Bahnprojekt : Bahn-Aufsichtsräte zweifeln an Stuttgart 21
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Kosten steigen kontinuierlich

Der Bund ist Eigentümer der Deutschen Bahn, die als Bauherrin für Stuttgart 21 verantwortlich ist. Das Projekt ist höchst umstritten, was auch an seinen immensen Kosten liegt. Anfangs veranschlagte der Konzern den Bau mit 4,5 Milliarden Euro, was aber längst nicht mehr zu halten ist. Inzwischen geht die Bahn davon aus, dass sich der Bahnhof auf bis zu 6,8 Milliarden Euro verteuern könnte.

Das Papier aus dem Verkehrsministerium wurde zum Treffen der DB-Aufsichtsräte an diesem Dienstag erarbeitet und zeigt, wie unzufrieden die Vertreter des Ministeriums im Aufsichtsrats der Bahn mit der Arbeit der Manager sind. Sie werfen ihnen vor, das Kontrollgremium zu spät, unzureichend und – wie im Fall der Mehrkosten – sogar falsch informiert zu haben.

Kritik auch aus der FDP

Der Grünen-Verkehrspolitiker Toni Hofreiter hält den Bericht für plausibel. "Das deckt sich absolut mit meinen Erkenntnissen aus dem Verkehrsministerium und aus der Bahn", sagte der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag. "Aus der Bahn wurde mir gesagt, dass der Fertigstellungstermin 2025 ist. Das ist absolut glaubwürdig." Hofreiter verlangte, im Zweifel lieber jetzt auszusteigen. Nach seinen Angaben wird das Projekt am Ende zwischen 10,7 und 11,3 Milliarden Euro kosten. "Und da kann man noch sehr viel Geld retten."

Auch aus der FDP kam die Forderung nach einer grundsätzlichen Prüfung des Projekts. "Die Kostenexplosion frisst das Eigenkapital der Bahn für die nächsten Jahre auf, sodass wir dringend das Projekt überdenken müssen", sagte Oliver Luksic, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. "Die Bahn muss endlich mit offenen Karten spielen."

Kretschmann will nicht diskutieren

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hingegen lehnt die Diskussion über einen Baustopp ab. Die grün-rote Landesregierung fühle sich an das Ergebnis der Volksabstimmung gebunden, bei der sich eine Mehrheit gegen einen Ausstieg des Landes aus der Finanzierung des Milliarden-Bauvorhabens ausgesprochen hatte. Das Land werde jedoch nicht mehr als die vorgesehenen 930 Millionen Euro zahlen, sagte Kretschmann. 

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Kommentare

122 Kommentare Seite 1 von 17 Kommentieren

BBI ist kein Desater,...

was ein Desater ist ist die Standortwahl des BBI.

Vom Potsdamer Platz sind es bis Sperenberg knappe 60 km, mit einern Schnellen S-Bahn wären das maximal 30 - 45 Min.

Vom Marienplatz in München bis zum FJS sind es 38 km und das schafft eine S-Bahn heute in weniger als 40 Minuten.

Die Strecke Potsdamer Platz Sperenberg dauert heute noch 85 Minuten, weil es keinen anschluss an den alten Flugplatz in Sperenberg gibt.

Warum man unbedingt in Schönefeld bauen wollte, weiss heute kein Mensch mehr.

Für das Geld was die in Schönefeld versenkt haben hätten man Schönefeld (alt) moderniseren Kkönnen und Sperenberg aufbauen können.
Dann hätte man sowas gehabt wie in New York.
JFK und Newark für internationale Flüge und LaGuardia für Inlandsverkehr.

Da wurde eben keine richtige Auschreibung gemacht, sondern immer mal wieder wurde rumgedoktert.