Deutscher Export"Die deutsche Industrie produziert genau, was China braucht"

Deutsche Maschinen und Autos sind in China begehrt. Laut einem Bankenpapier könnte China 2030 Deutschlands wichtigster Handelspartner sein, noch vor Frankreich. von 

Noch ist Frankreich Deutschlands wichtigster Handelspartner, doch spätestens bis zum Jahr 2030 könnte sich das ändern. Das Prognose- und Beratungsinstitut Oxford Economics sagt in einem aktuellen Report voraus: China wird bald den Spitzenplatz einnehmen. Die Experten schließen das aus ihrer Untersuchung weltweiter Handelsströme im Auftrag der Großbank HSBC.

Bisher liegt China noch auf Platz drei der Rangliste, nach Frankreich und den Niederlanden. Angaben des Statistischen Bundesamts zufolge entfielen im vergangenen Jahr rund sieben Prozent des deutschen Außenhandels, rund 144 Milliarden Euro, auf den Handel mit China. 

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Künftig könnte vor allem der Export von Maschinen nach China steigen. "Die deutsche Industrie produziert genau das, was China braucht", erklärt Martin Vetter-Diez, Leiter des Auslandsgeschäfts der HSBC: hochwertige Maschinen beispielsweise, die das Land benötigt, um selbst Produkte herzustellen und eine eigene Infrastruktur aufzubauen. Laut dem HSBC-Papier wird etwa die Hälfte des prognostizierten deutschen Exportwachstum nach China auf den Maschinenbau entfallen.

Hugo Boss, Porsche, Daimler und BMW

Ein weiterer wichtiger Faktor: Die Konsumgüternachfrage in China steigt. "Die Chinesen werden reicher und fragen mehr Qualitätsprodukte nach", sagt Vetter-Diez. Made in Germany habe noch immer einen sehr guten Ruf. Besonders beliebt seien deutsche Luxus-Markengüter wie die Mode von Hugo Boss und die Autos von Porsche, BMW, Daimler oder Audi. Schon jetzt ist China einer der wichtigsten Kunden der deutschen Autohersteller. Dem Verband der Automobilindustrie zufolge wurden 2011 mehr als eine halbe Million Autos nach China exportiert. Nur nach Großbritannien verkauften die Deutschen mehr.

Auch die Importe aus China werden der HSBC zufolge stark steigen. Wie Indien werde auch China immer erfolgreicher darin, höherwertige Produkte im Westen zu verkaufen, darunter Konsumgüter und High-Tech-Waren.

Der Handel mit traditionellen Partnern, etwa den USA oder anderen europäischen Industrienationen, werde aber weiter wichtig bleiben, heißt es in dem Report. Insgesamt gehen die Experten von einem jährlichen Exportwachstum von zwei bis drei Prozent aus. Die Ausfuhren nach China aber, so schätzen sie, könnten jährlich um acht bis zehn Prozent steigen.

Die Gefahr, dass China Deutschland in der Produktion von hochwertigen Produkten überholen könnte, sieht Martin Vetter-Diez nicht. Deutschland habe dank jahrzehntelanger Erfahrung noch immer einen Technologievorsprung. "Solange wir innovativ bleiben und uns nicht ausruhen, können wir wettbewerbsfähig bleiben."

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Leserkommentare
  1. Die deutsche Wirtschaft produziert immer genau das was der Kunde will.

    Mit geistiger Unbeweglichkeit oder ideologischer Sturheit kann man nichts verkaufen.

    Die Chinesen sind da eben durch den Kommunismus so verdorben, daß sie sich schlecht anpassen können.

    Wenn ein deutscher Beamter mit möglichst wenig Stress zur Pension kommen will, macht er auch genau was der Chef will. Auch wenn die Untertanen darunter leiden.

  2. schmelzen kann, haben uns ja die Japaner gezeigt.

    Frage mich gerade was Herrn Martin Vetter-Diez veranlasst, die Chinesen dümmer einzuschätzen.

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    die Frage stellte sich mir auch als erstes. Ich frage mich außerdem, wann die Wirtschaft verstehen wird, daß der Binnenmarkt in Deutschland ein sicheres Absatzfeld ist - solange die Verdienste der Arbeiter und Angestellten dies ermöglichen - während der Export von Umständen abhängig ist, die die deutsche Wirtschaft nicht beeinflussen kann.
    Ich erinnere an 2008, den Beginn der Wirtschaftskrise, damals brach der Export massiv ein, innerhalb ganz kurzer Zeit. Danach gingen Betriebe der Zulieferindustrie für Autos in Kurzarbeit oder pleite und unsere Regierung erfand die Abwrackprämie.

  3. Ixh finde die Glorifizierung des Exportmodells ziemlich unangebracht. Denn hierdurch wird überdeckt, dass das Land im Innern ausgezehrt wird von der eigenen Wirtschaft, um Exporte zu steigern.
    Im Lande selber regiert eine abstruse Dienstleistungsgesellschaft, deren vorherrschendes Merkmal Niedriglohn un schlimmer Arbeitsbedingungen sind.

    So ist die BRD-Wirtschaft nach aussen supererfolgreich im Export, und nach innen saugt sie die Bevölkerung aus.

    Kein Wunder, wenn fast immer "Aufschwung" ist.

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  4. .. im Klauen von Ideen und Kopieren und Fälschen aller Produkte, die andere Länder entwickelt haben.
    China selber ist nur der Welt größter Umweltverschmutzer ...

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    <em> China selber ist nur der Welt größter Umweltverschmutzer ...</em>

    China ist das in erster Linie, weil wir unsere energieintensiven Fertigungen dorthin verlegt haben.

    Vielleicht haben Sie Glück, und der Lohnspiegel steigt in China so schnell wie die Mittelschicht wächst. Dann werden diese Fabriken wohl mittelfristig wieder umziehen. Vermutlich Ost- oder Südeuropa. Dann haben wir den Dreck wieder da wo er hingehört.

    • xNCx
    • 28. Februar 2013 9:46 Uhr

    China hat das weltgrößte Wiederaufforstungsprogramm.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Chinas_Gr%C3%BCne_Mauer

    Schauen Sie mal in die IEEE, die meisten Paper (ich kann hier nur für den Bereich Elektronik sprechen) kommen aus China.

    Der Artikel versucht den Exportwahn schön zu reden, dabei ist die Quintessenz, dass unser größter Handelspartner immernoch Frankreich ist. Tatsächlich gehen 40 % Export in Euroraum, 60% in die EU. Europa ist in erster Linie Binnenmarkt. Der Euro wirkt als Exportbeschleuniger für De auf Kosten der Allgemeinheit, die in Form von Bankenrettungen die Forderungen im Euroraum wieder begleichen muss. Von dem Exporterfolg hat der deutsche Bürger fast nichts, sondern in erster Linie Eliten in Großkonzernen und Finanzdienstleistern, die sich an Großprojekten, Aufträgen goldene Nasen verdienen, während die realsierende Belegschaft ausgenommen wird.

    • Karl63
    • 28. Februar 2013 8:34 Uhr

    Wer von hieraus - in der Mitte Europas - nach China blickt, dem fällt vor allem die Diskrepanz zwischen der wirtschaftlichen und der politischen Entwicklung auf.
    Die Achtung fundamentaler Menschenrechte, sowie eine gut funktionierende parlamentarische Demokratie, sind hierzulande absolut kein "Luxus", sondern die Basis für lang anhaltenden wirtschaftlichen Erfolg. Ganz gewiss ist unser kapitalistisches Wirtschaftssystem auch anfällig für Konjunkturkrisen, aber ausgereifte demokratische Strukturen zeigen ihre eigentlichen Stärken wenn es darum geht, solche Krisen zu überwinden.
    Von ausgereiften demokratischen Strukturen ist China noch sehr weit entfernt. Es wachsen dort nicht nur die sozialen Gegensätze, auch realisiert man dort nur sehr zögerlich, dass Umweltschutz auch eine Frage des Überlebens ist. Ob und wie China diese Probleme löst, bleibt momentan unklar.

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    • 可为
    • 28. Februar 2013 10:05 Uhr

    "Ganz gewiss ist unser kapitalistisches Wirtschaftssystem auch anfällig für Konjunkturkrisen, aber ausgereifte demokratische Strukturen zeigen ihre eigentlichen Stärken wenn es darum geht, solche Krisen zu überwinden."

    Ich möchte bezweifeln, dass die Krisenbewältigungsmaßnahmen bei uns in einer Volksabstimmung Erfolg gehabt hätten. Ausserdem zeichnen sich die Staaten mit dem aktuell größten Wirtschaftswachstum nicht gerade dadurch aus, dass viele unbedenkliche Demokratien darunter wären.

    Wie kann Demokratie überhaupt der Wirtschaft helfen?

  5. Habe dazu einen schönen Artikel bei einem anderen Nachrichtendienst gelesen und wenn das stimmt, werden sich die deutschen Firmen noch wundern. Sobald die Chinesen genügend KnowHow abgegriffen haben, damit sie die gleiche Produkte und "Qualität" selbst bauen können, werden sie diese Firmen wieder aus dem Land "vertreiben".

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    • Xarx
    • 01. März 2013 10:49 Uhr

    Ich glaube nicht, dass China sämtliche ausländische Firmen später wieder verjagen wird. Dafür ist die Wirtschaft viel zu sehr miteinander verflochten und die negativen Konsequenzen wären selbst bei so einen großen eigenen Absatzmarkt verheerend. Schließlich hat sich China in den letzten Jahrzehnten immer mehr dem Weltmarkt geöffnet. Sicherlich ist dadurch die Wirtschaft drastisch gewachsen, aber gleichzeitig hat es sich damit natürlich auch von der restlichen Welt abhängig gemacht.

  6. <em> China selber ist nur der Welt größter Umweltverschmutzer ...</em>

    China ist das in erster Linie, weil wir unsere energieintensiven Fertigungen dorthin verlegt haben.

    Vielleicht haben Sie Glück, und der Lohnspiegel steigt in China so schnell wie die Mittelschicht wächst. Dann werden diese Fabriken wohl mittelfristig wieder umziehen. Vermutlich Ost- oder Südeuropa. Dann haben wir den Dreck wieder da wo er hingehört.

    2 Leserempfehlungen
    • xNCx
    • 28. Februar 2013 9:46 Uhr

    China hat das weltgrößte Wiederaufforstungsprogramm.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Chinas_Gr%C3%BCne_Mauer

    Schauen Sie mal in die IEEE, die meisten Paper (ich kann hier nur für den Bereich Elektronik sprechen) kommen aus China.

    Der Artikel versucht den Exportwahn schön zu reden, dabei ist die Quintessenz, dass unser größter Handelspartner immernoch Frankreich ist. Tatsächlich gehen 40 % Export in Euroraum, 60% in die EU. Europa ist in erster Linie Binnenmarkt. Der Euro wirkt als Exportbeschleuniger für De auf Kosten der Allgemeinheit, die in Form von Bankenrettungen die Forderungen im Euroraum wieder begleichen muss. Von dem Exporterfolg hat der deutsche Bürger fast nichts, sondern in erster Linie Eliten in Großkonzernen und Finanzdienstleistern, die sich an Großprojekten, Aufträgen goldene Nasen verdienen, während die realsierende Belegschaft ausgenommen wird.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte BMW | Audi | China | Daimler AG | Hugo Boss | Auto
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