Die größte zyprische Bank warnt vor einem Austritt aus der Euro-Zone und wirbt für die von der EU vorgeschlagene Sonderabgabe auf Bankeinlagen über 100.000 Euro. "Weil deutlich wurde, dass es keine alternative Lösung gibt, darf es keine weitere Verzögerung bei der Annahme des Rettungspakets geben", teilte die Bank of Cyprus mit.

Dabei sei eine Zwangsabgabe auf Bankguthaben das geringere Problem: Sollte das Bankensystem zusammenbrechen, wären alle Einlagen verloren. Ein Austritt aus der Euro-Zone sei keine Lösung: "Schließlich wollen wir deutlich machen, dass jede Rückkehr zum zyprischen Pfund einen deutlichen Verlust der Vermögenswerte sowie einen Teufelskreis aus Abwertung und Hyperinflation nach sich zieht."

Auch die Regierung in Nikosia denkt offenbar erneut darüber nach, eine Zwangsabgabe auf Geldeinlagen einzuführen. Dies sagte der konservative Abgeordnete Prodromos Prodromou im Fernsehen. "Es wird die hohen Geldeinlagen betreffen", sagte er. Über derartige Überlegungen war zuvor bereits spekuliert worden, nun bestätigte dies erstmals ein Politiker.

Parlament will über Plan B abstimmen

Das Parlament hatte eine Zwangsabgabe auf Bankguthaben am vergangenen Dienstag abgelehnt. Zypern muss aber eine Eigenleistung von 5,8 Milliarden Euro zusammenbringen, um Beistandskredite der EU in Höhe von 10 Milliarden Euro zu erhalten.

Die Regierung in Nikosia schlug nun unter anderem die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen sowie die Einrichtung eines Solidaritätsfonds über staatliche Vermögenswerte vor. Dabei sollen unter anderem auch die Pensionskassen herangezogen werden. Die Parlamentarier sollten am Freitag über die jüngsten Vorschläge abstimmen.

In der Bundesregierung stoßen die Pläne jedoch auf Ablehnung. Auch die EZB drohte den Banken damit, ab Dienstag den Geldfluss zu stoppen, sollte bis dahin kein Programm zur Sanierung von Staat und Großbanken vorliegen.