UmweltpolitikEU-Parlament setzt der Fischerei enge Grenzen

Die Europäische Union hat eine Reform zur nachhaltigen Fischerei beschlossen. Ab 2014 wird der Rückwurf von Fischen ohne Handelswert schrittweise verboten.

Das Europaparlament hat mit großer Mehrheit eine Reform zum Stopp der Überfischung durchgesetzt. Ab 2015 sollen die EU-Länder zur nachhaltigen Fischerei verpflichtet werden. Die Vorlage geht nun an den Ministerrat, in dem die 27 EU-Staaten vertreten sind.

Die nach der SPD-Europaabgeordneten Ulrike Rodust benannte Reform sieht unter anderem eine Reduzierung der Fangquoten ab 2015 vor, um den Bestand der Arten sicherzustellen. So sollen sich die stark verringerten Bestände bis 2020 erholen können.

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Zwischen 2014 und 2017 sollen zudem verschwenderische Rückwürfe schrittweise verboten werden. Derzeit werden Rodust zufolge etwa 1,9 Millionen Tonnen Fisch pro Jahr tot oder lebendig ins Meer zurückgeworfen, da die Fische keinen Handelswert haben oder Quoten eingehalten werden sollen. Das seien fast 40 Prozent des gesamten Fangs.

Das Europaparlament stimmte außerdem für eine Überarbeitung der Fischereiabkommen mit Entwicklungsländern. Auch in den Gewässern dieser Länder darf die EU künftig nicht mehr zur Überfischung beitragen.

Den Fischern soll bei der Umstellung geholfen werden, unter anderem mit Zuschüssen für bessere Netze. Bei Zuwiderhandlung drohen ihnen Sanktionen, beispielsweise die Streichung von EU-Zuschüssen für mehrere Jahre.

Ulrike Rodust hatte die Zustimmung des Parlaments in einem Interview mit ZEIT ONLINE vorab als "riesigen Erfolg für Europas Meere und Fischer" bezeichnet. Das EU-Parlament hatte dank des Vertrags von Lissabon zum ersten Mal ein Mitspracherecht in der Fischereipolitik.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
  • Schlagworte Europäische Union | Entwicklungsland | Europaparlament | Fisch | Reform | Sanktion
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