Die Zinsen in der Euro-Zone bleiben niedrig. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt entschied, den Leitzins auf dem Rekordtiefstand von 0,75 Prozent zu belassen, wie die Notenbank mitteilte. Obwohl der Euro-Raum in der Rezession steckt, hatten die meisten Volkswirte diese Entscheidung erwartet.

EZB-Präsident Mario Draghi rechnet mit einer Erholung der Konjunktur in der Euro-Zone im Laufe dieses Jahres. Anfang 2013 bleibe die Wirtschaft im Währungsraum noch schwach, danach sei mit einem allmählichen Anziehen der Konjunktur zu rechnen, sagte Draghi.

Die Lage an den Finanzmärkten hat sich zuletzt entspannt, so dass sich Krisenländer wieder günstiger am Anleihenmarkt finanzieren können. Weil das Vertrauen in die Gemeinschaftswährung deutlich gestiegen ist, fließt zudem mehr Kapital nach Europa zurück. Einige Ökonomen sehen die EZB daher bereits vor dem Rückzug aus der ultralockeren Geldpolitik. Seit Juli 2012 wurde der Leitzins nicht verändert.

Unternehmen spüren die Verbesserungen bislang allerdings kaum. Die sehr lockere Geldpolitik in Japan und den USA wertete den Euro in den vergangenen Monaten massiv auf, was vor allem Exporteuren in den Krisenländern Probleme bereitet.

Frankreichs Staatspräsident François Hollande hatte deshalb für eine aktive Wechselkurspolitik geworben. Diese Forderung stößt in Deutschland auf Ablehnung.