Die Konjunktur in Japan kommt nicht in Schwung: Nach Angaben der Regierung in Tokio ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal um 0,1 Prozent gesunken. Dieser erneute Abschwung – es ist der dritte in Folge – kam für viele Experten überraschend. Sie hatten mit einem leichten Wachstum gerechnet.

Für die neue Regierung könnten diese Zahlen aber eine Argumentationshilfe sein. Ungeachtet der gigantischen Staatsverschuldung von 235 Prozent des BIP will sie die Konjunktur mit Investitionsprogrammen in Milliardenhöhe ankurbeln. Ministerpräsident Shinzo Abe ist aber auch auf die Hilfe der Notenbank angewiesen, die ihre Geldpolitik weiter lockern soll.

Dagegen sperren sich die Notenbanker aber bisher: Der Leitzins soll auf seinem Niveau zwischen 0 und 0,1 Prozent belassen und das Programm zum Ankauf von Wertpapieren nicht ausgedehnt werden. Allerdings kauft die Bank von Japan bereits seit einiger Zeit uneingeschränkt japanische Staatsanleihen, was den Wert des Yen extrem drückt und die Exportprodukte heimischer Unternehmen verbilligt.

Zusammen mit der positiv verlaufenden Entwicklung der Weltwirtschaft könnte dies die Wirtschaft in Japan beflügeln. Das hofft auch die Zentralbank und blickt wie die Regierung inzwischen optimistischer auf die Konjunktur. "Die japanische Wirtschaft hat offenbar die Talsohle erreicht", hieß es seitens der Bank. Und die Regierung hob ihre Wachstumsprognose für das am 1. April beginnende Steuerjahr 2013/2014 auf real 2,5 Prozent an. Die Vorgängerregierung war im August noch von 1,7 Prozent ausgegangen.

Erste Anzeichen der Besserung gibt es bereits. So legte der private Konsum, der in Japan rund 60 Prozent zur wirtschaftlichen Leistung des Landes beiträgt, um 0,4 Prozent zu. Und auch die Investitionen im Hausbau stiegen um 3,5 Prozent.