Statistisches Bundesamt : Höhere Löhne verteuern Arbeit in Deutschland

Die Arbeitskosten in Deutschland sind deutlich gestiegen und liegen weiter über EU-Durchschnitt. Hauptgrund sind die gestiegenen Löhne.

Arbeit in Deutschland ist teurer geworden. Zu diesem Fazit kommt das Statistische Bundesamt und bezifferte den Anstieg der Arbeitskosten im vergangenen Jahr auf 2,6 Prozent. 

Demnach liegt der Anstieg der Arbeitskosten in Deutschland deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Grund für die Zunahme sind Lohnerhöhungen: Der Bruttoverdienst je Stunde legte um drei Prozent zu – der stärkste Anstieg seit Beginn der entsprechenden Statistik im Jahr 2006.

Und auch im europäischen Vergleich war Arbeit in Deutschland überdurchschnittlich teurer: Nach Berechnungen der Wiesbadener Statistiker legten die deutschen Arbeitskosten im dritten Quartal um 2,9 Prozent zu, in der gesamten EU lag das Plus lediglich bei 1,9 Prozent.

Im vergangenen Jahr gab es in vielen Branchen höhere Tarifabschlüsse. So erhielten etwa die Beschäftigten in der chemischen Industrie 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Auch für die anlaufenden Verhandlungsrunden haben die Gewerkschaften für verschiedene Branchen einen Aufschlag von bis zu 6,6 Prozent gefordert.

In Politik und Wirtschaft wird derzeit über Chancen und Risiken starker Lohnerhöhungen diskutiert. Einige Ökonomen wie der Wirtschaftsweise Peter Bofinger plädieren dafür. Andere Experten wie Bundesbank-Chef Jens Weidmann lehnen dies ab und warnen vor Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

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Kommentare

152 Kommentare Seite 1 von 18 Kommentieren

Peter G. - Wie gesagt - Schulterklopfen im Ortskomitee

Offenbar ist der Visus für die Realität, bei einigen der Mitforisten schon so weit nach links gerutscht, dass sie die Meinung von schätzungsweise ca der Hälfte der Bevölkerung (unter Umständen sogar mehr, denn auch bei der SPD gibt es ja noch einige Vernünftige, wie man an der Agendapolitik sehen konnte).

Ich wage mal die steile These, dass die linke Ortsgruppe auf ZON eine extreme Minderheitenmeinung in Deutschland von 2%, zumindest in Westdeutschland, vertritt. Diese führt, da übermäßig lautstark artikuliert, zu den Exzessen, die ganz Europa wirtschaftliche Probleme bereiten.

Dass man abweichende Meinung dann diffamiert (Troll, bezahlt, etc.) passt deshalb ebenso zu dieser Klientel, weil handfeste inhaltliche Gegenargumente fehlen.

Ich kann aber alle beruhigen, ich lebe kommod durch eigene Einnahmen, wie die Mehrheit in Deutschland, die nicht der Alimente anheim gefallen ist.

Und gerne würde ich mich für die Verbreitung meiner Meinung auch noch zusätzlich honorieren lassen. Das ist aber leider gerade in liberalen Kreisen verpönt. Wenn die werten Foristen damit Erfahrung haben, bin ich für Hinweise dankbar.

lmao..Statistiknote...1+

wie man Statistik falsch interpretiert, zeigt der Beitrag bestens:
Ein anderer gültiger Schluss wäre eigentlich, dass die Italiener sich gut selbst helfen können, da sie mehr Vermögen haben als wir. Die Spreizung mit Großvermögen ist dort sicherlich noch größer

Sigmars Mär der ARmut ging also gut auf: Man redet dem VOlk ein, es sei arm und rechtfertigt so die Umverteilung zum Staat, die dann in Beamtenpensionen und Politikeralimentierung versandet. Sehr gerecht, will ich meinen.

Solange der deutsche Neid nicht bekämpft ist, wird sich das Land zurück in die Steinzeit schaffen, angestiftet durch Grüne Beamte und Kleinbürger,die unter dem GEwand der Gerechtigkeit ihre Pfrüunde sicher n wollen

Ich soll den Sozialismus beschreiben? Teil 1

Ich beschreibe hier den Wirtschaftskreislauf aus einem System heraus. Sie sind es, der hier Scheuklappen aufgesetzt hat und merken garnicht, welch einen Unsinn Sie hier schreiben.

[Hier ist doch die Angleichung der Grundgedanke ohne Rücksicht auf die individuellen Unterschiede.]

Was meinen Sie mit individuellen Unterschieden eigentlich und welche Rücksicht nehme ich nicht in meine Gleichung auf?

[In der Marktwirtschaft äußern Menschen Ihre Bedürfnisse und andere Menschen - ohne Zwang von Staat und seinen Kadern]

Ihre möchtegern Reichen tun das aus einer Machtposition des Geldes gerade DAS in Anspruch. Die Marktwirtschaft ist schon längst tot - die Hand haben nur noch Konzerne. Und wenn die Situation noch schlechter wird, werden die untersten (die nur die Krümmel bekommen) schneller vom Markt sein.

Als ob MediaMarkt und Saturn zwei unabhängige Unternehmen sein. Sorry, diese gehören ein und dem gleichem Konzern.

Sie können Konsum nicht erzwingen

Das was Sie sagen, ist ein Argument. Ein Ausgleich zwischen der eher häufiger vom Export profitierenden Mittelschicht und der größtenteils im Dienstlestungssektor beschäftigten Unterschicht ist notwendig. Man sollte aber m.E. auch bedenken, dass die Kunden die durch die Lohnkosten bedingten Verteuerung nicht einfach hinnehmen müssen und werden. Gerade bei solchen Dienstleistungen wie sie Friseure und Putzkräfte erbringen, kann es leicht passieren, dass der Konsum dort eingeschränkt wird, wenn das Preis-Leistungsverhältnis subjektiv nicht mehr stimmt. Wenn der Kunde plötzlich 40% mehr beim Friseur bezahlen muss, wird er sich überlegen, sich die Haare in Zukunft vielleicht vom Ehepartner schneiden zu lassen oder nicht mehr so häufig zu gehen usw. Diese Gefahr nimmt umso mehr zu, desto weiter der politisch festgesetzte Mindestlohn von den derzeitgen Löhnen entfernt ist.

Tiefscharf

Das ist doch nicht richtig - Auch die Löhne von VW, insgesamt die hohen Löhne in der exportorientierten Metall- und Elektroindustrie sind doch für die Binnennachfrage wirksam.

In Branchen, in denen der Wettbewerbsdruck groß ist oder bei Tätigkeiten die z.B. wegen Nichterfordernis besonderer Fähigkeiten (Paktzustellung, Verpackung) hohem Arbeitsangbot, gibt es halt niedere Löhne. Aber das trifft doch immer nur einen kleinen Teil.

Das ist völlig marktgerecht und wenn man das als Arbeitnehmer nicht akzeptieren will, muss man eben etwas anderes machen.

Das muss jeder Unternehmer doch auch machen, wenn er merkt, ein Produkt verkauft sich nicht gut, weil entweder die Preise zu niedrig sind oder zu viel Konkurrenz da ist.

Hier staatlich etwas künstlich zu manipulieren schadet eben genau denen denen man helfen will und auch noch den anderen, den Unternehmern und damit insgesamt der Gesellschaft. Selbstverständlich wird man diesen Arbeitnehmern im Zweifel lieber keine Chance mehr geben und und nur die paar einstellen die die dann extrem arbeitsverdichteten Aufgaben grade noch erledigen können.