Europäische KommissionEU verteidigt hohe Gehälter ihrer Beamten

Kommissionsvize Šefčovič weist Kritik zurück, EU-Mitarbeiter würden zu viel Geld verdienen. Man müsse mit Banken und Großkonzernen um die besten Köpfe konkurrieren.

Die Europäische Kommission hat die hohe Bezahlung von EU-Beamten verteidigt. Die EU konkurriere mit Arbeitgebern wie den Vereinten Nationen, der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds und internationalen Anwaltskanzleien um dieselben Leute, sagte Kommissionsvizepräsident Maroš Šefčovič der Süddeutschen Zeitung. Darum müsse man bei den Gehältern konkurrenzfähig sein und mit einer attraktiven Bezahlung "die Besten holen, die man kriegen kann".

Europa sei angewiesen auf "gute Spezialisten, die den Konzerngiganten der Welt gegenübertreten können und den Top-Bankern, die mit absolut unvergleichbaren Gehältern nach Hause gehen", sagte Šefčovič. Aus Deutschland und Frankreich würden sich aber seit Jahren immer weniger auf die Jobs bei der EU bewerben. Stattdessen wüchse die Zahl der Bewerber aus Belgien und aus Krisenländern.

Anzeige

Die Gehälter der EU-Beamten waren in der vergangenen Woche kritisiert worden: Medien hatten berichtet, viele der Beamten verdienten mehr als Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Bund der Steuerzahler kritisierte "die unzähligen und teils üppigen Privilegien" für die Mitarbeiter in EU-Spitzenjobs. Verbandschef Rainer Holznagel sagte, diese lebten "in einem Schlaraffenland".

Šefčovič widersprach der Behauptung, dass die Beamten mehr verdienen als die deutsche Kanzlerin. "Nach unseren Informationen stimmt das nicht", sagte er der SZ. Kein einziger EU-Beamter habe einschließlich der Zulagen ein höheres Gehalt als Merkel. Solche Vergleiche machten schöne Schlagzeilen, seien aber "methodisch meistens völlig falsch".

Die Bezüge der etwa 50.000 Beamten der Europäischen Union steigen in diesem Jahr noch: Weil sich die Regierungen der 27 Mitgliedstaaten bisher nicht über Kürzungen der Gehälter einigen konnten, läuft eine Solidaritätssteuer in Höhe von 5,5 Prozent, die bisher einbehalten wurde, zum Jahreswechsel aus.
 

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • Tolotos
    • 05. Februar 2013 8:20 Uhr
    1. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Die Redaktion/kvk

    12 Leserempfehlungen
  1. meinen aber die größten Köpfe.

    Da haben wir uns in Europa eine neue Kaste Hilfs Aristokraten geschaffen, die ein astreines Anspruchsdenken entwickelt haben.

    Die glauben sie managen Europa - für das Geld würde ich mich auch hinstellen und das sagen. Wenn man soviel Geld bekommt (nicht verdient), dann glaubt man das selber.

    Schaut mal genauer hin ob nicht in einzelnen Ländern diese Posten nicht schon innerhalb von Familien vererbt werden.

    Wetten das?

    [...] Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/kvk

    29 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Mehr als Stimmungsmache ist Ihr Kommentar nüchtern betrachtet leider nicht! Würden Sie sich herablassen, uns zu erklären, auf welche Fakten Sie sich stützen?

  2. Aber das haben Sie ja schon mit den EU-Strategen gemeinsam
    Alles an den Bürgern vorbei und das für Spitzengehälter.
    Wer beruft die EU Beamten eigentlich dazu?
    Politiker!!!

    16 Leserempfehlungen
    • zfat99
    • 05. Februar 2013 8:35 Uhr

    "Šefčovič widersprach der Behauptung, dass die Beamten mehr verdienen als die deutsche Kanzlerin."

    Wie hoch ist das Gehalt einer Kommissarin? Und der deutschen Kanzlerin? Der Streit ist in einer Sekunde entschieden.

    18 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Die Redaktion/kvk

    Tausende EU-Beamte verdienen mehr als Merkel
    http://www.faz.net/aktuel...

    Ein Posten bei der EU kann äußerst lukrativ sein. Nach Berechnungen der "Welt am Sonntag" verdienen Tausende Beamte sogar mehr als Angela Merkel. Kritiker sprechen vom "Schlaraffenland"http://www.welt.de/wirtsc...

    • topu78
    • 05. Februar 2013 10:47 Uhr

    Man möge meinen, dass Kommissionsvizepräsident der EU Ihre eigenen Verordnungen kennen. Auch sollte man denken, dass Herr Šefčovič in der Lage sein sollte, Vergleiche zu ziehen.

    Die aktuelle EU-Verordnung zur Bemessung der Beamtenbezüge findet man auf http://eur-lex.europa.eu/...

    Dort wird klar, dass den oberen Entgeldgruppen tatsächlich mehr Geld (Grundbesoldung+Haushaltszulagen) als unserer Kanzlerin zur Verfügung steht.

    Meine Güte, was hält man uns doch für naiv.

    Ohne konkrete Zahlen und Details zu den Jobs ist dieser Artikel ziemlich sinnfrei.

    Andererseits wäre es eine schöne Anregung, mal über den Teich zu sehen. In den USA werden die Gehälter von Staatsbediensteten, zumindest von einigen "Bundesstaaten" wie Texas oder Virginia, im Internet veröffentlicht. Und zwar von jedem einzelnen mit Namen und Betrag. Soweit muss es in Europa nicht gehen, aber ein bischen mehr Transparenz dürfte schon sein.

    • bernjul
    • 05. Februar 2013 8:40 Uhr

    "Man müsse mit Banken und Großkonzernen um die besten Köpfe konkurrieren."

    Fragt sich wie man "beste Köpfe" definiert. Ich wage zu bezweifeln, dass man mit viel Geld "die Besten" bekommt. Damit bekommt man vor allem die Gierigsten und die Antisozialen.

    25 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    wenn die Politiker, also Entscheider, zweit und drittklassig sind.

    "Man müsse mit Banken und Großkonzernen um die besten Köpfe konkurrieren."

    Jedenfalls wenn es um das Gehalt geht, ist die Kommission nicht zahlungskräftig genug um mit Banken, Großkonzernen oder internationalen Kanzleien in Konkurrenz zu treten. Daher findet die Konkurrenz eigentlich auch woanders statt und zwar bei der "Work-Life-Balance". Es gibt nämlich jede Menge hervorragende Köpfe, exemplarisch bei den Juristen, die sich niemals auf den Arbeitsalltag in einer Großkanzlei einlassen würden. Die Kommission mag für einen Großkanzleijuristen der Absturz in die "Armut" sein; dafür hat er aber planbare Freizeit und sicheren Urlaub.

    "Fragt sich wie man "beste Köpfe" definiert. Ich wage zu bezweifeln, dass man mit viel Geld "die Besten" bekommt. Damit bekommt man vor allem die Gierigsten und die Antisozialen."

    Platter geht's nicht, oder? Denn weder Großkanzleien, noch Banken, noch Großkonzerne zahlen exorbitante Gehälter für Leute, die einfach nur "gierig" sind aber ansonsten nichts können. Sie können schon davon ausgehen, dass die in diesen Gehaltskategorien beschäftigten Angestellten zu den besten ihres Faches gehören.

    Hör ich bei Ihnen ein bischen Neid raus?

  3. 6. [...]

    Entfernt. Die Redaktion/kvk

    3 Leserempfehlungen
  4. denn kein EU-Land hält die Maastricht-Kriterien einer Staatsverschuldung von max. 60% des BIP ein.

    Auch sind die Köpfe nicht so gut, diesen Vertrag so anzupassen, dass die selbstgesetzte Schuldengrenze eingehalten wird.

    Immerhin sind aber die Köpfe so gut, dass sie im Lissabon-vertrag die Todesstrafe wiedereingeführt haben. Im schlimmsten Fall können dann Demonstrationen mit Todesfolge niedergeschlagen werden.

    Demonstrationen von Bürgern, die den Denkeinsatz der klugen Köpfe bisher vergeblich erwartet haben.

    20 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das würde mich aber interessieren, woher Sie diese Information haben..

    • Suryo
    • 05. Februar 2013 11:00 Uhr

    Die Todesstrafe wird natürlich nicht durch EU-Recht wieder eingeführt, ihre Wiedereinführung wird den EU-Mitgliedstaaten im Falle von Krieg und Aufruhr aber gestattet. Da in Deutschland die Abschaffung der Todesstrafe Verfassungsrang hat und die absolute juristische Mehrheitsmeinung ist, daß die Todesstrafe ohnehin gegen die Grundrechte verstößt, ist der Fall einer Wiedereinführung der Todesstrafe in Deutschland extremst unwahrscheinlich. Bzw umgekehrt: wenn es soweit ist, daß der Bundestag wieder die Todesstrafe einführt, dann ist die verfassungsmäßige Ordnung sowieso schon völlig zusammengebrochen.

    Kein EU-Land hält die Maastricht Kriterien ein?

    http://www.staatsverschul...

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/kvk

    • Nibbla
    • 05. Februar 2013 8:51 Uhr

    "Man müsse mit Banken und Großkonzernen um die besten Köpfe konkurrieren."
    aber wenn mans oft genug wiederholt wird es vlt wahr.
    Peer Steinbrück scheint ja auch von dieser These überzeugt.

    Da Lobe ich mir die Partei "Die Partei", die das Managergehalt auf das 25.000 Fache eines normalen Arbeitergehalts deckeln will.

    6 Leserempfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, nf
  • Schlagworte Angela Merkel | Medien | Vereinte Nationen | Arbeitgeber | Bund der Steuerzahler | Gehalt
Service