Schiefergas-FörderungSchwarz-gelbe Initiative will Fracking in Deutschland durchsetzen

In den Fraktionen von CDU und FDP hat sich eine Initiative gebildet, die die umstrittene Förderung von Schiefergas zulassen will. Dagegen regt sich starker Widerstand.

Schiefergasförderung in der Nähe von Williston, North Dakota, USA

Schiefergasförderung in der Nähe von Williston, North Dakota, USA  |  © Jim Urquhart/Reuters

Bundestagsabgeordnete der schwarz-gelben Koalition setzen sich dafür ein, dass Schiefergas in Deutschland durch ein umstrittenes Verfahren gefördert wird. Die Fraktionen von Union und FDP forderten Umweltminister Peter Altmaier und Wirtschaftsminister Philipp Rösler dazu auf, noch im Februar einen Gesetzesvorschlag für eine bundesweite Regelung der Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten vorzulegen.

Die sogenannte Schiefergaswende in den USA mit stark gesunkenen Energiepreisen entfaltet Druck, auch in Deutschland neue Fördertechniken wie das Fracking grundsätzlich zuzulassen. Bisher fehlt den Ländern eine klare Handhabe hierzu.

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Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus den CDU- und FDP-Politikern, hatte den beiden Ministern am 1. Februar deutliche Forderungen übermittelt. Ihr Credo: Ja zum Fracking, aber unter Auflagen. Es soll bei jeder neuen Bohrung eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung geben, zudem müsse klar geregelt werden, was mit möglichen giftigen Rückflüssen passiert. Bohrungen in Wasserschutzgebieten sollen grundsätzlich verboten sein.

Bürgerinitiativen gegen Fracking

Das Umweltbundesamt (UBA) hatte sich 2012 in einer umfassenden Studie skeptisch gezeigt und auf Risiken im dicht besiedelten Deutschland verwiesen. Doch die Vorkommen im Gestein werden als so groß eingeschätzt, dass Deutschland damit 13 Jahre lang seinen Gasbedarf decken könnte. Allerdings sind 14 Prozent der Fläche in Deutschland laut UBA als Trinkwasserschutzgebiete ausgewiesen, so dass die Förderung nur eingeschränkt möglich sein könnte.

Wegen großer Bedenken haben sich besonders in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen Bürgerinitiativen gegen Fracking gebildet. Sie fürchten eine Verseuchung des Trinkwassers mit giftigen Chemikalien. Auch Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt oder Baden-Württemberg könnten als Fördergebiete infrage kommen. Die Bundesländer forderten die Bundesregierung auf, bis zur Klärung aller Risiken den Einsatz umweltgefährdender Stoffe zu verbieten.

Fracking

Alles begann mit dem perfekten Knick im Bohrgestänge. Zur Jahrtausendwende entwickelten Ingenieure in den USA ein Verfahren, mit dem Trägergestein in Tiefen bis zu 10.000 Meter nicht nur senkrecht erreicht, sondern auch horizontal durchbohrt und erschlossen werden kann. In den Sedimenten, meist Schiefer, lagert Gas. Um es zu fördern, kommt die umstrittene Fracking-Technik zum Einsatz.

Verfahren

Der Name leitet sich vom englischen to fracture ab – aufbrechen. Unter hohem Druck werden Wasser, Sand und kleine Mengen an Chemikalien in das Gestein gepresst, um es aufzubrechen. Das Gas kann entweichen. Allerdings kann niemand garantieren, dass dies ausschließlich kontrolliert geschieht. Das Umweltbundesamt (UBA) hat in einer Studie zum Fracking die größten Risiken aufgelistet. Die teils hoch giftigen Chemikalien, die in den Boden gepumpt werden, könnten das Trinkwasser verseuchen. Kenner der Szene gehen davon aus, dass US-Firmen Salzsäure, Benzol und andere krebserregende Stoffe einsetzen.

Befürworter

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) widerspricht dem Fracking-kritischen UBA. Umweltverträgliches Fracking sei möglich. Oberflächennahes Trinkwasser stehe mit dem Tiefengestein "meist nicht in Verbindung". Unstrittig ist, dass die Fracking-Förderung extrem flächenintensiv ist. Der Schiefer muss immer wieder an neuen Stellen "angezapft" werden. Im Schnitt sind sechs Bohrungen pro Quadratkilometer nötig. Ganzen Landstrichen drohe damit die Zerstörung, sagen Kritiker.

Bei der neuen Fördertechnik wird mit hohem Druck unter Einsatz von Wasser, Sand und Chemikalien das Gestein so aufgebrochen, dass das Gas nach oben entweichen kann. Fracking an sich gibt es schon seit vielen Jahren, neu ist aber die Erschließung unkonventioneller Schiefergasvorkommen mit Horizontalbohrungen.

In Deutschland erwägen unter anderen ExxonMobil und BASF, Fracking zu nutzen. BASF-Vorstand Harald Schwager sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: "Wir würden gerne in die Forschung einsteigen, um überhaupt herauszufinden, ob es möglich ist, hier wirtschaftlich, sozial akzeptiert und umweltverträglich Schiefergas zu fördern."

Fracking ermöglicht Reindustrialisierung in den USA

CDU und FDP wollen ein entsprechendes Gesetz noch vor der Bundestagswahl am 22. September verabschieden. SPD, Linke und Grüne sehen das kritisch und könnten einen Entwurf über den Bundesrat blockieren. Auch aus Bayern kommt Widerstand.

Deutsche Debatte: Industrie wirbt dafür

Für Ulrich Grillo ist die Sache klar: Die Förderung von Fracking-Gas müsste auch in Deutschland »ergebnisoffen« geprüft werden, sagt der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie.

Bürger wehren sich

Wie viel Schiefergas in Deutschland förderbar ist, weiß niemand genau. Probebohrungen, die darüber Aufschluss geben würden, scheiterten bisher weitgehend am Widerstand in der Bevölkerung. Auch bei den Grünen, den Linken und in der SPD wird vor den möglichen Umweltfolgen des Frackings gewarnt.

Faktenlage

Die Fachleute sind uneins. Das Umweltbundesamt beklagt, dass »viele und grundlegende Informationen noch fehlen«. Dagegen hält eine Gruppe unabhängiger Wissenschaftler in einer von ExxonMobil beauftragten Studie die Schiefergasförderung für eine »grundsätzlich denkbare Option«. Aber auch sie warnen vor »erheblichen Umweltrisiken«. Deshalb solle es vorerst nur Erkundungsbohrungen und einzelne Demonstrationsvorhaben geben.

Klar ist: Wenn überhaupt, würde Fracking in Deutschland nur unter strengen Auflagen erlaubt. Ob sich die Gasförderung dann überhaupt lohnt, ist nicht ausgemacht.

Der FDP-Umweltpolitiker Michael Kauch sagte dagegen im Spiegel: "Wir können uns kein ideologisches Verbot leisten, weil Fracking Teil der Energieversorgung sein kann."

In den USA wird Schiefergas bereits in großem Stil gefördert, die Gaspreise sind dort auf ein Drittel des deutschen Niveaus gefallen. US-Botschafter Philipp Murphy pries die Fördermethode: "Die Schiefergasrevolution in den Vereinigten Staaten kann das Bruttoinlandsprodukt bis 2020 um zusätzliche zwei bis drei Prozent wachsen lassen."

Die niedrigen Energiepreise hätten zu einer Reindustrialisierung geführt, da Hunderte Milliarden Dollar in der Chemie-, Stahl-, Aluminium-, Reifen- und Kunststoffindustrie investiert würden. Deutsche Industrieverbände werben stark dafür, die Förderung aufzunehmen, um den Anschluss an das Geschäft nicht zu verpassen.

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Leserkommentare
  1. >> Schwarz-gelbe Initiative will Fracking in Deutschland durchsetzen <<

    ... tatsächlich mal um Pläne und Inhalte geht, findet sich täglich ein neuer Grund, schwarz-gelb *nicht* zu wählen - das ist ja wie beim Adventskalender.

    Und welches Türchen machen wir morgen auf?

    65 Leserempfehlungen
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    ...Mineralbrunnen-und Trinkwasseraktien.

    • Petro69
    • 11. Februar 2013 13:24 Uhr

    Selbst das "Prüfen birgt Gefahren" und kann grosse Gefahren mit Nachhaltigkeit und Auswirkungen bringen, was Boden und Menschen verseucht.
    Das nächste Türchen was geöffnet wird sind eine Menge
    Kolumbarien, das ist die Endstation der Bürger wegen Wasservergiftung.
    Wie dumm muss man noch werden - gehts noch ??

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/jk

    9 Leserempfehlungen
    • lxththf
    • 10. Februar 2013 16:24 Uhr

    zu einem kleinen Kind würde man sagen "Und wenn Moritz sich von der Brücke stürzt, würdest Du dann auch springen?". Die Folgen von Fracking sind momentan nicht absehbar und darum sollte man gründlichst überlegen, ob man das Risiko eingehen möchte Dtl. Wasser nachhaltig zu verseuchen, für 13 Jahre Energieversorgung.

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    Sie wollen doch auch ein warmes Zuhause haben, oder nicht? Vielleicht auch noch eine warme Dusche - hin und wieder.

    Und was brauchen Sie dafür? Richtig! ENERGIE.

    Schlagen Sie uns also eine Alternativen vor, wie wir Energie, die sich auch ein Hartz IV - Empfänger leisten kann, fördern können!
    Zu kritisieren und keine Vorschläge zu machen ist ein bisschen dünn.

    Ich warte.

    • qweet2
    • 10. Februar 2013 16:25 Uhr

    Zum einen die Gier nach Profiten.

    Diese Profite kommen aber wie üblich
    nur wenigen zu Gute.

    Zum anderen die Angst,
    das Grundwasser zu verseuchen
    mit Auswirkungen die so richtige keiner überschauen kann
    oder überblickt jemand den gesamten Wasserkreislauf?

    Im besten Fall kann man in Deutschland
    13 Jahre lang den eigenen Gasbedarf decken.

    Im besten Fall.

    Realistisch ist weniger,
    da ja in den Wasserschutzgebieten
    nicht gebohrt werden soll.

    Zum anderen könnte sich der Gasbedarf in Deutschland
    auch noch erhöhen,
    was die Dauer der selbstständigen Gasversorgung
    senkt.

    Warum muss Deutschland eigentlich
    nur weil es die USA machen
    gleich hinterherlaufen?

    Sind wir Lemminge?

    Wäre es jetzt nicht klüger,
    sich das Cleanfracking anzuschauen?

    Oder vielleicht wie man Wasser wieder sauber bekommt?

    Fracking löst Energieprobleme auch nicht,
    diese werden nur in die Zukunft verschoben.

    Die Vorkommen sind schnell erschöpft
    und es müssen neue erschlossen werden.

    Deutschland ist auch nicht so groß wie die USA
    oder Australien,
    als dass man hier lange etwas fördern könnte.

    Also ich bin der Meinung,
    die großen Konzerne sollen mal ein bisschen
    auf Profite verzichten,
    dafür muss der Hartz-4 Empfänger
    auch kein verseuchtes Wasser trinken.

    Ganz im Geiste des Grundgesetzes:

    Die Würde des Menschen ist unantastbar.

    31 Leserempfehlungen
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    Wir sind anscheinend schon so gehirngewaschen durch die jahrzehntelange Lufthoheit der Finanzwelt und der Großkonzerne (bzw. deren dienstbeflissene Spin-Doctors in der Politik) im öffentlichen Diskurs und so eingeschüchtert durch die konzertierten “Shitstorms von oben”, die regelmäßig bei allen Ideen losbrechen, die irgendwie ansatzweise nach “Sozialismus” riechen, daß wir gar nicht mehr in so eine Richtung zu denken wagen und uns solche Gedanken mithilfe einer verinnerlichten Schere im Kopf immer sofort automatisch verbieten, aber...

    ...man wagt es wirklich kaum, es auszusprechen, aber:

    Wie wäre es, wenn man Ölförderung in Deutschland zu einer staatlichen Aufgabe machen würde?
    Sie haben nämlich vollkommen Recht, daß sich so langsam die Erkenntnis durchsetzen sollte, daß ein System, bei dem nur einige Wenige reich und immer reicher werden, keine gute Idee ist!
    Warum also nicht Rohstoffförderung verstaatlichen? Dann kämen die Profite der Allgemeinheit zugute.

    China läßt sich da meines Wissens auch nicht durch private Konzerne die Butter vom Brot nehmen und fährt damit ganz gut. Argentinien wäre da als das Gegenbeispiel zu nennen: Die sind in den 90er Jahren dem neoliberalen Zeitgeist gefolgt und haben alle Rechte an ihren eigenen Bodenschätzen an US-Konzerne verscherbelt.

    Ich meine, wenn die USA dann drohen, uns mit Krieg zu überziehen, solange wir uns weigern, die Großkonzerne an unsere Bodenschätze heranzulassen, kann man ja immer noch einen Rückzieher machen.

  3. ...der Profit in ihrem Lauf - das hält niemand* auf!

    *höchstens militanter Widerstand der Bevölkerung, der die Kosten "explodieren" läßt und die Politik zum nachdenken zwingt!

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    • prr
    • 10. Februar 2013 16:31 Uhr

    wird Fracking schon seit geraumer Zeit betrieben. Das Verfahren gilt als umstritten, jedoch gibt es keine wissenschaftliche Beweise dafür, dass es wirklich in dem Maße umweltschädlich ist, wie of behauptet wird. Die gemeldeten Fälle in den USA waren nie nachweislich auf Fracking als solches, sondern auf mangelhafte Vorsicht, beschädigte Maschinen, etc. zurückzuführen. Tatsache ist, dass bei der Förderung von Erdöl immer die Gefahr von Umweltschäden vorhanden ist, ganz egal, welche Technik benutzt wird.

    Ich finde es daher richtig, dass Fracking nicht uneingeschränkt betrieben werden darf. Die möglichen Umweltschäden müssen genauestens erfasst werden und anhand dieser Daten muss abgewogen werden, ob sich die Förderung "lohnt". Dies sowie, der Grundsatz, dass der ökonomische Nutzen in bestimmten Fällen die ökologischen Sicherheit überwiegen kann ist in die herrschende Meinung im Internationalen Recht und in der allgemeinen Praxis auf globaler Ebene.

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    Umweltschädlich ist? Na dann... warum nicht einfach mal machen? Gibt keine Beweise, dass diese Pille wirklich Leute tötet? Na dann... mal machen!
    Ernsthaft... bin ja auch Technokrat, aber bei der Argumentation wird mir etwas flau im Magen...
    Lobbyismus ahoi... wie kann denn so eine irrsinnige Entscheidung nicht Parteispendenmotiviert sein - was erwartet schwarz-gelb? Unabhängigkeit vom Gas und Öl aus Russland? Wie wärs denn, wenn wir lieber die Energiewende mal ERNSTHAFT angehen würden und nicht so half-ass lieber mal nichts tun und abwarten, Frau Merkel? Nein? Schade...

    "..der Grundsatz, dass der ökonomische Nutzen in bestimmten Fällen die ökologischen Sicherheit überwiegen kann ist in die herrschende Meinung im Internationalen Recht und in der allgemeinen Praxis auf globaler Ebene."

    Die Frage dazu: Auf was für ein "Internationales Recht" beziehen Sie sich da und wer hat dieses definiert???

    Die Anmerkung dazu: der ökonomische Nutzen erscheint (!) oft nur höher, da Kosten externalisiert werden. Die eigentlichen Kosten werden dadurch verschleiert. Die Externalisierung von Kosten liegt dabei klar im Interesse von Unternehmen, unter dem Ziel der Gewinnmaximierung.

    Aber der Widerstand gegen Fracking wird in Deutschland so groß sein, dass es nicht angewandt werden wird.

  4. > In den USA wird Schiefergas bereits in großem Stil gefördert, die Gaspreise sind dort auf ein Drittel des deutschen Niveaus gefallen.

    Und warum? Weil die Leute so schnell Geld machen wollten, dass sie das Gas gefoerdert haben, obwohl sie es nicht exportieren koennen. Inzwischen haben viele eingesehen, dass das nicht so clever war, sind aber durch Vertraege daran gebunden, das Erdgas weiter zu foerdern, auch wenn es nicht rentabel ist. (An der Oel-Foerderung mit Fracking verdienen sie aber gut, weil dafuer Weltmarktpreise gezahlt werden.)

    Wie schwierig waere es, das in Deutschland gefoerderte Erdgas ins benachbarte Ausland zu exportieren? Nicht sehr. Wie sehr wird sich die Foerderung dann also auf den Preis fuer Erdgas in Deutschland auswirken? Kaum.

    11 Leserempfehlungen
  5. derart pauschal ablehnen, sollten sich fragen, ob ihr Wissen darüber wirklich ausreichend ist.
    Davon abgesehen: Deutschland ist fast vollständig abhängig von Ernergieimporten- Das bedeutet auch, erpressbar zu sein. Wollen wir das?
    Dank rot-grüner Ideologie schaffen wir es wahrscheinlich, uns in ein Zweite-Welt-Land zu verwandeln. Die Ablehnung von allem Neuen, von Technik und von individueller Mobilität kommt aus der rot-grünen Ecke. Weil Wohlstand ja vom Himmel fällt. Im Umverteilen sind die Gutmenschen Weltmeister, woher der Wohlstand kommt, interessiert sie nicht. Schlimm ist, dass offenbar immer weniger Menschen für diese Zusammenhänge interessieren....

    15 Leserempfehlungen
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    • qweet2
    • 10. Februar 2013 16:51 Uhr

    Wohlstand entsteht durch gute Arbeit.

    Dazu muss ich aber so sozial abgesichert sein,
    dass das Wasser was ich trinke
    mich nicht vergiftet.

    Wir werden auch mit Fracking
    Deutschlands Energieprobleme
    für die nächsten 1.000 Jahre
    nicht lösen.

    "Alle, die hier das Fracking derart pauschal ablehnen, sollten sich fragen, ob ihr Wissen darüber wirklich ausreichend ist."

    Ja, das sollten sie und sie selbst auch.

    "Davon abgesehen: Deutschland ist fast vollständig abhängig von Ernergieimporten- Das bedeutet auch, erpressbar zu sein. Wollen wir das?"

    Nein, das wollen sie sicher nicht. Schon mal was von Energiewende gehört?

    "Dank rot-grüner Ideologie schaffen wir es wahrscheinlich, uns in ein Zweite-Welt-Land zu verwandeln."

    Aha, inwiefern?

    "Die Ablehnung von allem Neuen, von Technik und von individueller Mobilität kommt aus der rot-grünen Ecke. Weil Wohlstand ja vom Himmel fällt. Im Umverteilen sind die Gutmenschen Weltmeister, woher der Wohlstand kommt, interessiert sie nicht. Schlimm ist, dass offenbar immer weniger Menschen für diese Zusammenhänge interessieren...."

    Sind sie sicher, dass sie hier noch über Fracking reden?

    mit immer brachialer werdenden Methoden fossile Energiequellen auszubeuten und die ökologischen und ökonomischen Konsequenzen in die Zukunft zu verschieben?
    Das ist übrigens "Umverteilung" in Reinkultur.
    (Wasser- und Bodenverseuchung, Untergrunddestabilisierung, CO2-Emissionen, Frackingwasserentsorgung)

    Fortschrittlich und nachhaltig wären aus meiner Sicht eher Investitionen in Energieeffizienz und -speichertechnik und der weitere Ausbau der EE.

    Davon hätten auch Folgegenerationen noch etwas, im Gegensatz zu ein paar Jahren Frackinggasversorgung.

    >> Dank rot-grüner Ideologie schaffen wir es wahrscheinlich, uns in ein Zweite-Welt-Land zu verwandeln. <<

    ... hingegen würden wir es viellicht sogar zum Drittwelt-Land bringen, wenn die Trinkwasserversorgung durch die beim Fracking eingesetzten Chemikalien gefährdet wird. Es ist ja nicht so, dass die CDU das nicht wüsste:
    "Bundesumweltminister Peter Altmaier bestätigt: „Die Risiken für das Grundwasser sind klar benannt. Bevor Fracking zum Einsatz kommt, müssen sämtliche Bedenken ausgeräumt sein.“"
    http://www.greenpeace-mag...

    Kleiner Fehler in Altmaiers Statement: Es sind nicht etwa die Bedenken, die ausgeräumt werden müssen - das wäre vergleichsweise einfach.

    Tatsächlich müsste - neben anderen Problemen - eine Grundwassergefährdung langfristig und zweifelsfrei ausgeschlossen werden können. Das wiederum geht leider nicht.

    Kaum jemand versteht etwas von dem, was er sagt. Letztlich macht er sich damit zum Steigbügelhalter aller derjenigen, die mit der Unwissenheit der Menschen und den unterschwellig geführten Ängsten ihre Macht aufbauen und ausüben. Es ist schlicht und einfach eine widerliche Politik.

    • Noob
    • 10. Februar 2013 18:52 Uhr

    Ich will Ihnen nicht unterstellen das Sie selber keine Ahnung vom Fracking haben.. Aber dem scheint hier der Fall zu seien... Ich weiß woher mein Trinkwasser kommt und welche Behandlungsschritte es durchläuft bevor es bei mir aus dem Hahn sprudelt. Aber das ich Ahnung von Trinkwassergewinnung habe behaupte ich trotzdem nicht. Fracking hin oder her...Bevor ich selber ins Klo greife lasse ich ins Klo greifen, um dann später zu wissen ob es so eine gute Idee war. Was ich damit sagen will: Warum alle gleichzeitig von der Brücke springen? Wenn es in den USA so "toll" läuft, O.K. Aber haben wir jetzt Engpässe in der Energieversorgung?NEIN! Warum dann ein Risiko eingehen, wenn man sich zurück lehnen und aus den Fehlern anderer lernen kann.

    • Infamia
    • 10. Februar 2013 18:59 Uhr

    "Dank rot-grüner Ideologie schaffen wir es wahrscheinlich, uns in ein Zweite-Welt-Land zu verwandeln."

    Welche ein Popanz, der hier immer wieder aufgebaut wird, wenn es um Rot-Grün geht. Schauen Sie sich mal in Europa um. Deutschland ist führend. Schauen sie sich mal in der Welt um. Deutschland exportiert wie ein Weltmeister. Sieht so ein Zweite-Welt-Land aus? Statt die letzten Reserven aus der Erde zu pressen (und was kommt danach?), sollten wir weiter forschen, was alternative Energien betrifft. Dann haben wir auch künftig was zu exportieren, statt wie die Lemminge all das nachzumachen, was nachweislich schädlich ist und der Aufwand kaum den Nutzen rechtfertigt.

    Wir sind da auf einem guten Weg und China macht es inzwischen ähnlich. Raten sie mal, wo derzeit die meisten Windräder aufgebaut werden. Es ist nicht Deutschland.

    ... im Umkehrschluss, dass nur Schlechtmenschen Fracking befürworten?

    Sorry, aber diese Nazirhetorik von den "Gutmenschen" geht mir dermaßen auf den Senkel.

    weil sie sich über pauschale Aussagen der anderen beschweren, aber selbst ihren Text mit Pauschalisierungen gespickt haben.

    Übrigens wenn sie einmal nachgedacht und nicht nur die anderen beschuldigt hätten, dann wäre ihnen vielleicht aufgefallen das 13 Jahre keine nachhaltige Versorgung darstellen. Und dabei sind die 13 Jahre noch nicht einmal gewiss. Andere Schätzungen gehen von noch nicht einmal 2 Jahren aus.

    New York State hat das Verfahren seit Jahren verboten.
    Weil es einfach nicht sein kann, das brennbare Flüssigkeit aus dem Hahn kommt.

    Außerdem scheinen die "Helden" aus dem BT nicht mit ihren "untere Wasserbehörden" gesprochen zu haben, denn sonst würde man auf so eine Idee nie kommen.
    Wie reden hier über Sachen die fallen in die Wassergefährdungsklasse III, also die höchste.
    Die will man jetzt kubimmeter-weise in die Erde pumpen.

    Also die FDP und manche Strategen der CDU haben "den Schuss" nicht gehört.

    und sie glauben wirklich, Deutschland wird nicht mehr angewiesen sein auf Energieträger aus dem Ausland und somit ihrer Meinung nach nicht (wenn überhaupt) mehr erpressbar sein.

    Warum ?

    Nur weil wir mit Gewalt ein bißchen Gas aus der Erde pressen ?

    Also bitte !

    Beste Grüße von einem "Unwissenden" der ihnen nichts böses will, aber ihnen ihre Träume leider nehmen muss !

    Profite einzelner Konzerne sind wichtiger als die Interessen von Bürgern an sauberem Trinkwasser. Sollen die doch ihr Wasser in Flaschen kaufen...

    Sicher muß man Fracking nicht unbedingt für alle Zeiten ausschließen aber man sollte voraussetzen daß keine giftigen Chemikalien eingesetzt werden. Vielleicht ist das in 20-30 Jahren einmal möglich u. bis dahin bleibt das Gas wo es ist. Eine Art von Sparbüchse für die Nachkommen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, nf
  • Schlagworte CDU | FDP | BASF | SPD | Fracking | Philipp Rösler
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