Bankautomat der Bankia © Sergio Perez/Reuters

Das spanische Kriseninstitut Bankia hat 2012 den größten Verlust in der Wirtschaftsgeschichte des Landes geschrieben. 19,2 Milliarden Euro gingen wegen massiver Abschreibungen auf Schrottimmobilien verloren, teilte das verstaatlichte Geldhaus mit. Zusammen mit der neu gegründeten Muttergesellschaft BFA summiert sich der Verlust auf 21,2 Milliarden Euro.

In diesem Jahr hofft der vor zwei Jahren gegründete Verbund angeschlagener Sparkassen auf die Wende: Mehr als 22 Milliarden Euro an faulen Immobilienkrediten sollen bei der staatlichen Bad Bank geparkt werden. Tausende Jobs werden gestrichen und Geschäftsteile verkauft. Zudem sollen Bankia und die BFA, bei der Beteiligungen an anderen Firmen gebündelt sind, insgesamt gut 18 Milliarden Euro an Kapital aus europäischen Hilfstöpfen bekommen. Die Verhandlungen hierüber laufen noch.

"Wir beginnen 2013 mit einer soliden Position", sagte Bankia-Chef José Ignacio Goirigolzarri. "Wir haben eine sanierte Bilanz, eine gute Solvenz und eine ausgezeichnete Liquidität." Das Geldinstitut stehe nun vor der Herausforderung, wieder rentabel zu werden und die vom Staat erhaltenen Hilfen zurückzuzahlen.

Bankia ist Inbegriff der spanischen Bankenkrise

Die BFA/Bankia-Gruppe hatte Ende Dezember 2012 von der Europäischen Union Hilfskredite in Höhe von fast 20 Milliarden Euro erhalten.Damit ist Bankia zum Inbegriff der spanischen Bankenkrise geworden. Die Regierung musste im vergangenen Jahr mehr als 40 Milliarden Euro an Hilfen für den Finanzsektor beantragen.

Das Land kämpft mit einem hohen Schuldenberg und dem Misstrauen vieler Anleger. Die spanischen Banken mussten wegen des Preisverfalls am Immobilienmarkt massive Abschreibungen auf Kredite und wertlos gewordene Häuser verkraften.

Dank der staatlichen Unterstützung hofft Bankia bis 2015 auf eine Eigenkapital-Rendite von mehr als zehn Prozent, was dem Niveau führender europäischer Privatkundenbanken entspricht. Das Ziel ist ehrgeizig: Der Anteil fauler Kredite an den gesamten Darlehen liegt mit 13 Prozent noch immer deutlich über dem Branchenschnitt von 10,4 Prozent. Allerdings vertrauten die Kunden dem Institut im vierten Quartal wieder mehr Spareinlagen an, was die Bank optimistisch stimmt.