Die Rating-Agentur Moody's hat Großbritannien die Bestnote für die Kreditwürdigkeit entzogen. Die Agentur stufte das Land von AAA auf Aa1 herab. Zur Begründung nannte Moody's die schwache Konjunktur und steigende Verschuldung Großbritanniens.

Moody's teilte mit, der Hauptgrund für die Herabstufung sei "die wachsende Klarheit, dass das Wirtschaftswachstum Großbritanniens trotz einer bemerkenswerten strukturellen wirtschaftlichen Stärke in den kommenden Jahren mau bleiben wird". Gleichwohl mache die grundsätzlich vorhandene Wirtschaftskraft des Landes und ein politischer Wille eine finanzielle Konsolidierung in Großbritannien möglich. Der Ausblick für das neue Rating AA1 sei jedenfalls stabil.

Für den britischen Finanzminister ist dies eine "deutliche Erinnerung daran, welch ein Schuldenproblem unser Land hat". Die neue Benotung, so George Osborne weiter, werde die Entschiedenheit der Regierung verdoppeln, die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. Allerdings hatte er bereits im Dezember eingeräumt, dass dies wohl nicht vor dem Haushaltsjahr 2015/2016 gelingen wird.

Die Opposition nutzte die Herabstufung zum Angriff gegen die Regierung: "Diese Herabstufung ist ein demütigender Schlag gegen den Premierminister und den Finanzminister", sagte der Labour-Politiker Ed Balls dem Guardian. Die Regierung habe ihre Glaubwürdigkeit verspielt. "George Osborne hat gesagt, dass Halten des Ratings sei das zentrale Ziel seiner Wirtschaftspolitik. Nachdem sein Wirtschaftsplan gescheitert ist, war das das Letzte, an das er sich geklammert hat."

Moody's warnte bereits Anfang 2012

Großbritannien ist seit der Finanzkrise 2008 hoch verschuldet, nach internationalen Statistiken mit 86 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Moody's hatte das Land deshalb schon Anfang des vergangenen Jahres vor dem Entzug der Spitzenbonität gewarnt. Die beiden anderen großen amerikanischen Rating-Agenturen Fitch und Standard & Poor's meldeten ebenfalls Bedenken an.

Die 2010 angetretene Regierung von Premierminister David Cameron hatte versucht, die Neuverschuldung Großbritanniens mit massiven Haushaltskürzungen in den Griff zu bekommen. Das Konzept ging bisher jedoch nicht auf: Experten gehen davon aus, dass das Haushaltsdefizit von zuletzt knapp sieben Prozent 2013 wieder steigen wird.

Der Kurs des britischen Pfundes fällt seit Monaten, sowohl im Vergleich zum Euro als auch zum US-Dollar. Die britische Notenbank hatte vor Kurzem mitgeteilt, die Inflation werde in den nächsten Jahren nicht auf die Zielmarke von zwei Prozent zu drücken sein und eher bei drei Prozent liegen.