FlughafenbauWowereit verteidigt Mehdorns Ernennung zum BER-Chef

Berlins Bürgermeister zeigt Verständnis für die Kritik an Mehrdorns Berufung und räumt ein: Der frühere Bahn-Chef polarisiere stark. Aber er sieht auch Gemeinsamkeiten.

Hartmut Mehdorn und Berlins Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit

Hartmut Mehdorn und Berlins Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit  |  © Fabrizio Bensch /Reuters

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat sich für die Ernennung des künftigen Berliner Flughafenchefs Hartmut Mehdorn gerechtfertigt. "Wir müssen Probleme lösen und nicht nur beschreiben, und da kann Mehdorn Impulse geben", sagte Wowereit im RBB-Inforadio.

Mehdorn sei "der klassisch Typ eines Managers, der auch mal eine Bresche schlagen kann". Wowereit, der stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des BER ist, zeigte sich zuversichtlich, dass Mehdorn die Arbeit an dem Projekt beschleunigen wird. Beim Brandschutz und den Mängeln am Bau müsse es jetzt um die Umsetzung gehen.

Anzeige

Am Freitag hatte der Airport-Aufsichtsratschef und brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) bekannt gegeben, dass Hartmut Mehdorn der neue Chef des Flughafens wird. Am Montag tritt der frühere Bahn- und Airberlin-Chef Mehdorn seinen Posten an. Damit folgt er auf Rainer Schwarz, der im Januar entlassen worden war. Anders als Schwarz wird Mehdorn Vorsitzender der Geschäftsführung und nicht nur ihr Sprecher. Mehdorn trägt damit die Gesamtverantwortung.

"Ganz so hart ist es mit ihm nicht mehr"

Auf die kritischen Reaktionen nach der Ernennung sagte Wowereit, ihm sei klar gewesen, dass "eine Reizfigur wie Hartmut Mehdorn nicht nur Applaus auslösen wird". Mehdorn sei für die gegenwärtige Krisensituation als Übergangschef berufen worden, sagte Wowereit. Mehdorn "bleibt ja auch nicht für zehn Jahre, sondern er hat einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben mit dem klaren Auftrag, den Flughafen fertigzustellen". So sehe Mehdorn das auch. Wowereit räumte ein, dass Mehdorn polarisiere, "aber er ist ja auch älter geworden. Ich glaube, ganz so hart, wie es am Anfang war, ist es mit ihm auch nicht mehr".

Beim Thema Nachtflugverbot sieht sich Wowereit durch Mehdorns Ernennung gestärkt. Auch Mehdorn habe deutlich gemacht, dass die Randzeiten für Flüge gebraucht würden, sagte Wowereit. "Oder wir müssen daraus einen Provinzflughafen machen." Das sei aber nicht die bisherige Strategie gewesen sei. Die Position zu den Randzeiten sei mit Brandenburg abgestimmt worden, die dortigen Behörden hätten das bewilligt, betonte Wowereit.

Platzeck hatte Neuverhandlungen angekündigt, um ein längeres Nachtflugverbot zu erreichen. Bislang soll am neuen Flughafen ein Flugverbot zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens gelten. Eine Volksinitiative gegen Fluglärm fordert jedoch eine Ausweitung der Nachtruhe auf die Zeit zwischen 22 und sechs Uhr.

Der Weiterbau des Großflughafens war wegen Pannen am Bau und Personalquerelen ins Stocken geraten. Nach der viermaligen Verschiebung der Inbetriebnahme ist völlig offen, wann am BER die ersten Flieger starten und landen können.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • scoty
    • 09. März 2013 14:03 Uhr

    wer von den beiden Herren gescheiter ist ?

    Die neue Führung ist nur proforma und wer wirklich das sagen hat wissen wir ja und das werden wir spätestens dann merken wenn das Nachtflugverbot gekippt wird.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das hat mit "gescheit" nichts zu tun.

    Wie auf dem Bild doch klar zu erkennen ist, freuen sich hier zwei "Parteisocken" über den gelungenen Cup.

    Und wie immer wird es der Steuerzahler schon richten.

    Gruss

  1. Dass Mehdorn den Hauptstadtflughafen retten soll, ist eine eigene Meldung wert. Mehdorn hat die Heidelberger Druckmaschinen AG in Schwierigkeiten gebracht, er hat die Bahn auf abstruse Weise wie etwa mit einem neuen der Luftfahrt abgeschauten Preissystem, mit blödsinnigen Entlassungen und anderen Vorbereitungen zum Börsengang fast zu Tode saniert, und dass sein Intermezzo bei Air Berlin erfolgreich gewesen sei, kann mit Recht bestritten werden. Dieser Mann soll nun den Hauptstadtflughafen retten.

    Wer eine solche Entscheidung trifft und vertritt wie etwa Bundesverkehrsminister Ramsauer, gilt mit Recht als Versager hinter dem Bock, der hier zum vierten Mal zum Gärtner bestellt wird. Viel Vergnügen in Berlin.
    http://www.nachdenkseiten...

    "Auf die kritischen Reaktionen nach der Ernennung sagte Wowereit, ihm "sei klar gewesen, dass "eine Reizfigur wie Hartmut Mehdorn nicht nur Applaus auslösen wird".

    Mehdorn ist keine Reizfigur, sondern hat mehrfach Unternehmen in Schwierigkeiten gebracht. Er hat mehr als einmal versagt!

    Des weiteren besteht doch ein massiver Interessenkonflikt mit Air Berlin, die unter Mehdorn eine Schadenersatzklage gegen BER begonnen haben.

    Eins steht nach dieser Entscheidung für mich fest: Die Beteiligten (allen voran Wowereit, Platzeck und Ramsauer) haben ein derartiges Ausmaß von Versagen zur Schau gestellt, dass einfach nur noch Fassungslos macht.

    8 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    und halte die Konflikte für vorprogrammiert.
    Interessieren würde mich dabei, wieviel Mehrdorn wohl bekommen dürfte, wenn er vorzeitig zurücktritt....... leider ist diese Frage bei der Presse wohl untergegangen. Es würde mich aber nicht im Mindesten wundern, wenn er in diesem Falle einen goldenen Handschlag erhält.
    Auf jeden Fall wird damit die Situation eher schwieriger als einfacher .........und um so besser kann man dann die Schuld auf die anderen schieben; wir werden es noch erleben, da bin ich mir sicher.

  2. Machen?
    .
    BER ist und bleibt ein Provinzflughafen, wenn er denn mal feritg wird!
    .
    Meint
    Sikasuu

    2 Leserempfehlungen
  3. und halte die Konflikte für vorprogrammiert.
    Interessieren würde mich dabei, wieviel Mehrdorn wohl bekommen dürfte, wenn er vorzeitig zurücktritt....... leider ist diese Frage bei der Presse wohl untergegangen. Es würde mich aber nicht im Mindesten wundern, wenn er in diesem Falle einen goldenen Handschlag erhält.
    Auf jeden Fall wird damit die Situation eher schwieriger als einfacher .........und um so besser kann man dann die Schuld auf die anderen schieben; wir werden es noch erleben, da bin ich mir sicher.

    Eine Leserempfehlung
  4. Wowereit freut sich, dass er aus der Schusslinie ist. Und präsentiert das neue Feindbild, wenn alles so schief läuft, wie es zu erwarten ist. Und das Feindbild freut sich, da sicher auch ein paar Peanuts für ihn abfallen.

    5 Leserempfehlungen
  5. Die Lachnummer für die Deutsche Wirtschaft. 4 gescheiterte Laufbahnen, Millionen an Abfindungen bisher kassiert, die nächste noch nicht veröffentlicht.
    Ein Aufschrei in der Bevölkerung wird es geben. Das Volk wird nicht gefragt, die Mißelite bleibt unter sich. Armes Deutschland!!!

    5 Leserempfehlungen
  6. ... das er mit dem BER-Managment einer "patriotischen Berufung" folgt?

    • Lefty
    • 09. März 2013 14:54 Uhr

    Meine Minderheitsmeinung:Man lasse ihn machen,mehr als scheitern kann doch nicht.Und Bescheid weiss er auch.
    Oder doch die Alternative?
    http://www.faz.net/aktuel...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
  • Schlagworte Hartmut Mehdorn | Klaus Wowereit | Matthias Platzeck | SPD | Brandschutz | Flughafen
Service