JahresbilanzAllianz verdoppelt Gewinn

Mehr als fünf Milliarden Euro hat Europas größtes Versicherungsunternehmen 2012 verdient. Selbst die Schäden durch Hurrikan Sandy trübten die Bilanz nicht.

Allianz-Vorstandschef Michael Diekmann (Archivbild)

Allianz-Vorstandschef Michael Diekmann (Archivbild)  |  © Christof Stache/AFP/Getty Images

Europas größter Versicherer Allianz hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr auf 5,2 Milliarden Euro verdoppelt. "Trotz der Belastungen durch den Sturm Sandy haben wir unsere Prognosen übertroffen", sagte Vorstandchef Michael Diekmann.

Im Jahr 2011 lag der Nettogewinn noch bei 2,5 Milliarden Euro. Damals hatten Naturkatastrophen und milliardenschwere Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen das Ergebnis belastet. Das operative Ergebnis stieg 2012 um ein Fünftel auf 9,5 Milliarden Euro und damit stärker als von Analysten erwartet.

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2012 war die Schadenslast sehr niedrig. Außerdem lief das Fondsgeschäft sehr gut. Die Aktionäre bekommen trotzdem nicht mehr. Die Dividende soll stabil bei 4,50 Euro je Aktie bleiben.

Diekmann hatte die Prognose für das operative Ergebnis erst im Oktober von 8,2 auf 9,0 Milliarden Euro angehoben. Auch für das laufende Jahr zeigte er sich optimistisch. "Es scheint erste Zeichen in der Euro-Zone für eine Stabilisierung zu geben", sagte er. 2013 dürfte die Allianz nach seiner Einschätzung ein operatives Ergebnis von 9,2 Milliarden Euro schaffen – "plus/minus 500 Millionen Euro".

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Leserkommentare
  1. Das ist gut. Ich habe dort eine Lebensversicherung. Die ist dann wohl nicht gefährdet.

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    Da haben sie sich vielleicht zu früh gefreut, denn es verhält sich wohl eher so, dass große Gewinne der Versicherungskonzerne nur dann entstehen, wenn die Anleger bzw. die Versicherten nur eine unterdurchschnittliche Leistung bei überdurchschnittlichen Kosten der Policen sehen. Bevor man eine Kapitallebensversicherung abschliesst lohnt sich ein Blick in die Performance-Listen der Versicherungswirtschaft - dabei hat man so seine AHA-Erlebnisse.

    Ich möchte Ihnen nicht den Tag verderben, aber so sollten Sie das nicht sehen.

    Das Geld, das Sie einzahlen, wird gerade an die verteilt, die die Allianz "besitzen". In 2 oder 5 oder 10 jahren sagt man Ihnen, daß "die Finanzlage keine Rückzahlung ihrer Beiträge mehr zuläßt". Das Gesetz dafür ist da. lesen sie mal in Ihrern Versciherugnsbedingungen. Wahrscheinloich ist es nicht so groß geschrieben, daß sie es ohne Lupe finden.

    Die Vertreter der Allianz in Berlin (nicht die Versicherungsvertreter sondern die Lobbyisten), erzählten unserer Kanzlerin vor 8 Wochen noch, daß Sie ein Gesetz durch den Bundestag bringen soll, daß der Allianz die Zahlung von Gewinnanteilen an die Versicherten erspart. Trotz dem dieses Gesetz im letzen Moment geblockt wurde, schüttet die Allianz ähnlich viel Dividende aus wie letztes Jahr. In den letzen 15 Jahren hat sich die Dividende der Alllianz verdoppelt.

    Glauben Sie es mir - Sie werden verarscht. NIcht die Rente ist sicher - die Dividende ist sicher! Die Dividende und die Boni. Denn die richtet sich nach dem Gewinn der Allianz (incl. der Reserven)

    • colin49
    • 21. Februar 2013 11:40 Uhr

    ...aber auch vom „Kürzen" der bis "kurz" vor der Auszahlung versprochenen Auszahlungssumme! Eigene (Ehefrau) Erfahrung mit selbst finanzierter Direktversicherung: Rund minus 20 % vor 2 Jahren, war wohl der Griechenlandbonus! Dazu kam noch der Krankenkassen-Kanzler-Schröder (Steinbrück?)-Bonus, auch nochmal rund minus 20 %! Macht zusammen rd. Minus 40 % gegenüber der bei Abschluss mit 22 Jahren Laufzeit prognostizierten Auszahlung! Was der Arbeitgeber für eine Abschlussprämie kassiert hat, weiß natürlich niemand! Alles in allem eine schöne politische "Mogelpackung"! Kann man nur von abraten!

  2. ... und keine Versicherungen.

    6 Leserempfehlungen
    • vagabuu
    • 21. Februar 2013 9:18 Uhr

    Jetzt stelle man sich mal vor, die Gesetzesinitiative der Bundesregierung zur "neuen Aufteilung der Bewertungsreserven in der Lebensversicherung" wäre durchgegangen bzw. geht noch durch, dann kann man locker noch ein paar Milliärdchen oben draufpacken ohne einen Strich mehr dafür zu tun...

    5 Leserempfehlungen
  3. Versteht hier noch jemand was es auf sich hat mit den Gewinnen, Profiten, Renditen den Milliarden? Wir werden erschlagen von Nachrichten mit den imemr gleichen Inhalten die aber nur für Investoren, für Leute die Kaptial investiert haben wichtig sind...

    Ich meine, was genau haben wir, die 99% der Gesellschaft nun genau davon? Von diesem Shareholdervalue der uns auszehrt, ausplündert, ausraubt... was bringt es unseren Tagesstrukturen, unseren Lebensräumen ganz allgemein was bringt es uns wenn doch nur eine Handvoll Investoren immer alles für sich behält und im typischen alleingang der Aktionärsgesellschaften über die Verwendung entscheidet...

    Da hab ich nicht viel davon ausser mit etws Glück ein paar lausige prekäre Arbeitsplätze... auf Zeit., wie immer typisch ohne verbindlichkeit.

    Mein Eindruck ist, je länger je weniger bis gar nichts mehr bringt mir das alles...

    Ich plädiere für eine Stakeholdergesellschaft... Europa hat die Macht und Fähigkeit dazu etwas europäisches, einen Europäischen Weg zu gehen. Einen Weg der alle 500 Millionen Europäer mitnimmt... und nicht nur ein paar gierige Investoren.

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    • vyras
    • 21. Februar 2013 9:48 Uhr

    "Wir werden erschlagen von Nachrichten mit den imemr gleichen Inhalten die aber nur für Investoren, für Leute die Kaptial investiert haben wichtig sind...!"

    So ist es. Ich habe mich immer schon gefragt, für wen seit über 10 Jahren diese Börsenmeldungen kurz vor der Tagesschau gesendet werden. Mich interessiert das null, und das hat für die meisten keine Relevanz.

    Die allermeisten Menschen besitzen überhaupt keine Aktien oder andere Wertpapiere, oder haben nicht das Bedürfnis, täglich darüber etwas zu hören.

    Kürzlich scheint das jemand ähnlich gesehen zu haben, denn es kam bezüglich der o.g. Sendung die Kritik auf, dass diese, auch durch den prominenten Sendeplatz, den Fokus der Berichterstattung unangemessen auf die Interessen des Finanzsektors lenke.

    • vyras
    • 21. Februar 2013 9:48 Uhr

    "Wir werden erschlagen von Nachrichten mit den imemr gleichen Inhalten die aber nur für Investoren, für Leute die Kaptial investiert haben wichtig sind...!"

    So ist es. Ich habe mich immer schon gefragt, für wen seit über 10 Jahren diese Börsenmeldungen kurz vor der Tagesschau gesendet werden. Mich interessiert das null, und das hat für die meisten keine Relevanz.

    Die allermeisten Menschen besitzen überhaupt keine Aktien oder andere Wertpapiere, oder haben nicht das Bedürfnis, täglich darüber etwas zu hören.

    Kürzlich scheint das jemand ähnlich gesehen zu haben, denn es kam bezüglich der o.g. Sendung die Kritik auf, dass diese, auch durch den prominenten Sendeplatz, den Fokus der Berichterstattung unangemessen auf die Interessen des Finanzsektors lenke.

    8 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Mal ganz ehrlich..."
  4. Da haben sie sich vielleicht zu früh gefreut, denn es verhält sich wohl eher so, dass große Gewinne der Versicherungskonzerne nur dann entstehen, wenn die Anleger bzw. die Versicherten nur eine unterdurchschnittliche Leistung bei überdurchschnittlichen Kosten der Policen sehen. Bevor man eine Kapitallebensversicherung abschliesst lohnt sich ein Blick in die Performance-Listen der Versicherungswirtschaft - dabei hat man so seine AHA-Erlebnisse.

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Überschrift."
    • Jeb Lee
    • 21. Februar 2013 10:00 Uhr

    Es ist schon bezeichnend, dass die Politik Gesetze erlässt, die jahrzehntelanges Sparen und private Altersvorsorge bestraft, weil die "armen" Versicherer unter den schlechten Marktbedingungen keinen Garantiezins mehr gewährleisten können, dann wird das Angesparte doppelt besteuert, beim ersten Mal mit dem Einkommen und dann wieder bei Zuteilung.

    Die Versicherer hingegen bezahlen sich fürstliche Gehälter, fahren auf unser aller Reisen in rumänische Puffs und haben trotz allem, eine größere Lobby in der Politik als die Mehrheit der Gesellschaft.

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    • Narses
    • 21. Februar 2013 10:24 Uhr

    Sehr schön diese Nachricht, ich freue mich, dass die Allianz nun noch mehr Geld für die elenden Marmorpaläste und Lustreisen hat,....neidfrei wie ich bin.

    "Die Kapitalhalter oder Boniempfänger fahren in Nobel"saunas" (steuerlich abzugsfähig und gewinnmindernd) und haben
    " t r o t z a l l e m "
    eine größere Lobby", schreiben Sie.
    Das ist nicht richtig. Sie haben d e s h a l b eine größere Lobby.

    Die ehemals demokratischen Länder Europas wurden zu einem Selbsbedienungsladen für FinanzBetrüger und Dividendenempfänger "umstrukturiert". Marktkonforme Demokratie und neoliberaler Zeitgeist machen dies alles möglich.

    Früher hat man Menschen, die anvertrautes Geld veruntreuten, bestraft. Heute läd man sie ins Bundeskanzleramt ein und fragt, wie man ihnen noch helfen kann, die "Gewinne" zu maximieren.

    "Die griechischen Staatsanleihen belasten das Ergebnis stark" liebe Frau Merkel. "Wir können die Dividende dieses Jahr (das este mal seit 10 jahren) nicht erhöhen!. Können Sie nicht ein Gesetz machen, daß uns von die unverschämten Einzahler, die ihr Geld nach 30 jahren zurück wollen, vom Hals hält?"
    "Kein Problem, machen wir, dauert nur eine Woche".

    Gott sei Dank hat man dieser kriminellen Vereinigung von Politik und Kapital wenigstens kurzzeitig ein Bein gestellt.
    Wenn der Bundesrat aber entsprechend bearbeitet wird von der Finanzmafia, dann kommt es doch.

    Das ist alles wahr. Allerdings wird niemand gezwungen, Versicherungen abzuschliessen - weder bei der Allianz noch bei sonst jemandem, der einem heute die Kohle abnimmt und im Gegenzug verspricht, einem dank "Zinseszins-Effekt" in 40 Jahren ein Luxus-Leben im Ruhestand zu verbringen.

    Ist es so schwer zu verstehen, daß sich eine ganze Branche HEUTE ein tolles Leben davon macht, daß andere sich HEUTE einschränken, mit dem Versprechen ÜBERMORGEN davon zu profitieren?

    Wieviele Blasen müssen noch platzen, wieviele Bailouts durch die, die sich ohnehin schon einschränken, gewährt werden, damit dieser staatlich subventionierte Betrug hinter all den Tabellen, Graphen und Powerpoint-Folien auch für den dümmsten durchschimmert?

    Schlimm für den Bürger ist es natürlich, daß es überhaupt keine nachhaltige Alternative zu geben scheint: private Produkte gegen das "Langlebigkeitsrisiko" verzocken das Geld und verprassen es heute bei denen, die jetzt wie die Made im Speck leben.
    Staatliche Produkte sind augenscheinlich leider auch nicht besser gesichert gegen Inkompetenz, Mißwirtschaft und Korruption.

    Einzig sinnvolle Schlußfolgerung: Risiko+Alters-Vorsorge mit Augenmaß! Und das Leben im hier und jetzt nicht verpassen, bloß weil achso fürsorgliche Berater für in drei Dekaden das Blaue vom Himmel versprechen.

    Merke: wenn jemand nur Ihr Bestes will, dann ist es in der Regel einfach nur Ihr Geld.

    Carpe diem!

    • Jeb Lee
    • 21. Februar 2013 11:55 Uhr

    Es wäre an der Zeit einmal eine politische Bewegung auf den Weg zu bringen die die Interessen von 90% der Gesellschaft vertritt.

    Keine rechte Partei die Hass schürt, keine extreme Linke die enteignet. Einfach eine Politik mit der alle im Land gut leben können. Die sehr reichen bekommen etwas weniger und die ganz Armen etwas mehr und die Mitte der Gesellschaft sollte wieder wachsen.

    Diese Vorstandsbonzen aus der Finanzindustrie sind alles Verbrechen und Sozialschmarotzer.

  5. als gewinne oder verluste verbucht, deklariert oder berechnet ist mehr eine kulissennabelschau. die versicherer besitzen die brd, banken, renten, firmen und konzerne. jeder versicherungsvetrag mit heinz mueller ist mathematisch auf maximalgewinn getrimmt, risiken sind da schon verrechnet.

    oder wie seehofer meint, die politik könnte anders wenn sie denn könnte.

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, nf
  • Schlagworte Michael Diekmann | Abschreibung | Aktie | Dividende | Euro | Euro-Zone
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