Rajoy in BerlinMerkel bescheinigt Spanien große Fortschritte

Zum Besuch von Spaniens Premier Rajoy in Berlin lobt die Kanzlerin dessen Arbeit. Die Reformen zeigten Wirkung, bestätigen auch die internationalen Geldgeber des Landes.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Spaniens Premier Mariano Rajoy

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Spaniens Premier Mariano Rajoy  |  © Fabrizio Bensch/Reuters

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Reformbemühungen Spaniens gewürdigt. Deutschland habe "große Hochachtung und große Bewunderung" für das, was Spanien zur Bewältigung der Schuldenkrise auf den Weg gebracht habe, sagte die CDU-Politikerin nach ihrem Treffen mit Spaniens Ministerpräsidenten Mariano Rajoy in Berlin. Sie sei überzeugt, dass die Reformen Wirkung zeigen würden.

Merkel hob die Zusammenarbeit beider Länder im Kampf gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Spanien hervor. Dieses Thema solle auch auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs besprochen werden.

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Merkel und Rajoy sprachen sich für eine Vertiefung der europäischen Einigung aus. "Eine gemeinsame Währung erfordert auch mehr Gemeinsamkeit in der Wirtschaftspolitik", sagte die Kanzlerin nach der gemeinsamen Kabinettssitzung der Regierungen Deutschlands und Spaniens.

"Umstrukturierung des Finanzsektors bald abgeschlossen"

Zugleich mahnte sie, notwendig sei "auch ein Mehr an Bereitschaft, dass jeder seine Hausaufgaben macht, solide Finanzen hat und auch die Wettbewerbsfähigkeit erhöht".

Rajoy sagte, es sei wichtig, "mit der politischen Union weiterzukommen". Er lobte zudem die im eigenen Land umstrittenen Reformen seiner Regierung. Das strukturelle Defizit sei gesenkt und strukturelle Reformen umgesetzt worden. "Wir können sagen, dass die Umstrukturierung des Finanzsektors in Kürze abgeschlossen sein wird", fügte er hinzu. Dann könnten wieder Kredite in die spanische Wirtschaft fließen, was Voraussetzung für Wachstum sei, betonte Rajoy. Das wiederum sei Voraussetzung dafür, dass auch die Bürger den Erfolg der Reformen spürten.

"Programm bleibt in der Spur"

Auch die internationalen Geldgeber stellen Spanien ein gutes Zeugnis für die Umsetzung seines Bankenprogramms aus. Die "Reparatur und Reform" des Finanzsektors gehe schnell voran, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn. Das habe die zweite Überprüfung des Programms durch EU-Kommission, Europäische Zentralbank und Internationalen Währungsfonds ergeben. Allerdings warnte Rehn die Regierung in Madrid auch. Der Prozess müsse wie geplant abgeschlossen und präzise umgesetzt werden, sagte er.

Spaniens Finanzbranche steckt seit Ausbruch der Immobilienkrise im Jahr 2008 in Schwierigkeiten. Viele Banken halten in großem Umfang Kredite, die von den Darlehensnehmern nicht mehr oder unzureichend bedient werden. Im Juni 2012 bewilligten die Länder der Euro-Zone milliardenschwere Finanzhilfe für Spanien. Im Gegenzug muss die Regierung in Madrid den Bankensektor stabilisieren und die Finanzbranche reformieren.
 

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Leserkommentare
    • Centime
    • 04. Februar 2013 19:34 Uhr

    Einen Gast behadelt man hoeflich...tut Madame Merkel.
    Ihn behandelt man liebevoller wenn er zur eigenen Partei gehoert...tut Madame.

    Nur sollte Madame nicht vergessen,dieser Gast vertritt ein Volk, auch die die ihn nicht gewaehlt haben.
    Und diesen Volk ( nicht den einzelnen Gast) bescheinigt sie "Fortschritte". Sie bglueckwuenscht dieses Volk auf den Weg nach unten.

    Ob sie je verstehen wird warum sie ausser in Deutschland so unbeliebt ist?

    4 Leserempfehlungen
  1. >>> Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone steckt derzeit in einer tiefen Rezession.

    Die Arbeitslosigkeit liegt bei 26 % Prozent im letzten Quartal 2012, 6 Millionen arbeitssuchende Menschen sind ohne Job in Spanien.

    Tragen sie die Schuld ab für die provisionsgetragenen und - wie wie jetzt alle wissen - unvernünftigen Anlageberatungen der spanischen Immoblienbanken?

    Eine ganze Generation junger Leute in Spanien wird so arm sterben wie sie geboren wurden, Bankenmanager auch hier ausgenommen. Die Vorsitzende der *Christlichen* CDU Deutschlands lobt die Arbeit der spanischen Regierung...

    Das ist keine Realsatire, das ist Realität in Europa 2013. Trauriges Europa.

    5 Leserempfehlungen
  2. So bitter es klingt. Die folgenden Daten lassen keinen anderen Schluss zu:
    http://www.querschuesse.de/spanien-fragwurdige-bip-daten-mitten-aus-der-...

    • thpt9
    • 04. Februar 2013 20:39 Uhr

    Es stimmt nicht das die spanische Wirtschaft beschränkt ist auf Tourismus und Baugewerbe. Spanien hat in der EU einen sehr großen Anteil an der PKW und Nutzfahrzeugproduktion. Um nur einige Marken zu nennen die in Spanien Fahrzeuge produzieren: Volkswagen, Opel, Seat, Renault, Audi, Ford, Iveco, Peugeot, Citroen, Mercedes, Nissan usw.
    Auch die Pharmaindustrie ist stark vertreten, vorallem in der Umgebung von Barcelona. Zudem werden eine Menge Lebensmittel produziert, natürlich Obst aber auch industriell gefertigte Nahrungsmittel ( u.a Nestlé) und Feinkostartikel (größter Olivenölproduzent der EU) sowie Schinken usw.
    Spanische Modeketten gewinnen auch beträchtlich an Marktanteil (Zara und Mango)

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Blase"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das mag ja sein, aber fast 70% der spanischen Wirtschaft kann dem Dienstleistungssektor zugeschrieben werden, davon hat der Tourismus den größten Anteil. Im Industriesektor bildet alleine das Baugewerbe fast 30% ab. Die neuen Entwicklungen sind erfreulich, trotzdem ist die wettbewerbsfähig von Spanien weit davon entfernt als normal zu gelten.
    Was in Griechenland in den bürokratischen Gulli gelaufen ist, wurde in Spanien mit Bauten, Fußball und Tourismus gemacht. Verschiedene Sektoren, doch das gleiche Problem. Korruption und ineffiziente Wirtschaft.

    • thpt9
    • 04. Februar 2013 20:44 Uhr

    Es stimmt nicht das die spanische Wirtschaft beschränkt ist auf Tourismus und Baugewerbe. Spanien hat in der EU einen sehr großen Anteil an der PKW und Nutzfahrzeugproduktion. Um nur einige Marken zu nennen die in Spanien Fahrzeuge produzieren: Volkswagen, Opel, Seat, Renault, Audi, Ford, Iveco, Peugeot, Citroen, Mercedes, Nissan usw.
    Auch die Pharmaindustrie ist stark vertreten, vorallem in der Umgebung von Barcelona. Zudem werden eine Menge Lebensmittel produziert, natürlich Obst aber auch industriell gefertigte Nahrungsmittel ( u.a Nestlé) und Feinkostartikel (größter Olivenölproduzent der EU) sowie Schinken usw.
    Spanische Modeketten gewinnen auch beträchtlich an Marktanteil (Zara und Mango)

    Eine Leserempfehlung
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    etwas naehere Kenntnis von der spanischen Wirtschaft hat,
    wir wissen ja hier schon Jahre, wie bedauerlich klein die
    Sachkenntnisse sind.

    Es gibt 18 Automobilfabriken in Spanien,die Tendenz ist eher steigend, welch Wunder aber auch, in Frankreich werden bei
    Renault Peugeot/PSA Arbeitsplaetze abgebaut, dafuer wird die
    Produktion hier verstaerkt, 30% Verdienstunterschied zu dem
    Nachbarn Frankreich lohnen sich, z. B. in Valladolid.

    Die Inditexgruppe von Amancio Ortega (die "Aldis aus La Coruña)liegt im Moment deutlich vor H&M an der Spitze, gut
    70% der Produktion laueft in Spanien, Portugal und Marokko,
    der Rest in Asien.

    Zurueck zum Thema: Welche Reformfortschritte meint Frau
    Merkel eigentlich??
    Noch mehr Arbeitslose, noch laengere Wartelisten im Gesund-
    heitswesen fuer Operationen???

    Vielleicht waere es ein Fortschritt, die aktuell 730 derzeit
    anhaengigen Korruptionsvorwuerfe zuegig abzuarbeiten,die
    sich auf Politiker beziehen, die aktuelle Schwarzkassenkrise
    der PP nicht mitgerechnet.

  3. Ja, wenn man es darauf anlegt, die Arbeitslosenzahlen zu steigern, kann ich der Aussage bedenkenlos zustimmen.

    3 Leserempfehlungen
  4. 31. Mag ja

    Das mag ja sein, aber fast 70% der spanischen Wirtschaft kann dem Dienstleistungssektor zugeschrieben werden, davon hat der Tourismus den größten Anteil. Im Industriesektor bildet alleine das Baugewerbe fast 30% ab. Die neuen Entwicklungen sind erfreulich, trotzdem ist die wettbewerbsfähig von Spanien weit davon entfernt als normal zu gelten.
    Was in Griechenland in den bürokratischen Gulli gelaufen ist, wurde in Spanien mit Bauten, Fußball und Tourismus gemacht. Verschiedene Sektoren, doch das gleiche Problem. Korruption und ineffiziente Wirtschaft.

  5. 32. [...]

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

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