PrivatisierungDie Wasserlüge

Brüssel will unsere Stadtwerke privatisieren? So skrupellos ist die EU-Kommission dann doch nicht. Die Geschichte einer Kampagne

Wasser in einem deutschen Klärwerk

Wasser in einem deutschen Klärwerk

Brüssel privatisiert deutsche Wasserwerke. Seit Wochen geistert diese Behauptung mal unterschwellig, mal offen durch Zeitungen, Fernsehen und das Netz. Längst hat sich eine gewaltige Protestbewegung gebildet. Die Zahl der digitalen Unterschriften für das Bürgerbegehren "Wasser ist ein Menschenrecht" bricht Rekorde. Mehr als eine Million Menschen wehren sich mittlerweile gegen Pläne der EU-Kommission, die öffentliche Wasserversorgung zu privatisieren.   

Angetrieben werden sie von mehreren Seiten. "Wasser darf keine Handelsware werden", fordert die CDU-Europaparlamentarierin Sabine Verheyen. Die "Liberalisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge" fürchtet der Deutsche Gewerkschaftsbund. Der Journalist Heribert Prantl überschrieb ein flammendes Plädoyer wider die Zwangsprivatisierung in der Süddeutschen Zeitung zuletzt mit "Waterloo". Seit dem Verbot der herkömmlichen Glühbirne hat Europa keine größere Wutwelle erlebt. Der Unterschied ist nur: Die Glühbirne wollte Brüssel tatsächlich verbieten.

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Tatsächlich hat die EU-Kommission nie vorgehabt, die Wasserversorgung zu privatisieren, wie es viele Bürger fürchten. Stattdessen will der für den Binnenmarkt zuständige Kommissar Michel Barnier mit der sogenannten Konzessionsrichtlinie nach eigener Lesart lediglich die Risiken von Günstlingswirtschaft, Betrug und Korruption eindämmen.

Bisher ist es oft so gewesen: Wenn Kommunen sich dafür entscheiden, ein Wasserwerk zu privatisieren, hat der lokale Energieversorger zugegriffen. Das hatte aus Sicht der Städte zwei Vorteile. Zum einem kam die Gewerbesteuer weiter dem eigenen Haushalt zugute. Zum anderen konnte man verdiente Politiker in den Aufsichtsgremien unterbringen. An diesem System will Brüssel nun rütteln. Wenn Bürgermeister in Zukunft auf die Idee kommen, ihr Wasserwerk zu verkaufen, dann müssen sie ihr Vorhaben in ganz Europa ausschreiben. Darum geht es in Barniers Richtlinie.

Ein Abgeordneter klagt über eine "Verteufelungskampagne"

Das bedeutet aber nicht, dass die Kommunen gezwungen sind, ihre Wasserwerke zu privatisieren, betont Barnier immer wieder. "Bedauerlicherweise ist es einfacher, falsche Informationen zu verbreiten, als die Wahrheit zu sagen", sagte er unlängst. Der CDU-Parlamentarier Werner Langen wird noch deutlicher. Er sieht handfeste Interessen am Werk und spricht von einer "Verteufelungskampagne der deutschen Wassermafia".

Langen spielt auf ein Hintergrundpapier des Verbandes kommunaler Unternehmen an. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben mehr als 1.400 kommunalwirtschaftliche Unternehmen. Drei Viertel der Betriebe haben Kunden in der Trinkwasserversorgung. Kein Wunder, dass der Verband nun munter wird. In dem Hintergrundpapier der Organisation ist nicht nur von einer "Liberalisierung durch die Hintertür" die Rede. Der Verband warnt auch davor, dass die "geplanten Verschärfungen letztendlich auch zulasten der Bürger" gehen werden.  

Leserkommentare
  1. An alle Interessierten und falls noch nicht bekannt:
    Es gibt eine noch aktuelle EU-Bürgerinitiative:

    Wasser ist Menschenrecht,

    eine EU-weite Bürgerpetition,
    die in Deutschland über die VERDI (als Intermediär) die Originalunterschriften (in Papierform für DE!!) der Bürger einsammelt und an das EU-Parlament sendet.

    Weitere Infos zum Begehren
    www.Wasser-ist-Menschenre...
    und www.right2water.eu/de

    Hinweise, allgemein zu Bürgerinitiativen:
    http://ec.europa.eu/citiz...

    Die eingetragene Bürgerinitiative:
    http://ec.europa.eu/citiz...
    https://signature.right2w...

    Da der Dokumentarfilm "Water makes Money" bei ARTE7+ nicht mehr abrufbar ist,
    dem Rundfunkstaatsvertrag für Depublikation sei Dank (!),
    ist er nur noch auf YouTube.de erreichbar,
    auch auf deutsch, z.B.
    http://www.youtube.com/wa...

    In diesem Zusammenhang noch der Hinweis auf 2 andere
    hervorragende ARTE-Dokumentationen, zum Thema EU-Lobbying und Fracking:

    Arte-Themenabend Lobbying in Brüssel
    The Brussels Business, 12.02.2013 (ca. 1h 45 min)
    Teil 1/5: http://www.youtube.com/wa...

    Gas-Fieber, Arte-Themenabend 29.01.2013
    Vollversion: http://www.youtube.com/wa...

    Jeder kann etwas tun, muss etwas tun.
    Wir müssen nur aufwachen.

    Noch einen schönen Tag,
    Gruß hella28

    Eine Leserempfehlung
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    Ich bitte um Entschuldigung:

    Man kann diese EU-Bürgerinitiative auch online unterzeichnen.
    Hier noch der Link zu den Papier-Listen:

    https://www.verdi.de/them...

    Wasser ist Menschenrecht PDF (72 kB)
    Flyer - Wasser ist Menschenrecht PDF (2 MB)

    Die Listen sind an die folgende Adresse zu schicken
    ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
    Wasser ist Menschenrecht
    Paula-Thiede-Ufer 10
    10179 Berlin

    Letzte Bemerkung:
    Die Zeit-Artikel Überschrift "Die WasserLÜGE" ist, genauer betrachtet, ein Affront an alle demokratisch gesinnten Bürger wie an alle journalistische Regeln!

    OHNE Begründung, ohne Beweis, wird, noch im demokratischen Urteilsfindungsprozess, wenn wir ihn noch so positiv benennen wollen, einseitig durch ein Leitmedium Stellung bezogen! Keine Quellen, kein Pro und Contra, journalistische Wüste....
    Nicht einmal ein rhetorisches Fragezeichen hinter dem Wort Lüge hielt man für nötig.

    Liebe Zeit, schauen Sie sich die die besagten Beiträge an, die Dokumentarfilme, die Aktionen. Berichten Sie vollständig, umfassend, gemäß Ihrem Auftrag.
    Wenn Sie dann immer noch "feststellen", besagte betroffene Bürger und Kommunen würden lügen, dann läuft etwas grundlegend falsch....

    WAS SAGT UNS DAS ALLES...?

    Herr Matthias Naß,
    internationaler Korrespondent der Zeit, sollte uns aufklären können...

    Schönen Abend noch...

    Ich bitte um Entschuldigung:

    Man kann diese EU-Bürgerinitiative auch online unterzeichnen.
    Hier noch der Link zu den Papier-Listen:

    https://www.verdi.de/them...

    Wasser ist Menschenrecht PDF (72 kB)
    Flyer - Wasser ist Menschenrecht PDF (2 MB)

    Die Listen sind an die folgende Adresse zu schicken
    ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
    Wasser ist Menschenrecht
    Paula-Thiede-Ufer 10
    10179 Berlin

    Letzte Bemerkung:
    Die Zeit-Artikel Überschrift "Die WasserLÜGE" ist, genauer betrachtet, ein Affront an alle demokratisch gesinnten Bürger wie an alle journalistische Regeln!

    OHNE Begründung, ohne Beweis, wird, noch im demokratischen Urteilsfindungsprozess, wenn wir ihn noch so positiv benennen wollen, einseitig durch ein Leitmedium Stellung bezogen! Keine Quellen, kein Pro und Contra, journalistische Wüste....
    Nicht einmal ein rhetorisches Fragezeichen hinter dem Wort Lüge hielt man für nötig.

    Liebe Zeit, schauen Sie sich die die besagten Beiträge an, die Dokumentarfilme, die Aktionen. Berichten Sie vollständig, umfassend, gemäß Ihrem Auftrag.
    Wenn Sie dann immer noch "feststellen", besagte betroffene Bürger und Kommunen würden lügen, dann läuft etwas grundlegend falsch....

    WAS SAGT UNS DAS ALLES...?

    Herr Matthias Naß,
    internationaler Korrespondent der Zeit, sollte uns aufklären können...

    Schönen Abend noch...

  2. möglichkeiten."

    Das scheint der Grund, warum jetzt zunehmend sogar *gemeinfreie* Dinge ökonomisiert werden, die Subventionen allenthalben steigen und man (Groß)unternehmen bei Investitionen Zuschüsse für Investitionskosten bzw. Risikofreistellung andient -lachhafterweise denen aufbürdet, die das produzierte Gut (hier stelle ich speziell auf Strom ab) kaufen müssen/sollen.

    Antwort auf "Hallo Zensurzeit"
  3. Zeit online schreibt:
    ""Die europaweite Angleichung der Ausschreibungen wird den Wassermarkt viel transparenter machen und am Ende auch den Kunden zugute kommen", heißt es in Diplomatenkreisen."

    Da hätte ich als Redaktion aber gerne den Autor gefragt, auf welche Diplomatenkreise er sich da stützt. Ich wette darum, dass er sich da nicht halbwegs so groß umgehört hat als wie er hier suggerieren möchte.

    Auf Zeit.de ist schon anders über das Thema geschrieben worden. siehe hier:

    http://www.zeit.de/2013/0...

    Warum nun also ein Artikel, der eine völlig andere Richtung einschlägt? Pluralität der Ansichten? Gerne, aber dann bitte ersichtlich als Pro und Contra. Diesen Artikel nun aber mal eben so hier zu veröffentlichen, als ob er die Wahrheit aussage, halte ich für einen redaktionellen Fehler.

    2 Leserempfehlungen
    • afr
    • 21.02.2013 um 16:53 Uhr
    Eine Leserempfehlung
  4. ..., wenn ja ohnehin niemand die Wasserversorgung privatisieren will, na, dann hat die "Zeit " ja auch ganz sicher nichts gegen die Veröffentlichung des Links zur Unterschriftensammlung gegen die Wasserprivatisierung. Unterschreiben Sie doch eben hier, wenn sie die Initiative unterstützen wollen:

    http://www.right2water.eu/de

  5. geschaffen werden. Da kann ich mir immer noch einen Termin bei den Stadtwerken geben lassen oder die Gemeindevertreter/Stadtverordneten wuschig machen. Zur Not den Bürgermeister selbst ansprechen.

    2 Leserempfehlungen
  6. Ich bitte um Entschuldigung:

    Man kann diese EU-Bürgerinitiative auch online unterzeichnen.
    Hier noch der Link zu den Papier-Listen:

    https://www.verdi.de/them...

    Wasser ist Menschenrecht PDF (72 kB)
    Flyer - Wasser ist Menschenrecht PDF (2 MB)

    Die Listen sind an die folgende Adresse zu schicken
    ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
    Wasser ist Menschenrecht
    Paula-Thiede-Ufer 10
    10179 Berlin

    Letzte Bemerkung:
    Die Zeit-Artikel Überschrift "Die WasserLÜGE" ist, genauer betrachtet, ein Affront an alle demokratisch gesinnten Bürger wie an alle journalistische Regeln!

    OHNE Begründung, ohne Beweis, wird, noch im demokratischen Urteilsfindungsprozess, wenn wir ihn noch so positiv benennen wollen, einseitig durch ein Leitmedium Stellung bezogen! Keine Quellen, kein Pro und Contra, journalistische Wüste....
    Nicht einmal ein rhetorisches Fragezeichen hinter dem Wort Lüge hielt man für nötig.

    Liebe Zeit, schauen Sie sich die die besagten Beiträge an, die Dokumentarfilme, die Aktionen. Berichten Sie vollständig, umfassend, gemäß Ihrem Auftrag.
    Wenn Sie dann immer noch "feststellen", besagte betroffene Bürger und Kommunen würden lügen, dann läuft etwas grundlegend falsch....

    WAS SAGT UNS DAS ALLES...?

    Herr Matthias Naß,
    internationaler Korrespondent der Zeit, sollte uns aufklären können...

    Schönen Abend noch...

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