Katholische KircheDeutscher wird Chef der Vatikanbank

Ein Deutscher soll die Vatikanbank künftig nach außen vertreten: Ernst von Freyberg. Der Chefposten war nach der Entlassung seines Vorgängers monatelang vakant.

Die Vatikanbank wird künftig vom deutschen Finanzexperten Ernst von Freyberg geleitet. Das hat die zuständige Kommission aus Kardinälen am Freitag mitgeteilt. Der scheidende Papst Benedikt XVI. stimmte der Ernennung Freybergs zu.

Die Entscheidung für den Deutschen fiel "nach eingehender Prüfung und einer Reihe von Gesprächen über mehrere Monate", teilte die Kommission mit.Er bringe "umfangreiche Erfahrung" mit. Freyberg hatte sich gegen 40 Kandidaten durchgesetzt. Der 54-Jährige ist Katholik und Mitglied des Malteserordens.

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Die Vatikanbank trägt offiziell den Namen "Instituto per le Opere di Religione" (IOR), was auf Deutsch "Institut für religiöse Werke" heißt. Wichtigstes Organ ist eine Kommission aus fünf Kardinälen, die vom Papst bestimmt wird. Ernst von Freyberg soll das Institut künftig nach außen vertreten. Die Bank verwaltet unter anderem Spenden an die katholische Kirche. Orden, Gemeinden und Geistliche haben ihre Konten bei der Vatikanbank.

Neun Monate lang war der Chefposten des Instituts nicht besetzt gewesen, nachdem der damalige Vatikanbank-Chef Ettore Gotti Tedeschi entlassen worden war. Hintergrund war offenbar ein interner Streit um die richtige Art der Führung des Instituts, das wegen Geldwäschevorwürfen immer wieder in der Kritik steht. Tedeschi soll dabei die Ausrichtung der Bank an internationale Standards vorangetrieben haben, wohingegen ein Teil des Vatikans die Souveränität des Instituts erhalten wollte. Wegen Geldwäscheverdachts froren italienische Ermittler 2010 Einlagen des Geldinstituts ein, die sich auf Konten italienischer Banken befanden.

Um den Ruf als dubioses Finanzzentrum zu bekämpfen, hat der Vatikan unter anderem eine interne Aufsicht eingeführt. Sie soll überprüfen, inwieweit die Vatikanbank internationalen Finanzvorgaben genügt. Der Europarat kam im Sommer 2012 zu dem Ergebnis, dass der Vatikan den Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Steuerflucht noch nicht gerecht wird.

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Leserkommentare
  1. 1. Banker

    Jetzt kann sich der nächste Deutsche offiziell die Hände schmutzig machen.

  2. 2. Banker

    Stephan_R schrieb:

    Jetzt kann sich der nächste Deutsche offiziell die Hände schmutzig machen ...

    ..., muss er aber nicht.

    schreibt Archetyp

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Bei dem Verein wird ihm womöglich nichts anderes übrig bleiben. Dafür ist der Vatikan viel zu verlogen. Da wird ein einzelner nichts anrichten können.

  3. Das scheint mir ein sehr merkwürdiger Vorgang. Da will wohl jemand „sein Geld“ in Sicherheit bringen. Als Kathloik würde ich mir ja so einen „Anthony Quinn Papst wünschen. Die Welt könnte es brauchen. Wie nach dem letzten Pontifikat diskutieren Katholiken in Deutschland eifrig Reformen. Dieser Schritt zeigt die Haltung der Kardinäle dazu. Vielleicht Reformen ja, aber Geld dürfen die nicht Kosten. Schließlich braucht man das für die eigen Anlagestrategien auf den Weltmärkten.(wer ist man eigentlich, wer zieht da die Strippen?- Alles Geheim. Die Vvorbereitungen für das Konklave laufen auf vollen Touren) So Reformfreudig deutsche Katholiken sind, die deutschen Bischöfe und Kardinäle dafür umso knallhärter in der Sache, da können sie mit noch so seidenweicher Stimme verkünden. Also wenn ich jetzt als Papst gewählt würde, ich würde das Amt nur annehmen, wenn diese Entscheidung rückgängig gemacht wird. Der neue Papst soll gefesselt werden, ob auch geknebelt, weiß man noch nicht.

  4. Wahrscheinlich ist das rechtlich in Ordnung, wenn es keine Panikreaktion war. Darf der Papst aD. Überhaupt so eine Entscheidung noch treffen?- Und seinem Nachfolger Handschellen anlegen? Vielleicht ist es auch ein Verzweiflungsversuch und man betet jetzt, das man damit durchkommt. Dr. med Lütz sagte bei Illner, der heilige Geist hält manchmal auch Überraschungen bereit, diese Möglichkeit will man wohl gleich ausschließen. Ob der heilige Geist sich austricksen läßt? Deutsche Katholiken könnten ein starkes Zeichen setzen und die Kirchenstzeuer aussetzen und so den neuen Papst unterstützen. Ist der Papst vielleicht gar nicht mehr freiwillig im Vatikan, sondern wird noch gebraucht? Die Geschichte zeigt, vieles ist denkbar.

  5. So bekommt Ratzingers Rücktritt Sinn. Papst und Bank in deutscher Hand - wäre wohl ein wenig zu viel Machtkonzentration und geordnete Moneten sind wohl wichtiger. Denn Geld regiert nun mal die Welt samt Vatikan! Und die Moral von der Geschicht: trau auch der schönsten Predigt nicht!

    Eine Leserempfehlung
  6. Bei dem Verein wird ihm womöglich nichts anderes übrig bleiben. Dafür ist der Vatikan viel zu verlogen. Da wird ein einzelner nichts anrichten können.

    Antwort auf "Banker"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP, nf
  • Schlagworte Kirche | Benedikt XVI | Katholische Kirche | Bank | Europarat | Papst
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