The Giving PledgeSAP-Gründer Plattner spendet sein Milliardenvermögen

Als erster Deutscher tritt Plattner dem Spendenclub der US-Investoren Bill Gates und Warren Buffett bei. Dafür spendet er die Hälfte seiner 5,4 Milliarden Euro.

SAP-Mitbegründer Hasso Plattner will mehrere Milliarden Euro seines Vermögens stiften. Er unterzeichnete das Spendenversprechen des internationalen Klubs The Giving Pledge (zu Deutsch: "Spendengelöbnis") von US-Investor Warren Buffett und Microsoft-Chef Bill Gates, wonach mehr als die Hälfte des Vermögens an wohltätige Zwecke gestiftet werden soll. Plattner ist damit der erste Deutsche, der dem Verein beitritt. Das Wirtschaftsmagazin Forbes schätzt das Vermögen des 69-Jährigen auf 5,4 Milliarden Euro.

Er habe das Privileg gehabt, praktisch kostenlos an der Karlsruher Universität als einer der besten Technischen Hochschulen Deutschlands zu studieren, erklärte Plattner in einem Brief. "Ohne Frage wurde das die Grundlage meines persönlichen Erfolgs." Er fühle sich zwar seinem Software-Unternehmen verpflichtet. "Aber ich möchte auch der Gesellschaft etwas zurückgeben, die meine Ausbildung möglich gemacht hat. Die Stiftung ist eine Möglichkeit, beides zu tun."

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In den vergangenen Jahren hatte Plattner für Bildung und Kultur in Deutschland gespendet. So gründete der Software-Unternehmer das Hasso-Plattner-Institut, das im Sommer 2012 eine kostenlose Online-Bildungsplattform für Informatiker ins Leben rief. Auch spendete er der Stadt Potsdam Geld um eine Kunsthalle erbauen zu lassen.

Das von Plattner mitbegründete Unternehmen SAP ist ein führender Hersteller von Unternehmenssoftware mit einem Jahresumsatz von 16,22 Milliarden Euro. Die beiden Gründer von The Giving Pledge Gates und Buffett hatten ihre Spendeninitiative im Sommer 2010 gestartet und seitdem mehr als 100 reiche Familien und Einzelpersonen zum Mitmachen überredet. Fast alle Spender kommen aus den USA. Auch Nicolas Berggruen ist Mitglied in dem exklusiven Club der Superspender. Der Karstadt-Retter hat neben der deutschen auch die US-amerikanische Staatsangehörigkeit.

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Leserkommentare
  1. Die Tatsache, dass er es tut, obwohl er nicht muss, ist trotzdem ganz fantastisch. Ihr Kommentar passt daher eher ins Politik-Resort.

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    • hairy
    • 20. Februar 2013 12:48 Uhr

    " Die Tatsache, dass er es tut, obwohl er nicht muss, ist trotzdem ganz fantastisch. "

    Das sind komische Zeiten, wo sowas als "fantastisch" bezeichnet wird. Oder seltsame Weltsichten. Ich tue etwas, obwohl ich es nicht muss. Ist Freiwilligkeit so selten geworden?

    (Mal aussen vor, dass diverse Grossspender gern ihre Vermoegen in Stiftungen auslagern, weil das Steuern spart.)

    • Moika
    • 20. Februar 2013 15:05 Uhr

    Zumindest ist das eine glänzende Werbung in eigener Sache.

    Die "The Giving Pledge" Aktion läuft ja nun schon im vierten Jahr. Was ist denn da von den versprochen weit über 200 Milliarden schon zusammen?

    Und: Wer verwaltet das Geld und wer legt fest, welche Beträge für welche Hilfsaktion oder Wohltat verwendet werden sollen?

    Wann startet die Sache denn endlich? Denn außer vollmundigen Ankündigungen ist bis heute aber auch rein gar nichts geschehen.

    Meine Meinung? Dabei wird's wohl bleiben....

  2. muss man es eben spenden.

    Off-Topic: Hasso Plattner bietet übrigens auch tolle Online-Schulungen an: https://openhpi.de . Spannender Mensch, trotz dieser langweiligen SAP-Software ;)

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    Vielen Dank für den Tipp, Blumenkohl!
    Ich habe mich angemeldet und bin gespannt.

  3. ...als dass ein reicher Mensch einfach so sein Geld verschenkt.
    Ja, ich habe immense Vorurteile gegenüber diesen Menschen. Ja, sie stehen alle (sic!) unter Generalverdacht. Das dazu.

    Die Frage ist natürlich eine wichtige: Warum tun diese Menschen das?

    Da ich nur spekulieren kann, behalte ich diese Spekulation für mich. Dennoch, die Frage lässt mich nicht los...Wieso?

    JLC

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    • ZH1006
    • 20. Februar 2013 15:34 Uhr

    und vergessen Sie für einen Moment die dem "Gutmenschen" anhaftende Aura des naiven Spinners, was doch ausschließlich Resultat von Verunglimpfung durch politisch Rechtsgerichtete ist.

    Um Gutes zu tun, braucht es keinen triftigen Grund. Ohne das "Gutmenschtum", welches bei vielen Menschen so verhasst scheint, weil sie selbst nicht zu guten Taten fähig sind oder die sogar als Schwäche begreifen, wäre das Licht unserer Zivilisation schon längst erloschen.

  4. The Giving Pledge ist keine Spendenvereinigung, sondern eine PR-Vereinigung. Die Organisation sammelt weder Geld ein, noch verteilt sie es. Wenn also Plattner da mitmacht, gibt er nicht mehr ab als ein Versprechen, bis zu seinem Tod mindestens die Hälfte von seinem Vermögen zu spenden. Dieses "Versprechen" wird dann von The Giving Pledge veröffentlicht.

    Er hat also die freie Wahl, für was oder wann er spendet. Auch wenn er es sich anders überlegt, hat das keine Konsequenzen. Einen Vertrag oder sowas muss er nicht unterschreiben.

    Ich halte überhaupt nichts von solchen Aktionen, denn sie sind nichts anderes als PR. Die Leute duschen sich in positiver PR als Heilsbringer und wenn alles gut läuft, spenden sie dann in 10 Jahren die Hälfte ihres Vermögens für Aktionen, die nicht veröffentlicht werden.

    Es ist auch erstaunlich, was für eine PR-Maschine da angebunden ist. Jeder der da mitmacht kommt sofort in mehreren Zeiztungen und sogar im Fernsehen seine Beweihräucherung serviert. So z.B. gestern auch der Russe Vladimir Potanin.

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    • Afa81
    • 20. Februar 2013 12:12 Uhr

    ...Wladimir Putin wird sich freuen, einem weiteren Millionär/Milliardär den russischen Pass auszustellen.

    Unterm Strich zeigen die Kommentare wieder: Egal wie du es machst, du machst es falsch.

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    • lm.81
    • 20. Februar 2013 13:58 Uhr

    Seien Sie doch nicht so naiv. Von mir aus dürfen alle Steuerflüchtlinge und sonstige Kriminelle nach Russland. Dann kann hierzulande aufgeräumt werden. Kein Mensch braucht einen Depardieu!

  5. Absolut korrekt, und das Problem liegt hier im Detail:

    Spenden vs Stiften.

    Stiftungen sind Kapitalkonzentrationen, welche mit Kapitalertrag einen Zweck zu fördern gedenken. Kapitalertrag = "leistungslose Einkommen" = moderner Feudalismus.
    Stiftungen, mit so viel Kapital ausgestattet, sind Macht und Einfluß. Diese korrumpieren bekanntlich .. und so ist ohnehin fraglich, ob dauerhaft das Ziel des Gemeinnutzens erfüllt wird.
    Familienstiftungen in Steueroasen dienen ohnehin vom Start weg nur der Vermögenssicherung und -Ausweitung, und nicht einem gemmeinnützigen Zweck.

    Spenden hingegen sind unmittelbar zweckgebunden und vor allem nicht mit dem Ziel der Kapitalanlage. Hier wird Kapital (=Forderungen) umgesetzt und eingesetzt, um einer Sache zu dienen, anstatt aus Kapital weiter Kapital zu schlagen.

    Es wäre schön, wenn die Medien hier <em>nicht</em> dauernd "spenden" und "stiften" synonym verwenden würden. Das eine ist an einen Zweck gebunden, das andere baut vor allem einen Apparat für Macht und Einfluß auf - vordergründig für einen "guten Zweck" ...

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    • hairy
    • 20. Februar 2013 12:55 Uhr

    "Spenden hingegen sind unmittelbar zweckgebunden und vor allem nicht mit dem Ziel der Kapitalanlage. Hier wird Kapital (=Forderungen) umgesetzt und eingesetzt, um einer Sache zu dienen, anstatt aus Kapital weiter Kapital zu schlagen."

    Und wie passt das zu "Parteispende"?

  6. Halten sie mich für paranoid oder so, aber das über 100 Menschen ihr Milliardenvermögen zusasmmen tun, um der Menscheit etwas von Ihrem Wohlstand zurrück zu geben, halte ich für einen ZU SCHÖNEN Traum.... Wenn ein Herr Plattner der Stadt Potsdamm Geld für eine Kunsthalle spendet (siehe 21.06.2012 auf ZO. Link ist im Artikel als rote "Kunsthalle"), man müßte nach DIESEM Zitat:"will Potsdam eine Kunsthalle schenken, für SEINE Privatsammlung an DDR-Malerei.", wobei leider nicht hervor geht, wie viel der Herr Plattner "gespendet" hat. Bei einem geschätzten PRIVAT-Vermögen von ca.5,4 MILLIARDEN€ sind selbts 2 oder 3 Milionen ein PROMILLWERT! Eine für einen "normalen" Menschen schon selbst kaum erreichbare Summe.

    Wenn sich jetzt aber schon 100 und mehr Menschen zusammen tun, je auch nur 1 Milliarde Spenden würden, hätte diese Summe alleine schon den ungefähren Umfang eines FÜNFTELS des Gesammtbundeshaushaltes! Eine solche GELDMACHT in privater Hand kann gut gehen, es kann aber auch nach hinten los gehen. Wenn dann nähmlich solche Organisationen durch das Vortäuschen von Sozialen- und Umweltprojekten nur ihre eigenen Interessen verfolgen, und unter dem Deckmäntelchen der Mildtätigkeit weiterhin Schmu machen und durch solche Publicity verdecken...

    Trotzdem bin ich immer noch ein solcher Idealist, der auch an das GUTE im/am Menschen glaubt. Doch glauben sie nicht, das sich solche Organisationen einfach in die Karten gucken lassen und ihre Pläne gänzlich offen legen.

    PP

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Hasso Plattner | Bill Gates | Warren Buffett | Hochschule | Euro | Forbes
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