Geld für größere und kleinere Anschaffungen: Ein Blick ins Schaufenster einer Boutique in Berlin © Fabrizio Bensch/Reuters

Die besseren Konjunkturaussichten strahlen auch auf die Verbraucher in Deutschland ab. Nach der neuesten Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung blicken sie optimistisch in die Zukunft. Der entsprechende Index wird demnach im März um 0,1 auf 5,9 Punkte ansteigen – das wäre der höchste Stand seit November 2012.

Nach Auffassung der Nürnberger Konsumforscher gehen die Konsumenten davon aus, dass die Wirtschaft in den kommenden Monaten anziehen wird. "Unter diesen Voraussetzungen bestehen gute Chancen, dass der Konsum auch 2013 zu einer wichtigen Säule der Konjunktur wird." Die GfK rechnet mit einem Anstieg des privaten Verbrauchs um ein Prozent, die Wirtschaftsleistung insgesamt dürfte mit 0,8 Prozent weniger stark zulegen. "Damit dürfte der Konsum einen überdurchschnittlichen Beitrag zur Konjunkturentwicklung leisten", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Ein Unsicherheitsfaktor bleibe jedoch die Schuldenkrise in Europa, die sich nach der Protestwahl in Italien wieder verschärfen könnte. "Negative Auswirkungen auf die Verbraucherstimmung sind nicht ausgeschlossen", sagte Bürkl. Das könnte sich im Konsumklima für April niederschlagen.

Niedrige Zinsen, niedrigere Sparquote

Zuletzt signalisierten aber auch andere Frühindikatoren eine Konjunkturbelebung. So hellte sich die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen im Februar den vierten Monat in Folge auf, der Ifo-Index ist nun so hoch wie seit zehn Monaten nicht mehr. Es sehe so aus, als ob ein Wendepunkt bei den Konjunkturaussichten erreicht sei, sagte Bürkl.

Beflügelt werde der private Konsum zudem von den niedrigen Bankzinsen, sagte Bürkl: Weil die Verbraucher nach wie vor skeptisch seien, was die Stabilität des Euro angehe, investierten sie tendenziell eher in werthaltige Anschaffungen als ihr Geld gegen historisch niedrige Zinsen auf die Bank zu legen. Die Sparquote war zum Jahresende 2012 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken. Das Barometer für die Anschaffungsneigung stieg um 1,7 auf 37 Zähler und damit den höchsten Wert seit März 2012.

Etwas weniger optimistisch sind die Verbraucher allerdings hinsichtlich der Entwicklung ihres Einkommens. Der entsprechende Index büßte einen Teil seines starken Zugewinns aus dem Vormonat wieder ein und gab um 4,2 Punkte nach. Mit 31,8 Zählern lag er aber weiterhin auf einem hohen Niveau.