Flughafen-Streik : Viele Flüge ab Düsseldorf und Hamburg gestrichen

Mit einem Streik des Sicherheitspersonals will die Gewerkschaft ver.di ein neues Angebot der Arbeitgeber erzwingen. Dutzende Flüge ab Düsseldorf und Hamburg fallen aus.

Wegen eines Streiks des privaten Sicherheitspersonals fallen in Düsseldorf und Hamburg viele Flüge aus. Laut den Angaben beider Flughäfen konnte mehr als die Hälfte der geplanten Flüge nicht stattfinden. Die Beschäftigten der privaten Sicherheitsdienste waren seit 4 Uhr zur Niederlegung der Arbeit aufgerufen; die Aktion soll bis Mitternacht dauern.

Der Flughafen Düsseldorf rechnete eigentlich für heute mit 48.000 Passagieren, am Hamburger Airport sollten 17.200 Fluggäste starten. Ob die Personenkontrollen und damit der Flugbetrieb wenigstens zum Teil aufrechterhalten werden können, war am Morgen noch nicht absehbar. Lufthansa hat bereits Dutzende von Flügen ab Düsseldorf und Hamburg gestrichen, aber auch etliche Verbindungen von anderen deutschen Flughäfen.

In den Morgenstunden bildeten sich an den Hamburger Sicherheitskontrollen lange Schlangen bis in die Terminals hinein. Viele Fluggäste warteten seit 3 Uhr früh am Flughafen in der Hoffnung, ihr Reiseziel trotz des Streiks zu erreichen. "Es ist sehr voll in den Terminals. Die Wartezeit beträgt mehrere Stunden", sagte die Sprecherin des Hamburger Airports.

Am Flughafen Düsseldorf legten nach Angaben der Gewerkschaft ver.di 400 Beschäftigte die Arbeit nieder. Der Flugbetrieb an dem Airport wurde stark beeinträchtigt: 122 Abflüge und 61 Landungen seien bis zum Morgen annulliert worden, teilte der Flughafen mit.

Ver.di begründete den Streik mit den bisher ergebnislosen Tarifgesprächen: Die Beschäftigten hätten momentan keine andere Wahl als zu streiken. Ver.di fordert für die 34.000 Beschäftigten der Sicherheitsbranche in Nordrhein-Westfalen Lohnerhöhungen zwischen 2,50 Euro und 3,64 Euro pro Stunde. Für die 24.000 Beschäftigten der untersten Lohngruppe boten die Arbeitgeber bisher allerdings lediglich 40 Cent mehr an.

Ver.di und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) verhandeln in Hamburg und in Nordrhein-Westfalen über die Lohnhöhe und in Berlin bundesweit über einen Manteltarifvertrag. Die Gewerkschaft will mit dem Streik in Düsseldorf und Hamburg ein neues Angebot erzwingen. Ein Sondierungsgespräch der Tarifparteien war zuvor ergebnislos abgebrochen worden. Ver.di fordert 30 Prozent mehr Lohn. Im Januar hatten Arbeitsniederlegungen an den Sicherheitsschleusen lange Warteschlangen und Hunderte Flugausfälle an den Airports Düsseldorf und Köln/Bonn verursacht.

"Aus dem Niedriglohnsektor befreien"

Für die etwa 2.000 Sicherheitskräfte an den Flughäfen in NRW will ver.di einen Bruttostundenlohn von 16 Euro durchsetzen, in Hamburg einen Lohn von 14,50 Euro. Dem Arbeitgeberverband warf ver.di-Verhandlungsführerin Andrea Becker vor, "durch provozierte Streiks das Geld von Flughafenbetreibern und Airlines zu verpulvern, um die eigenen Gewinne zu sichern". Ziel der Gewerkschaft sei es, die 34.000 Beschäftigten der privaten Sicherheitsbranche in NRW "aus dem Niedriglohnsektor zu befreien". In der untersten Tarifgruppe sei ein Stundenlohn von 8,23 Euro kaum als Einkommen zu bezeichnen.
 

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