KartellrechtEU verbietet Fusion von Ryanair und Aer Lingus

Der Billigflieger Ryanair ist auch im dritten Anlauf damit gescheitert, den Konkurrenten Aer Lingus zu übernehmen. Damit will sich die Airline aber nicht zufriedengeben.

Die EU-Kommission verbietet der irischen Fluggesellschaft Ryanair, den einheimischen Konkurrenten Aer Lingus zu übernehmen. Nach einer mehrmonatigen Wettbewerbsprüfung kam die Behörde zu dem Schluss, dass der geplante Verbund den freien Wettbewerb auf 46 Strecken von und nach Irland zu behindern droht. 

"Der Zusammenschluss wäre zum Nachteil der Verbraucher ausgefallen", heißt es seitens der Kommission. Mit der Übernahme wäre eine marktbeherrschende Stellung entstanden, die wahrscheinlich eine Einschränkung des Angebots und für die Flugreisenden höhere Preise zur Folge gehabt hätte. Ein Haupthindernis lag für die Prüfer darin, dass beide Airlines Dublin als Drehkreuz haben.

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Der Billigflieger Ryanair hatte zuvor versucht, mit Zugeständnissen die Bedenken der Wettbewerbshüter zu zerstreuen. So bot das Management an, Teile des Aer-Lingus-Kurzstreckengeschäfts an Konkurrenten wie die britische Fluglinie Flybe abzutreten, um so den Wettbewerb auf den Strecken aufrechtzuerhalten.

Ryanair will sich mit der Entscheidung nicht abfinden. Die Fluggesellschaft sprach von einer "politischen Entscheidung" und kündigte an, diese anzufechten. Für den Fall einer Ablehnung hatte das Unternehmen eine entsprechende Klage vor dem Europäischen Gerichtshof angekündigt.

Fusion bereits zweimal gescheitert

Die Iren waren bereits mit ihrer ersten Übernahmeofferte für Aer Lingus im Jahr 2007 gescheitert. Auch damals erhob die EU-Kommission ihr Veto. Einen zweiten Anlauf hatte das Unternehmen selbst abgebrochen.

Ryanair bietet nach früheren Angaben 700 Millionen Euro für die 75 Jahre alte Traditionsairline, knapp 30 Prozent der Aktien gehören dem Billigflieger bereits.

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Leserkommentare
    • sa_hako
    • 27. Februar 2013 20:00 Uhr

    ist die Antimonopolbildung zur Wahrung der Konsumentensouveräität und des Wettbewerbs. Die Bildung der Monopole führt früher oder später zu Ausbeutung, weshalb ein reiner Liberalismus nicht möglich ist. Der Staat muss in seiner Schutzfunktion in einige wirtschaftlichen Entscheidungen eingreifen (wenn auch nicht in dem Umfang, wie er es gerne tut; siehe Frauenquote)

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, kg
  • Schlagworte Fusion | EU-Kommission | Ryanair | Europäische Union | Airline | Aktie
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