch Finanzspekulationen.
    Sie übersehen, das die Weltbevölkerung immer mehr anwächst während durch immer neue Technologien immer weniger Arbeitsplätze zur Verfügung stehen.
    Wenn aber nur noch wenige Geld haben, können auch nur noch wenige menschen Geld für Luxusgüter ausgeben und man hat u.a. keinen Absatzmarkt mehr.
    Die Welt verändert sich - die Wirtschaft, der Arbeitsmarkt, die Politik ... muss es auch.
    Ich sehe den Brief als einen Gedankenanstoss.
    Vieles muss im Detail durchdacht und auf den weg gebracht werden (Ausbildung von Fachkräften etc.) aber prinzipiell glaube ich auch, das die Arbeit gerechter verteilt werden muss.

    • Egoldr
    • 11. Februar 2013 14:07 Uhr

    + was hat eine solche Forderung mit Kommunismus zu tun?
    + wer ist in ihren Augen Leistungsträger?
    + wer ist in ihren Augen Leistungsverweigerer?

    Sind alle Verkäufer, die ihre Produkte mit höheren Preisen verkaufen als im Vorjahr Kommunisten?

    Ist jemand, der einen höheren Lohn fordert (also 30 Stunden statt 40 Stunden Arbeit bei gleichem Lohn) ein Leistungsverweigerer?

    Ist jemand der nur niedrigen Lohn verlangt, ein Leistungsträger?

    „Schuld sind dann natürlich wieder die Leistungsträger wegen ihrer angeblich so zügellosen Gier.“

    Leistung?
    Was leisten Ihre geschätzten Leistungsträger denn für den Planeten und für die Menschheit? Was soll einen vernünftigen Menschen denn daran zweifeln lassen, dass diese Leute durch und durch gierig sind.

    Natürlich werden Sie nun sagen: Sie schaffen Arbeitsplätze. Das ist deren Beitrag für die Gesellschaft.

    Und genau hier beißt sich die Katze in ihren eigenen Schwanz. Das ganze System ist darauf ausgelegt alle Menschen in eine Lohnarbeit zu stopfen, weil man einen Lohn eben zum Leben braucht. 6 Millionen Arbeitslose – und da sind noch sehr viele Menschen, die durch Tricks aus der Arbeitslosenstatistik rausgerechnet werden – und Teilzeitbeschäftigte zeigen allerdings deutlich, dass es selbst unter den härtesten Anstrengungen (Lohnsubventionen, Hungerlöhne, etc.) nicht möglich ist alle menschen in eine solche Lohnarbeit zu bringen.
    Maschinen und Computerprogramme nehmen den Menschen mehr und mehr Arbeit ab.
    Wenn es also nicht genügend Arbeitsplätze für die Menschen gibt, diese jedoch eine Lohnarbeit benötigen um leben zu können, dann ist das ein Zeichen dafür, dass das zugrunde liegende System fehlerhaft ist.
    Und dann ist das Argument, dass ihre Leistungsträger Arbeitsplätze schaffen, hinfällig (denn welche „Leistung bringen sie sonst?“).

    Man kann nun über eine Verringerung der Arbeitszeit mehr Arbeitsplätze schaffen. Das ist gut. Aber es geht noch besser. Stichwort: BGE

    • Kaleva
    • 11. Februar 2013 20:59 Uhr

    ...mit einer 70 Stunden-Woche und einem Nettoverdienst von 1400€. Wenn sie so Leistungsverweigerer definieren, sage ich voller Stolz: jawoll, ich bin ein Leistungsverweigerer und ich bin es gerne!

    • Hickey
    • 12. Februar 2013 8:56 Uhr

    die erst Fabriken mit unseren Steuergeldern aufbauen, ihre Vertragslaufzeit erfüllen und danach die Fabrik ins Ausland verlagern weils dort doch günstiger ist.

    Auf solche Schmarotzer-Macher kann ich gerne verzichten, Arbeitsplätze sind ja schön und gut, aber diesen tollen Machern ist das doch total egal, hauptsache die Gewinnmarge stimmt bei dem Projekt.

    Man siehts doch an Schlecker, ein alter Macher, mit alten Ideen und alten Vorstellung und was ist passiert ? :)

    Wir brauchen ein Umdenken in der Gesellschaft und die Gesellschaft muss einen Druck auf die Politk aufbauen.

    Ich bin auch für Transparenz in Bezug auf die Einkommen unser Politiker und ob diese neben ihren Buchvorlesungen noch Zeit haben ihr Amt gewissenhaft auszuführen.

    Politker die ihr Amt mißbrauchen sollten saftige Haftstrafen bekommen und Politiker wie Schavan oder Guttenberg sollten nie wieder in der Politik arbeiten dürfen, wer bescheißt muss die Verwantwortung dafür übernehmen und es gibt etliche Berufsgruppen die sich so ein Verhalten nicht erlauben können.

    Jaja, die Macher, viele sind Schmarotzer des modernen Kapitalismus.

    • michati
    • 12. Februar 2013 22:24 Uhr

    sie gehören vermutlich zu den "Machern".
    Haben Sie aber schonmal eine moderne Produktionststätte gesehen ?
    Da gibt es kaum noch Menschen, alles hochproduktive Automaten.
    Angeblich sollen die freigesetzten Arbeitskräfte alle in der Dienstleistungsgesellschaft Platz finden. Glaub ich nicht dran.
    Die landen in prekären Arbeitsverhältnissen oder bei der "Stütze".
    Und ich soll dafür 50 h die Woche arbeiten um dieses System aufrecht zu erhalten.
    Ist doch widersinnig oder ?
    Und selbst in der dritten Welt ist die Tendenz doch dieselbe, dass zuwenig Arbeit für alle da ist.
    Also ist es doch zumindest mittelfristig ein logischer Schritt, die Arbeitszeit zu verkürzen.
    Das kleine Problem ist dabei, dass die geldgierigen Gewinner des Produktivitätszuwachses etwas abgeben müssten.
    Kommunistischer Unfug ?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, zz
  • Schlagworte Arbeitslose | Arbeitslosigkeit | Arbeitsmarkt | Arbeitszeit | Brief | Katja Kipping
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